PV auf öffentlichen Gebäuden: 1KOMMA5°, NORD/LB und Deutsche Bank stellen 500 Millionen Euro bereit

Das Foto zeigt einen Monteur mit einem Akku-Schrauber, der ein PV-Modul befestigt. Er trägt eine lila Kappe, ein fliederfarbenes T-Shirt sowie eine schwarze Arbeitshose. Er hockt neben dem Modul und ist von der Seite fotografiert.Foto: 1Komma5° GmbH
PV-Anlage auf öffentlichem Gebäude: 1KOMMA5° übernimmt Planung, Installation und Betrieb – so auch bei der Photovoltaik-Offensive auf 550 Landesgebäuden in Niedersachsen.
Ein Energieunternehmen und zwei Banken finanzieren gemeinsam Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden in Deutschland – vollständig ohne Steuermittel. Den Auftakt macht Niedersachsen mit 550 Landesgebäuden und einem Finanzierungsvolumen von 25 Millionen Euro. Für Projektierer und Stadtwerke zeigt das Modell, wie öffentliche PV-Projekte über private Finanzierungsstrukturen skalierbar werden.

Finanzierungsallianz für PV auf öffentlichen Gebäuden

Die 1KOMMA5° GmbH, die Norddeutsche Landesbank (NORD/LB) und die Deutsche Bank AG haben eine Finanzierungspartnerschaft für erneuerbare Energieprojekte auf öffentlichen Gebäuden geschlossen. Das verfügbare Volumen beträgt bis zu 500 Millionen Euro. Die NORD/LB übernimmt die Rolle des Mandated Lead Arrangers; die Deutsche Bank fungiert als strategischer Finanzierungspartner. 1KOMMA5° verantwortet Planung, Installation und Betrieb der Anlagen.

Das Modell basiert auf einem Pachtansatz: Öffentliche Auftraggeber stellen Dachflächen zur Verfügung. Alle Investitionen trägt der private Auftragnehmer. Nach Unternehmensangaben sollen sich die Stromkosten der öffentlichen Hand dadurch um 30 bis 40 Prozent reduzieren. Unabhängige Prüfungen dieser Zahlen liegen nicht vor.

Referenzprojekt Niedersachsen: 550 Gebäude, 25 Millionen Euro

Im November 2025 erhielt 1KOMMA5° vom niedersächsischen Finanzministerium nach einem europaweiten Vergabeverfahren den Zuschlag für eine Photovoltaik-Offensive auf 550 Landesgebäuden in der Region Südost. Die NORD/LB finanziert das Projekt mit rund 25 Millionen Euro. Das Vergabeverfahren folgte damit den Anforderungen der EU-Vergaberichtlinien – ein Aspekt, der für Projektierer bei vergleichbaren öffentlichen Ausschreibungen relevant ist.

Die installierten Anlagen sollen laut 1KOMMA5° mit Batteriespeichern, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und dem unternehmenseigenen Energiemanagementsystem „Heartbeat AI” kombiniert werden. Das KI-gestützte System regelt Erzeugung, Speicherung und Verbrauch. Unabhängige technische Bewertungen des Systems sind öffentlich nicht zugänglich. Angaben zur installierten Gesamtleistung der Niedersachsen-Anlagen nannte 1KOMMA5° bislang nicht.

Bundesweiter Rollout und europäische Märkte geplant

Die Partner wollen das Modell auf alle 16 Bundesländer ausweiten. Eine Erweiterung auf weitere europäische Märkte wird angestrebt. Jörg Frischholz, CEO der NORD/LB, ordnet das Projekt strategisch ein: „Wir starten in Niedersachsen, verstehen das Projekt aber bewusst als Blaupause.”

Der politische Rückenwind ist vorhanden: Ende März 2026 bekräftigten 15 Bundesländer auf der Energieministerkonferenz in Niedersachsen den Ausbau erneuerbarer Energien als zentrales Instrument zur Reduzierung fossiler Importabhängigkeiten. Verlässliche Finanzierungsinstrumente wurden dabei ausdrücklich als Voraussetzung genannt.

Fazit / Ausblick zu PV auf öffentlichen Gebäuden

Das Finanzierungsmodell adressiert eine strukturelle Schwäche bei der energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude: fehlende Haushaltsmittel und Umsetzungskapazitäten. Für Projektierer und Installateure, die sich auf öffentliche Auftraggeber spezialisieren, signalisiert das Niedersachsen-Projekt, dass europaweite Ausschreibungen für PV-Contracting-Modelle an Bedeutung gewinnen. Ob das Modell tatsächlich bundesweit skaliert, hängt von Vergaberecht, Netzanschlussbedingungen und der Bereitschaft weiterer Bundesländer ab, entsprechende Flächen zu kontrahieren.

Quelle: 1KOMMA5° GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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