Q1/26: Anteil Erneuerbare am Primärenergieverbrauch steigt auf 21,5 Prozent

Kuchendiagramm zeigt Anteil der Energieträger am Primärenergieverbrauch im ersten Quartal 2026 in Deutschland.Grafik: AG Energiebilanzen
Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch in Deutschland ist im ersten Quartal 2026 gestiegen.
Die Erneuerbaren Energien haben im ersten Quartal mit 21,5 Prozent mehr zum Energieverbrauch beigetragen als im Vorjahr - vor allem dank höherer Windstromproduktion. Nach den Zahlen der AG Energiebilanzen legte auch die Solarstromerzeugung zu.

Der Anteil erneuerbare Energien am gesamten Primärenergieverbrauch in Deutschland ist im ersten Quartal 2026 auf 21,5 Prozent gestiegen. Zwölf Monate zuvor hatte der Anteil noch bei 19,9 Prozent gelegen. Das geht aus einer Erhebung der Arbeitsgemeinschaft (AG) Energiebilanzen hervor. Damit lagen die Erneuerbaren vor Stein- und Braunkohle (zusammen 14,5 Prozent), aber deutlich hinter Erdgas (34 Prozent) und Mineralöl (29 Prozent).

Insgesamt kam es bei den erneuerbaren Energien im 1. Quartal 2026 zu einem Zuwachs von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Maßgeblich für diese Entwicklung war eine um 28 Prozent höhere Windstromerzeugung im Vergleich zu dem extrem windarmen Vorjahresquartal. Die Solarstromerzeugung habe um 3 Prozent zugenommen. Das steht im Widerspruch zu Informationen des BDEW zur Solarstromerzeugung. Diese sei um fünf Prozent rückläufig gewesen, hieß es dort (siehe auch unten).

Die kühlere Witterung habe laut AG Energiebilanzen zudem zu einem höheren Einsatz erneuerbarer Energien für Wärmezwecke (plus 4 Prozent) geführt, Dagegen ging der Absatz von Biokraftstoffen zurück (minus 2 Prozent).

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland verzeichnete in den ersten drei Monaten insgesamt einen Rückgang von 1,7 Prozent auf 3.059 Petajoule (PJ) oder 104,4 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE).

Wichtigster Grund für die rückläufige Verbrauchsentwicklung ist nach Auffassung der AG Energiebilanzen die schwache Konjunktur. Zwar wuchs das gesamte Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2026 um 0,5 Prozent, in den besonders energieintensiven Wirtschaftsbereichen ging die Produktion jedoch erneut deutlich zurück. Dieser Entwicklung stand ein Verbrauchsanstieg im Raumwärmemarkt infolge der teils sehr kalten Witterung im Januar gegenüber.

BDEW reduziert Minus bei Solarstromproduktion

Wie die AG Energiebilanzen auf Nachfrage der Solarthemen erklärten, hat der BDEW das Minus bei der Solarstromerzeugung mittlerweile auf minus drei Prozent reduziert. Dies ist aber immer noch eine nennenswerte Abweichung verglichen mit dem Plus von drei Prozent, von dem die AG Energiebilanzen sprechen. Ein Mitarbeiter der AG Energiebilanzen verwies darauf, dass die Zahlen zur Solarstromerzeugung vom Umweltbundesamt stammen. Das UBA verwende eine andere Methodik für die Abschätzung des Selbstverbrauchs aus PV-Anlagen und für die Erzeugung aus Stecker-Solargeräten.

Der weitgehende Teil des Selbstverbrauchs vor Ort, z. B. in privaten Haushalten oder Gewerbebetrieben, unterliege keiner Messung. Das gelte ebensowenig für die Erzeugung aus Steckersolaranlagen, die zudem nicht vollständig im Marktstammdatenregister erfasst sei. Daher können je nach Annahmen die Hochrechnung bekannter Daten zu Selbstverbrauch und Stecker-Solar unterschiedliche Ergebnisse ergeben. Ohnehin ist das erste Quartal bei der Solartromerzeugung das geringste im Jahr, so dass kleinere Abweichungen in den Volumina schon größere prozentuale Ausschläge zeitigen können.

Update: die Nachricht hat am 8. Mai, 13.54 Uhr eine Aktualisierung erfahren. Eingebaut wurde die Stellungnahme der AG Energiebilanzen zu konkurrierenden Werten betreffs der Solarstromproduktion.

Quelle: AG Energiebilanzen | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen