Wärmepumpenförderung im Gebäudemodernisierungsgesetz: BWP warnt vor Rückschritten

Drei Holzwürfel mit der Aufschrift Gebäudeenergiegesetz liegen auf Euro-Banknoten. Der geplante Nachfolger Gebäudemodernisierunsgesetz erfährt Kritik bei der Wärmepumpenförderung.Illustration: studio v-zwoelf / stock.adobe.com
Das Gebäudeenergiegesetz soll einem Gebäudemodernisierungsgesetz weichen – die Branche kämpft um den Erhalt der Heizungsförderung.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) kritisiert den Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes als unzureichend für die Wärmewende. Der Verband fordert klarere Vorgaben zur Förderung, zur Dimensionierung von Hybridheizungen und ein verbindliches Enddatum für fossile Energieträger. Für Installateure und Planer sind das relevante Signale: Die Förderbedingungen bleiben vorerst politisch umkämpft.

Kritik an der Biotreppe als Leitprinzip

Der BWP sieht in der Ausrichtung des Gebäudemodernisierungsgesetzes auf eine sogenannte Biotreppe eine Fehlsetzung. Die Biotreppe definiert stufenweise steigende Mindestanteile erneuerbarer Energien im Wärmemix – sie ist im Gesetzentwurf als zentrales Steuerungsinstrument vorgesehen. Der Verband hält diesen Ansatz für wenig geeignet, um Investitionssicherheit zu schaffen.

BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel kritisiert außerdem das Fehlen eines konkreten Enddatums für fossile Heizungssysteme: „Deutschland hat sich zur Klimaneutralität in 2045 verpflichtet. Wer heute eine Heizung kauft, wird diese auch in zwanzig Jahren noch betreiben.” Ohne entsprechende Klarstellung im Gesetz drohten Verbraucher falsche Investitionsentscheidungen zu treffen, so Sabel.

Hybridheizungen: Verband fordert Mindestanforderungen

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Hybridlösungen aus Wärmepumpe und fossiler Heizung in Ein- und Zweifamilienhäusern. Der Gesetzentwurf sehe keine Vorgaben zur Dimensionierung der Wärmepumpenkomponente vor. Der BWP fordert, dass Wärmepumpen in Hybridkonfigurationen mindestens denselben erneuerbaren Deckungsanteil leisten müssen, den die Biotreppe zum jeweiligen Zeitpunkt vorschreibt. Andernfalls könnten fossile Heizungen mit einer unterproportionierten Wärmepumpe rechnerisch grün gestellt werden, ohne einen nennenswerten Beitrag zur Emissionsreduktion zu leisten.

Förderung: Branche befürchtet Einschnitte im Haushalt

Die Koalitionsfraktionen hatten sich im Februar darauf verständigt, die BEG-Heizungsförderung bis mindestens 2029 fortzuführen. Der BWP befürchtet jedoch, dass diese Zusage in den laufenden Haushaltsverhandlungen unter Druck gerät.

Sabel verweist auf Evaluationsberichte zum Förderprogramm: Nach Unternehmensangaben löse jeder Fördereuro vier Euro privates Kapital aus. Die Branche beschäftigt nach eigenen Angaben rund 100.000 Menschen in Industrie und Handwerk. Zudem fließe ein Teil der Investitionen als Umsatzsteuer an Bund und Länder zurück.

Stiebel-Eltron-Vertreter Dr. Hendrik Ehrhardt warnt vor pauschalen Förderbeträgen: Diese begünstigten einen Unterbietungswettbewerb und gefährdeten heimische Wertschöpfung. Ein einkommensabhängiger Förderdeckel – etwa bei 90.000 Euro Jahreseinkommen – würde nach seiner Einschätzung die Kaufbereitschaft deutlich dämpfen.

Strompreisgestaltung als zweiter Hebel

Der BWP sieht die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen als Wechselwirkung aus Förderung und Strompreisen. Sabel verweist auf eine Zusage im Koalitionsvertrag, den Strompreis für alle Verbraucher um fünf Cent pro Kilowattstunde zu senken. Werde dieses Versprechen eingelöst, sinke der Förderbedarf automatisch.

Parlamentarisches Verfahren läuft – Förderausblick offen

Das Gebäudemodernisierungsgesetz debattierte der Bundestag vergangenen Donnerstag in erster Lesung. Es soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablösen beziehungsweise ergänzen. Die BEG-Heizungsförderung läuft über die KfW und sieht gestaffelte Zuschüsse in Abhängigkeit von Einkommenshöhe und Technologiewahl vor. Ob und wie die Fördersätze im Zuge der Haushaltsaufstellung 2026 angepasst werden, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt offen.

Die Branche drängt insofern auf Nachbesserungen vor einer abschließenden Parlamentslesung. Für Installateure und Planer bleibt die Förderlage bis zur Verabschiedung des Gesetzes und der Haushaltseinigung unsicher. Entscheidend wird sein, ob die Koalition die BEG-Konditionen stabil hält und Hybridvorgaben konkretisiert.

Quelle: Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e. V. | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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