Batteriespeicher: Ungenutztes Potenzial aktivieren und Lebensdauer erhöhen
Foto: slavun / stock.adobe.com Im Netzgebiet des Energieversorgers N-ergie, das auch weite Teile von Mittelfranken umfasst, haben die Bürger:innen seit 2023 jährlich rund 10.000 Photovoltaik-Heimspeicher installiert. Aus den heute rund 40.000 Batteriespeichern ergibt sich in Summe eine regionale Batteriespeicher-Kapazität von rund 400 Megawattstunden (MWh).
Theoretisch wären diese Speicher durch ihre Flexibilität gut geeignet, um zusätzlich zur Optimierung des Photovoltaik-Eigenverbrauchs auch das Stromnetz zu entlasten. Doch in der Praxis zeigt sich: An sonnigen Tagen sind die PV-Stromspeicher häufig bereits vormittags vollgeladen. Damit landet auch der Strom aus den PV-Dachanlagen ab Mittag im Netz – genau dann, wenn die Stromnetze durch die Mittagsspitze ohnehin am Limit sind.
Durch eine kleine Einstellungsänderung kann das Entlastungspotenzial zahlreicher Speicher ganz einfach erhöht werden – ohne Nachteile für die Betreiber:innen. Denn viele PV-Speicher namhafter Hersteller sind bereits in der Lage, prognosebasiert zu laden. Die Option kann man mit wenigen Klicks aktivieren. Der Batteriespeicher passt dann seine Ladezeiten so an die Wetterprognose an, dass er an sonnigen Tagen vor allem während der Mittagsspitze lädt und dennoch bis zum Abend voll wird.
Standzeiten bei hohen Ladezuständen reduziert die Lebensdauer vom Batteriespeicher
Neben der prognosebasierten Steuerung bei neueren Systemen gibt es auch einfache statische Lösungen, um mit dem eigenen Stromspeicher das Stromnetz und damit die Energiewende zu unterstützen. Zum Beispiel kann man die Ladeleistung der Solarbatterien zeitlich begrenzen, also bis zur Mittagszeit reduzieren. Auch das entlastet das Netz, hat aber den Nachteil, dass der Solarspeicher an Tagen, die nur vormittags sonnig sind, möglicherweise nicht ganz voll wird.
Wie unter anderem die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zeigt (Initiative „Dein Stromspeicher kann mehr“) kann eine über den Tag entzerrte Beladung von Batterien mit Photovoltaik-Strom zusätzlich einen positiven Effekt auf die Lebensdauer der Batteriespeicher haben. Indem man die Standzeiten bei hohen Ladezuständen reduziert, könnten Lithium-Ionen-Batteriespeicher demnach mindestens zwei Jahre länger halten.
Stromnetz umfasst 29.000 Kilometer
Ein leistungsfähiges Stromverteilnetz ist die Voraussetzung für die Versorgungssicherheit und das Gelingen der Energiewende. So gut wie alle Erneuerbare speisen hier ein. Im Netzgebiet der N-ergie sind das aktuell bereits über 120.000 Anlagen. Da diese Anlagen mittlerweile immer häufiger ein Mehrfaches des in der Region benötigten Stroms erzeugen, baut die N-ergie Netz GmbH ihr Stromnetz deutlich aus. So erhöht sie die Kapazitäten für die Aufnahme und Weiterverteilung des regenerativ erzeugten Stroms.
Quelle: N-ergie | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH