Energy-Sharing-Angebot ohne Smart Meter: Bürgerwerke und Exnaton planen neues Modell
Foto: alphaspirit / stock.adobe.comMit dem Inkrafttreten von § 42c Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) ist Energy-Sharing erstmals rechtlich in Deutschland verankert. Die Bürgerwerke und Exnaton kündigen nun ein gemeinsames Angebot an, das über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen soll. Ziel ist es, Energy-Sharing auch für Haushalte zugänglich zu machen, die bislang nicht über ein intelligentes Messsystem (iMSys) verfügen.
Nach Angaben der Unternehmen wird die breite Umsetzung des gesetzlich geregelten Energy-Sharing derzeit durch den langsamen Rollout intelligenter Messsysteme sowie durch die erforderlichen Umsetzungen auf Seiten der Verteilnetzbetreiber gebremst. Das geplante Modell soll deshalb zusätzlich auf Standardlastprofilen basieren und damit eine Teilnahme auch ohne Smart Meter ermöglichen.
Energy-Sharing auf Basis von Standardlastprofilen
Während § 42c EnWG Energy-Sharing grundsätzlich auf Messdaten intelligenter Messsysteme ausrichtet, setzen die Partner auf einen ergänzenden Ansatz mit Standardlastprofilen. Dadurch könnten Energieversorger und Energiegenossenschaften entsprechende Angebote bereits vor einer flächendeckenden Ausstattung der Haushalte mit Smart Metern bereitstellen.
Die technische Grundlage des Angebots liefert Exnaton. Nach Unternehmensangaben wird die bestehende Plattform, die bereits dynamische Tarife für SLP-Kunden unterstützt, um Funktionen für SLP-basiertes Energy-Sharing erweitert. Die Software deckt dabei Prozesse wie Energieallokation, Tarifierung und Abrechnung ab.
Ein konkreter Marktstart wurde bislang nicht genannt. Weitere Informationen wollen die Unternehmen in den kommenden Monaten veröffentlichen.
Bedeutung für den Energy-Sharing-Markt
Die Ankündigung adressiert eine zentrale Herausforderung des deutschen Energy-Sharing-Marktes. Obwohl mit § 42c EnWG ein rechtlicher Rahmen geschaffen wurde, hängt die praktische Umsetzung bislang stark von der Verfügbarkeit intelligenter Messsysteme ab. Modelle auf Basis von Standardlastprofilen könnten den potenziellen Teilnehmerkreis deutlich erweitern und eine frühere Marktdurchdringung ermöglichen.
Ob und in welchem Umfang sich solche Angebote künftig neben den gesetzlich vorgesehenen iMSys-basierten Modellen etablieren können, dürfte von regulatorischen Rahmenbedingungen und der Akzeptanz bei Energieversorgern, Energiegenossenschaften und Kunden abhängen. Details zum Produktdesign und zum Marktstart stehen noch aus.
Quelle: Bürgerwerke eG / Exnaton AG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH