Vattenfall setzt emissionsarmem Stahl im Photovoltaik-Solarpark ein
Foto: VattenfallIm Photovoltaik-Solarpark Juliusburg/Krukow setzt Vattenfall erstmals auf der Teilfläche in Krukow emissionsarmen Stahl für die Unterkonstruktionen der Solarmodule ein. Der schwedische Stahlhersteller SSAB hat den Stahl aus nahezu 100 Prozent Schrott und mit reduziertem CO2-Fußabdruck produziert. Im Vergleich zu konventionellem Stahl emittiert SSAB ZeroTM 67 Prozent weniger CO2. Mehr als 9.000 Profile mit einem Gewicht von zusammen 209 Tonnen tragen die Solarmodule. Das Photovoltaik-Montagesystem aus emissionsarmem Stahl hilft, die CO2-Bilanz des Solarparks vom Start weg zu verbessern.
Photovoltaik-Montagesystem aus emissionsarmem Stahl verringert ökologischen Fußabdruck
Die Photovoltaik-Freiflächenanlage Juliusburg/Krukow verfügt über 80 Megawatt Nennleistung und ist 74 Hektar groß. „Der in diesem Solarpark erzeugte Strom wird dazu beitragen, Deutschlands Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern. Für uns endet die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen jedoch nicht bei der Stromerzeugung – sie beginnt bereits am Anfang der Lieferkette“, sagt Claus Wattendrup, Leiter des Geschäftsbereichs Solar & Batteries bei Vattenfall. Matts Nilsson, Vizepräsident und Vertriebsleiter bei SSAB Europe, ergänzt: „Dieses Projekt zeigt, dass sich der ökologische Fußabdruck über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg verringert, wenn die Erzeugung sauberer Energie wie Solarenergie mit emissionsarmen Materialien kombiniert wird.“ Der dekarbonisierte Stahl SSAB ZeroTM soll dabei über dieselbe Leistung und Qualität wie herkömmlicher Stahl verfügen.
Vattenfall setzt auch beim Bau seiner Windparks auf emissionsarmen Stahl. Das Unternehmen setzt beim Onshore-Windparks Clashindarroch II in Großbritannien ebenso wie bei den Offshore-Windprojekten Nordlicht I und Nordlicht II vor der deutschen Nordseeküste bei Borkum Stahltürme für die Windturbinen ein, die man aus emissionsarmem Stahl fertigt.
Leitmärkte für umweltfreundliche Materialien müssen sich entwickeln
Der unlängst veröffentlichte „Clean Industrial Transition Monitor“ des „European Climate Neutrality Observatory“ (ECNO) kommt zu dem Schluss, dass insbesondere die Nachfrage nach sauberen Grundstoffen bislang noch unterentwickelt ist. Diese beruhe weiterhin auf Unternehmensankündigungen und freiwilligen Initiativen. Ein zentrales Problem hierbei sei das Fehlen von Leitmärkten: Leitmärkte für umweltfreundliche Materialien und Technologien entwickeln sich noch nicht in ausreichendem Umfang, wodurch umweltbewusste Hersteller hohen Kostenaufschlägen und anhaltender Investitionsunsicherheit ausgesetzt sind, so die Analyse. Die EU versucht, dieses Problem zu lösen. So soll durch gezielte Maßnahmen ein Leitmarkt für grünen Stahl entstehen. Das setzt nach Ansicht von Vattenfall voraus, dass Signale auf der Angebotsseite, wie beispielsweise der CO2-Preis im Emissionshandelssystem (ETS), stark und ambitioniert bleiben, um Unternehmen zu belohnen, die sich für Investitionen in weniger CO2-intensive Produktionsprozesse entscheiden.
Quelle: Vattenfall | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH