Batterieproduktion auf Rekordniveau, Importabhängigkeit von China steigt

Ein Groß-Batteriespeicher auf der grünen Wiese aus der Vogelperspektive steht stellvertretend für den Batteriemarkt Deutschland 2025.Foto: corlaffra / stock.adobe.com
Der Ausbau von Batteriespeichern zählt zu den Wachstumstreibern des deutschen Batteriemarktes.
Der deutsche Batteriemarkt wächst 2025 auf 22,4 Milliarden Euro und nähert sich dem Rekordniveau von 2023. Treiber sind Elektromobilität und Energiespeicher. Doch die Branche warnt: Bei Lithium-Ionen-Batterien steigt die Importabhängigkeit von China weiter – mit Risiken für kritische Infrastrukturen.

Produktion auf Allzeithoch

Die Produktion von Batterien in Deutschland erreichte 2025 mit 8,1 Milliarden Euro einen Rekordwert. Gleichzeitig sieht der ZVEI die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des europäischen Batterieökosystems unter Druck. Dazu zählt nach Angaben des Verbandes unter anderem die weiterhin hohe Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten.

Hinter dem Rekordergebnis steht vor allem die Entwicklung bei Lithium-Ionen-Batterien. Ihr Produktionswert legte 2025 um 28 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zu. Als Haupttreiber nennt der ZVEI-Fachverband Batterien den dynamischen Hochlauf der Elektromobilität sowie die anhaltend hohe Nachfrage im Energiespeichermarkt.

Auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach Speichern deuten auch die Marktdaten des BSW-Solar hin. Demnach wurden 2025 in Deutschland knapp 600.000 neue stationäre Batteriespeicher mit einer Kapazität von rund 6,5 Gigawattstunden installiert – ein Plus von rund fünf Prozent gegenüber 2024. Besonders stark wuchs dabei der Markt für Groß-Batteriespeicher der Megawattklasse, der sich nach BSW-Angaben mehr als verdoppelte.

Gesamtmarkt knapp unter Rekord

Der gesamte deutsche Batteriemarkt – gemessen als Produktion plus Import minus Export – kam 2025 auf ein Volumen von 22,4 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von rund neun Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahr 2024. Das bisherige Rekordvolumen von 24,3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2023 wurde damit knapp verfehlt.

China dominiert Importe

Deutschland importierte 2025 Batterien im Wert von rund 22 Milliarden Euro. Dies bedeutet einen Anstieg um vier Prozent. China blieb mit einem Volumen von rund elf Milliarden Euro (plus 25 Prozent) der mit Abstand wichtigste Lieferant. Das Importvolumen aus China lag damit deutlich über dem gesamten Produktionswert der deutschen Batterieindustrie von 8,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig gingen die Importe aus anderen europäischen Ländern um elf Prozent zurück. Größter europäischer Lieferant war Ungarn mit 3,5 Milliarden Euro.

Die deutschen Exporte sanken leicht um 2,5 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Rund 70 Prozent davon gingen nach Europa. Die Ausfuhren nach Asien brachen um 34 Prozent ein.

Versorgung gesichert – Resilienz nicht

Trotz der positiven Produktionszahlen sieht die Branche strukturelle Risiken. Gunther Kellermann, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien, formuliert es deutlich: „Wenn diese unterbrochen werden oder einzelne Regionen ihre Exporte kurzfristig komplett einstellen, wird klar, wie verletzlich wir sind, insbesondere in kritischen Sektoren wie der Verteidigung oder bei Rechenzentren.”

Das Problem liegt vor allem bei Lithium-Ionen-Zellen. Bei Bleibatterien ist Europa laut ZVEI vergleichsweise resilient aufgestellt, bei der Lithium-Ionen-Technologie bestehe hingegen eine hohe Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten.

Net Zero Industry Act als Zielmarke

Die Branche unterstützt das Ziel des europäischen Net Zero Industry Act: Bis 2030 sollen mindestens 40 Prozent des jährlichen Batteriezellbedarfs aus eigener europäischer Produktion gedeckt werden. Als weiteren positiven Schritt bewertet der ZVEI die verstärkte Batterieforschungsförderung im Rahmen der Hightech-Agenda der Bundesregierung. Konkrete Investitionsanreize und verlässlich niedrigere Strompreise seien jedoch Voraussetzung dafür, dass aus Förderung industrielle Wertschöpfung entstehe.

Quelle: ZVEI e.V. – Verband der Elektro- und Digitalindustrie | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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