Wärmepumpen-Installationsplattform Galvany sammelt 10 Millionen Euro ein

Im Bild Raik Belka, Gründer und CEO der Berliner Wärmepumpen-Installationsplattform Galvany.Foto: Galvany
Raik Belka, Gründer und CEO von Galvany: „Wärmepumpen scheitern in Deutschland nicht an der Technologie.“
In einer Seed-Finanzierungsrunde hat die Berliner Wärmepumpen-Installationsplattform Galvany 10 Millionen Euro erhalten. Das Unternehmen will der Mehrfamilienhaus-Bereich stärken und sein KI-gestütztes Energiemanagement ausbauen.

Die Galvany Energy GmbH hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Lead-Investor ist der niederländische Energy-Tech-Investor SET Ventures, Co-Lead ist der Berliner Climate-Tech-Fonds Aenu. Mit dem frischen Kapital will Galvany seine End-to-End-Plattform für die Installation, den Betrieb und die Optimierung von Wärmepumpen in Deutschland ausbauen. Das Unternehmen und legt dabei besonderen Wert auf den Bestandsmarkt für Mehrfamilienhäuser.

Raik Belka hat Galvany Ende 2022 von gegründet. Das Unternehmen beschäftigt heute über 90 Mitarbeitende und hat bislang mehr als 2.500 Wärmepumpen-Systeme installiert. 2025 erzielte Galvany einen Umsatz von 20,1 Millionen Euro. Das ist laut Firmenangaben eine Versiebenfachung gegenüber dem Vorjahr. Zudem schloss das Unternehmen das Jahr mit einem positiven EBIT ab.

Die Hardware ist der gemeinsam mit Panasonic in Pilsen produzierte Galvany Cube. Diesen ergänzt das Unternehmen durch eine Systemarchitektur, in der Wärmepumpe, Batteriespeicher und das Energy-Management-System Galvany Fusion zusammenspielen. Auf Basis dynamischer Stromtarife, Lastverschiebung und Spotmarkt-Arbitrage werden Heiz- und Stromkosten messbar reduziert. Im Sommer soll V1 der Galvany-App erscheinen, die die digitale Steuerung eines gesamten Energiesystems erlaubt.

Galvany: Wärmepumpen tragen sich selbst

„Wärmepumpen scheitern in Deutschland nicht an der Technologie, sondern an der Lücke zwischen Förderbürokratie, Installationskapazität und Finanzierbarkeit für den Endkunden“, sagt Raik Belka, Gründer und CEO von Galvany. „Genau diese Lücke schließen wir mit einer Plattform, die jedes Glied der Kette messbar besser macht — und sich dabei selbst trägt. Dass wir diese Runde aus einer profitablen Position heraus schließen, ist für uns mehr als eine Kennzahl: Es ist der Beweis, dass die Wärmewende ohne Verbrennungslogik finanzierbar ist.”

Mit der Finanzierung will Galvany drei Themen vorantreiben:

  • Fokus Mehrfamilienhaus-Bestand: Ausbau des Angebots für Wohnungsunternehmen und Bestandshalter – das Segment mit dem höchsten CO₂-Einsparpotenzial pro Anlage.
  • Galvany Fusion als Agentic Energy OS: Weiterentwicklung des KI-gestützten Energie-Managementsystems, das Lastprofile in Echtzeit aussteuert und dynamische Stromtarife in messbare Endkundenersparnis übersetzt.
  • Handwerker- und Vertriebsnetzwerk: Ausbau der Partnerstrukturen mit Installationsbetrieben sowie der eigenen Seller-Organisation, um die bundesweite Skalierung der Plattform zu beschleunigen.

Anstelle eines kostspieligen Direktvertriebs integriert Galvany Akquise, Einkauf, Montage und Management in einer zentralen Lösung. „Was uns an Galvany überzeugt hat, ist die Disziplin, mit der das Team Kosten, Effizienz und Kundennutzen zusammenbringt. Profitabilität in der Seed-Phase ist im Climate-Tech-Markt eine Seltenheit. Sie zeigt, dass Galvany ein Geschäftsmodell gebaut hat, das skaliert, ohne sich von kurzfristigen Subventionszyklen abhängig zu machen”, sagt Philip Specht, Partner bei Aenu.

Quelle: Galvany | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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