Uniper: Deutschland erlebt regelmäßig Dunkelflauten

Photovoltaik vor dunklen WolkenFoto: Adrian Ilie825 / stock.adobe.com
Dunkelflauten mit geringen Anteilen von Photovoltaik und Windenergie traten in den letzten zehn Jahren nach Definition von Uniper im Durchschnitt alle drei Tage auf.
Sogenannte Dunkelflauten sind nach einer Analyse von Uniper in Deutschland kein seltenes Phänomen. Deshalb plädiert das Unternehmen für mehr Speicher sowie flexible Erzeugzungskapazitäten.

Dunkelflauten sind kein Extremereignis, sondern ein strukturelles Merkmal des deutschen Stromsystems. Darauf weist eine aktuelle Kurzstudie von Uniper zur Häufigkeit und Dauer des Phänomens hin. Darunter sind Zeiten mit sehr geringer Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie zu verstehen. Die Analyse basiert auf Zeitreihen der Wind‑ und Solarstromerzeugung in Deutschland von 2016 bis 2025.  

Wie der Energiekonzern mitteilte, identifizierte er im untersuchten Zeitraum 1.435 Dunkelflauten mit einer Dauer von über zehn Stunden. Damit fänden sie also im Durchschnitt häufiger als alle drei Tage statt. Die mittlere Dauer lag bei 12,9 Stunden.

Uniper definiert eine Dunkelflaute als einen Zeitraum von mindestens zehn Stunden, in dem Wind‑ und Solarstrom gemeinsam weniger als zehn Prozent ihrer installierten Leistung liefern. Zusätzlich werde ein gleitender Sechs‑Stunden‑Durchschnitt herangezogen, um kurzfristige, systemisch irrelevante Erzeugungsspitzen auszublenden. Kurze Ausschläge nach oben änderten aber nichts an der strukturellen Unterversorgung in Dunkelflauten.  

24 Stunden Dunkelflaute jeden Monat

Eine 24‑stündige Dunkelflaute trete nahezu monatlich auf, dreitägige Ereignisse etwa zweimal pro Jahr. Extreme Dunkelflauten von mehr als fünf Tagen seien zwar die Ausnahme, müssten aber gemanagt werden. Im Schnitt treten diese alle dreieinhalb Jahre auf. 2023 sei es sogar zu einer fast einwöchigen Dunkelflaute mit einer Dauer von 161 Stunden gekommen.  

Wenn die Stromnachfrage die Erzeugung aus erneuerbaren Energien übersteige, müssen Kraftwerke, Importe, Lastflexibilitäten und Speicher einspringen.

“Aus energiewirtschaftlicher Sicht ergibt sich daraus ein klarer Handlungsbedarf”, sagt Christian Brose, Leitender Meteorologe Uniper. “Batteriespeicher sind ein wichtiger Baustein der Transformation – etwa zur Flexibilisierung und zur Abfederung kurzfristiger Preisspitzen. Dunkelflauten über mehr als zehn Stunden können sie jedoch nicht verlässlich überbrücken. Die Speichertiefe von Batterien reicht hierfür nicht aus. Für eine sichere Stromversorgung bleiben daher auch langfristig gesicherte, flexible Erzeugungskapazitäten unverzichtbar, die ohne Einschränkungen durch Wetter und Ladezyklen zuverlässig und jederzeit Strom erzeugen.”

“Versorgungssicherheit braucht Systemrealismus, kein Wunschdenken”, ergänzt Uniper-CEO Michael Lewis. “Ein verlässliches Energiesystem entsteht nur im Zusammenspiel aus erneuerbaren Energien, Flexibilitätsoptionen wie Batterien und gesicherten Kraftwerkskapazitäten – sie ersetzen sich nicht, sie ergänzen sich. Dunkelflauten sind der Normalfall und genau darauf muss das Energiesystem ausgelegt sein.”

Quelle: Uniper | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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