Sigenergy, ZSW und EnBW testen DC-Kopplung von Photovoltaik-Großspeicher

Menschenmenge vor Solarmodulen, Sigenergy und EnBW testen die DC-Kopplung von Photovoltaik-Großspeicher im ZSW-Testfeld in Widderstall bei Merklingen.Foto: Sigenergy
Ein Informationstag zur Demonstration der Forschungspläne im ZSW-Testfeld in Widderstall stieß auf großes Interesse beim Fachpublikum.
Die DC-Kopplung ist bei kleinen Photovoltaik-Batteriespeichern bereits Standard. Nun wollen der Energiekonzern EnBW und die Forschungseinrichtung ZSW die DC-Kopplung von Photovoltaik-Großspeichern testen und nutzen dafür einen Batteriespeicher von Sigenergy.

Der Batterie- und Wechselrichterspezialist Sigenergy stellt dem Energiekonzern EnBW einen Batteriespeicher mit einer Speicherkapazität von 252 Kilowattstunden für ein Testprojekt zur Verfügung. Begleitet wird das Projekt vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW), auf deren Testfeld in Widderstall bei Merklingen auf der Schwäbischen Alb die Installation stattfinden soll. Ziel ist, den DC-gekoppelten Speicher in Verbindung mit einer 70 Kilowatt starken Photovoltaik-Anlage des Energieversorgers EnBW im Realbetrieb zu testen. Dafür kommen auch die hybriden Sigenergy Wechselrichter vom Typ 60M1-HYA zum Einsatz, an denen man die PV-Strings direkt anschließt, so dass man den Gleichstrom direkt in der Batterie speichern kann.

„Historisch dominieren Batteriespeicherlösungen auf der Basis von Wechselstrom“, sagt Sebastian Feges vom Vertriebsteam Direct Sales DACH von Sigenergy. „Doch im Markt setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass der Betrieb unter Gleichstrom nicht nur sicher ist, sondern auch erhebliche Effizienzgewinne mit sich bringt. Wir wollen das mit starken Partnern am Testfeld des ZSW in Widderstall zeigen: Die DC-Kopplung von Batteriespeichern wie dem Sigenstack spart Infrastruktur und sorgt dafür, mehr PV-Leistung ans Netz zu bringen.“

DC: Weniger Umwandlungsverluste – mehr Solarstrom

Gegenüber Systemen, die mit Wechselstrom operieren, sparen DC-gekoppelte Systeme die mehrfache Umwandlung des in den Solarmodulen erzeugten Gleichstroms, reduzieren damit Komplexität und minimieren Umwandlungsverluste. Die DC-Kopplung erhöht die Effizienz der Gesamtanlage spürbar.

Zugleich ist laut Sigenergy mit DC eine doppelte Überbauung mit Photovoltaik möglich, wodurch an den jeweiligen Netzanschlusspunkten mehr Solarstrom nutzbar wird. Das bedeutet, dass eine höhere PV-Leistung am Netz anschließbar ist, die ohne Umwandlungsverluste zunächst in die Speicher fließt, bevor die Hybrid-Wechselrichter sie in Wechselstrom umwandeln und dann zum Beispiel erst nachts ins Netz abgeben. Das spart Netzausbau und Kosten. Für das wirtschaftliche Gelingen der Energiewende ist DC daher eine Schlüsseltechnologie.

DC-Kopplung von Photovoltaik-Großspeichern im Mischbetrieb

Neben der Demonstration dieser Vorteile geht es bei dem Test der Projektpartner am ZSW auch um die künftige Regulierung von Speichern, die neben dem erzeugten Grünstrom auch „grauen“ Strom aus dem Netz aufnehmen. Ein solcher Mischbetrieb ist bisher rechtlich untersagt, wird aber über eine neue Regulierung (MiSpeL) der Bundesnetzagentur künftig möglich sein. MiSpeL steht für Marktintegration von Speichern und Ladepunkten und kann die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichersystemen erheblich verbessern. Wie das konkret bei einem DC-geführten Speicher aussehen kann, soll das Testfeld zeigen.

Die dezentralen Sigenstacks werden außerdem auf einem speziell vom Partner Sunotec entwickelten Fundament errichtet. Die Unterkonstruktion benötigt keinen Beton, sondern fußt auf Rammpfosten. Dadurch will man die Flächenversiegelung vermeiden, wie sie für große Batteriecontainer meist üblich ist.

Quelle: Sigenergy | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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