Chint Solar startet erstes Batteriespeicherprojekt in Deutschland

Das Bild zeigt fünf Personen mit weißen Schutzhelmen und neongelben Jacken und Westen vor mehreren Batteriespeicher-Systemen, schräg dahinter.Foto: Chint Solar Europe
Vertreter von Chint Solar Europe beim Baustart des Batteriespeicherprojekts in Weißenfels. Der Standort soll künftig 40 MWh Speicherkapazität für netzdienliche Anwendungen bereitstellen.
Der Projektentwickler Chint Solar Europe hat mit dem Bau seines ersten Batterie-Energiespeichersystems (BESS) in Deutschland begonnen. Der Standort in Weißenfels soll noch im Mai ans Netz gehen und ist Teil einer größeren Speicherstrategie des Unternehmens für den deutschen Markt. Mit dem Einstieg in das BESS-Segment erweitert Chint sein bisher vor allem auf Photovoltaik fokussiertes Geschäftsfeld.

Batteriespeicher in Weißenfels mit 40 MWh Kapazität

Das geplante Batteriespeichersystem im sachsen-anhaltischen Weißenfels verfügt über eine Leistung von 12 MW und eine Speicherkapazität von 40 MWh. Nach Angaben des Unternehmens begann der Bau im Februar 2026, die Inbetriebnahme in Abstimmung mit dem lokalen Netzbetreiber ist noch für Mai vorgesehen.

Der Standort wurde unter anderem aufgrund der Nähe zu einem Umspannwerk gewählt. Dadurch sollen Netzanbindung und Systemintegration erleichtert werden. In einer zweiten Ausbaustufe plant Chint für 2027 eine Erweiterung um nochmals 12 MW beziehungsweise 40 MWh.

Batteriespeicher gelten zunehmend als zentrale Infrastrukturkomponente für die Integration erneuerbarer Energien. Insbesondere mit dem wachsenden Anteil volatiler Solar- und Windstromerzeugung steigt der Bedarf an Flexibilitätsoptionen im Stromsystem. Netznahe Großspeicher übernehmen dabei Aufgaben wie Lastverschiebung, Frequenzstabilisierung und die Vermarktung von Regelenergie.

Chint baut deutsche BESS-Pipeline auf

Das Projekt in Weißenfels ist laut Chint der Auftakt für eine größere Batteriespeicherstrategie in Deutschland. Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben derzeit mehr als 40 Speicherprojekte mit einer geplanten Gesamtleistung von über 300 MW und einer Speicherkapazität von mehr als 1 GWh. Die Inbetriebnahmen sind zwischen 2026 und 2030 vorgesehen.

Neben eigenständigen Speicherprojekten setzt Chint auch auf sogenannte Co-Location-Konzepte, bei denen Batteriespeicher mit Photovoltaik-Anlagen kombiniert werden. Zudem plant das Unternehmen die Hybridisierung bestehender Solarparks. Parallel dazu will Chint seine Rolle als EPC-Dienstleister ausbauen und künftig sowohl eigene Speicherprojekte realisieren als auch Engineering-, Beschaffungs- und Bauleistungen für externe Auftraggeber anbieten.

Großspeicher gewinnen im deutschen Markt an Bedeutung

Der deutsche Markt für Großbatteriespeicher wächst derzeit dynamisch. Hintergrund sind unter anderem sinkende Kosten für Lithium-Ionen-Technologien, zunehmende Netzengpässe sowie zusätzliche Erlösmöglichkeiten durch Arbitrage- und Regelleistungsmärkte. Vor allem netzgekoppelte Stand-alone-Speicherprojekte gewinnen dabei an Bedeutung. Mit dem Einstieg in den Batteriespeichermarkt folgt Chint einem Branchentrend, bei dem sich Photovoltaik-Unternehmen zunehmend zu Anbietern integrierter Energielösungen entwickeln.

Quelle: Chint Solar Europe | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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