EnWG-Novelle: Bioenergiebranche warnt vor Risiken für den Biomethanausbau

Hinter einen kurz gemähten, grünen Wiese liegt eine Biogasanlage mit zwei Fermentern vor einem blauen Himmel.Foto: Wolfgang Jargstorff / stock.adobe.com
Die geplante EnWG-Novelle könnte nach Einschätzung der Bioenergiebranche Investitionen in Biomethananlagen erschweren.
Die geplante Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sorgt in der Bioenergiebranche für Kritik. Anlass ist eine Anhörung im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie. Branchenvertreter sehen insbesondere geplante Regelungen zu Netzanschlüssen als Risiko für Investitionen in neue Biomethananlagen.

Netzanschlüsse im Fokus der EnWG-Novelle

Im Kabinettsentwurf zur EnWG-Novelle ist vorgesehen, dass Verteilnetzbetreiber Netzanschlüsse von Biomethananlagen mit einem Vorlauf von zehn Jahren kündigen können. Nach Einschätzung des Hauptstadtbüro Bioenergie könnte dies den Ausbau der Biomethanproduktion erschweren.

Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie, verwies im Rahmen der Bundestagsanhörung auf die langen Investitionszyklen der Branche. Biomethananlagen amortisierten sich typischerweise über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren. „Wenn diese Investition durch eine vorzeitige Kündigung akut gefährdet ist, wird kaum noch jemand mehrere Millionen Euro in eine neue Anlage investieren“, sagte Rostek.

Übergangsregelung betrifft nur einen Teil der Biomethan-Bestandsanlagen

Kritik gibt es auch an der geplanten Übergangsregelung. Diese orientiert sich am ursprünglichen Inbetriebnahmezeitpunkt der Anlagen. Damit würden nach Angaben des Hauptstadtbüros Bioenergie vor allem Biomethananlagen geschützt, die zwischen Mitte 2016 und Mitte 2026 ans Netz gegangen sind.

Für ältere Bestandsanlagen sowie künftige Neuanlagen könnte dagegen weiterhin eine Kündigungsfrist von zehn Jahren gelten. Nach Angaben des Verbandes wären davon 213 ältere Anlagen betroffen. Auch Betreiber, die zuletzt in bestehende Anlagen investiert haben, sehen dadurch ihre Planungssicherheit eingeschränkt.

Biomethan gewinnt für Wärmeversorgung an Bedeutung

Die Diskussion fällt in eine Phase wachsender politischer Erwartungen an erneuerbare Gase. Hintergrund sind unter anderem Debatten über Grüngasquoten sowie der Einsatz von Biomethan zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung im Gebäudesektor.

Biomethan gilt insbesondere für flexible Stromerzeugung, industrielle Prozesswärme und Teile des Wärmemarktes als potenzieller Baustein der Energiewende. Gleichzeitig hängt der weitere Ausbau stark von regulatorischen Rahmenbedingungen und dem Zugang zu bestehenden Gasnetzen ab.

Nach Angaben des Hauptstadtbüros Bioenergie wurden in den vergangenen Jahren rund 300 geplante Biomethanprojekte nicht umgesetzt. Die Branche verweist dabei auf regulatorische Unsicherheiten und fehlende Investitionssicherheit.

Fazit: Branche fordert langfristige Planungssicherheit für Biomethan

Die Beratungen zur EnWG-Novelle dürften für den künftigen Biomethanmarkt in Deutschland richtungsweisend sein. Für Projektentwickler und Investoren bleibt vor allem die Frage entscheidend, ob Netzanschlüsse langfristig gesichert bleiben. Die Bioenergiebranche fordert deshalb verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen für neue und bestehende Biomethananlagen.

Quelle: BBE / DBV / Hauptstadtbüro Bioenergie | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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