LVN bringt ersten netzneutralen Batteriespeicher an Verteilnetz
Foto: LVNDie LEW Verteilnetz (LVN) hat erstmals einen netzneutral betriebenen Batteriespeicher an ihr Netz angeschlossen. Die Anlage mit einer Leistung von 40 Megawatt (MW) und einer Kapazität von 80 Megawattstunden (MWh) sei der erste Speicher dieser Art im eigenen Netzgebiet, teilte die LVN mit. Er stehe für einen neuen Ansatz, mit dem sich Batteriespeicher schnell, effizient und netzverträglich integrieren ließen.
Hintergrund für die Technologie: der Boom beim Speicherzubau stellt die Netze vor Herausforderungen. Denn in einzelnen Situationen könne das marktgetriebene Verhalten von Speichern zu zusätzlichen Belastungen führen. Die LVN habe deshalb mit der netzneutralen Fahrweise ein eigenes Anschlusskonzept entwickelt.
Dabei gehe es um eine Betriebsweise für Batteriespeicher, die das Netz nicht zusätzlich belastet. So werde die Einspeisung der Speicher in Zeiten, in denen hohe Einspeisung aus erneuerbaren Energien auftritt, gezielt begrenzt, und zwar maximal auf 1.000 Stunden im Jahr. Das verringere das Auftreten kritischer Situationen. Der Speicher in der Ortschaft Balzhausen entstehe im Umfeld des Pilotprojekts „Einspeisesteckdose“, mit dem die LVN neue Wege zur Integration von Erneuerbaren und Speichern erprobt.
1.000-Stunden-Grenze wirtschaftlich vertretbar
“Wir brauchen deutlich mehr Speicher im Energiesystem – aber wir müssen sie so integrieren, dass die Netze jederzeit stabil betrieben werden können, und die Speicher nicht um Anschlüsse mit EE-Anlagen konkurrieren. Mit der netzneutralen Fahrweise lösen wir genau diesen Zielkonflikt. Der erste Anschluss in Balzhausen zeigt: Speicherhochlauf und sicherer Netzbetrieb lassen sich zusammenbringen“, sagt Barbara Plura, Projektleiterin bei der LVN.
Eine Bewertung durch die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) habe ferner gezeigt, dass die Begrenzung auf bis zu 1.000 Stunden pro Jahr die Wirtschaftlichkeit von Speichern kaum beeinträchtige. Gleichzeitig bestätige sich der Ansatz auch in der Praxis: Die LVN verzeichnet großes Interesse an entsprechenden Anschlussanfragen.
Der Verteilnetzbetreiber erwartet, so rund 1 Gigawatt netzneutraler Speicherleistung in das bestehende Netz zu integrieren – ein erheblicher Beitrag für die effiziente Energiewende in der Region. Der Speicher in Balzhausen sei Startpunkt für eine Vielzahl weiterer Anlagen, die in den kommenden Monaten folgen sollen. Mit dem neuen Konzept will die LVN zeigen, wie sich der Hochlauf von Batteriespeichern pragmatisch beschleunigen lässt – ohne Kompromisse bei der Versorgungssicherheit.
Quelle: LEW Verteilnetz | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH