Rabot Energy, Clever-PV und Inexogy wollen Direktvermarktung von Photovoltaik-Strom anbieten

Häuser mit Photovoltaik-Anlagen über grüne Bögen mit dem Netz verbunden, die Direktvermarktung von Photovoltaik-Strom soll die EEG-Einspeisevergütung ersetzen.Grafik: Rabot Energy
Energiemanagement soll die Netzeinspeisung von Solarstrom in die Stunden verschieben, in denen man einen hohen Marktwert kassieren kann.
Die Unternehmen Rabot Energy, Clever-PV und Inexogy wollen den Solarstrom von kleinen Photovoltaik-Anlagen direkt vermarkten. Das Modell soll starten, sobald die EEG-Novelle verabschiedet ist, die ab 2030 die Direktvermarktung für neue Photovoltaik-Anlagen vorsieht.

Das Bundeskabinett hat sich heute auf einen Gesetzentwurf zur EEG-Novelle 2027 geeinigt. Demnach läuft die feste Einspeisevergütung für kleine Photovoltaik-Anlagen aus und Betreiber:innen müssen ihren Solarstrom direkt vermarkten. Statt der bisherigen festen Vergütung erhalten Betreiber kleiner Photovoltaik-Dachanlagen eine befristete Übergangszahlung sowie einen Direktvermarktungsbonus. Für bestehende Solaranlagen ändert sich nichts. Wer seine Anlage bis Ende 2026 in Betrieb nimmt, erhält die zugesagte Einspeisevergütung über die volle Laufzeit von 20 Jahren.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Direktvermarktungspflicht ab 2027 zunächst für Neuanlagen ab 50 Kilowatt gilt und bis 2030 auf alle Neuanlagen ausgeweitet wird. Die Unternehmen Rabot Energy, Clever-PV und Inexogy wollen ab Inkrafttreten der Neuregelung eine Lösung für die Direktvermarktung des Solarstroms von Kleinanlagen anbieten.

Energiemanagement soll Direktvermarktung von Photovoltaik-Strom optimieren

Die Partnerschaft der drei Unternehmen soll alle Schritte abdecken, die Betreiber für den Einstieg in die Direktvermarktung brauchen. Der Stromanbieter Rabot Energy vermarktet die eingespeiste Strommenge an der Strombörse und zahlt die erzielten Erlöse an die Kundinnen und Kunden aus. Das Softwareunternehmen Clever-PV will dafür sorgen, dass diese Erlöse möglichst hoch ausfallen – die Software des Unternehmens steuert Speicher, Wärmepumpe und Wallbox so, dass sich die Einspeisung von Solarstrom in Stunden mit hohem Marktwert verschiebt und bei negativen Börsenstrompreisen abgeregelt wird. Inexogy stellt als wettbewerblicher Messstellenbetreiber das intelligente Messsystem bereit – unabhängig vom Netzgebiet, bestellbar online mit wenigen Angaben. Damit soll eine der größten Hürden für die Direktvermarktung kleiner Photovoltaik-Anlagen wegfallen: Die bislang begrenzte Verfügbarkeit intelligenter Messsysteme.

Eine Schlüsselrolle spielt der Batteriespeicher. Dabei setzen die Unternehmen auf eine saisonal unterschiedliche Strategie. Im Sommer soll der Eigenverbrauch möglichst groß sein und überschüssiger PV-Strom fließt gezielt in die Stunden mit dem höchsten Marktwert ins Netz. Im Winter soll sich die Logik umdrehen. Der Speicher lädt in Stunden mit niedrigen oder negativen Börsenstrompreisen günstig aus dem Netz und versorgt den Haushalt, wenn Strom teuer ist. So verdient die Batterie auch in den dunklen Monaten Geld, statt ungenutzt im Keller zu stehen.

Einfacher Einstieg auch für Haushalte mit bestehender PV-Anlage

Auch Haushalte mit bestehender PV-Anlage können das neue Modell nutzen. Zusätzliche Hardware ist neben dem intelligenten Messsystem nicht nötig. Wer teilnehmen will, verbindet seine bestehende Solaranlage mit Clever-PV. Dabei ist kein Umbau und keine Extra-Box im Zählerschrank nötog. Die Optimierung läuft danach automatisch im Hintergrund, ohne Blick auf Börsenkurse und ohne manuelles Nachsteuern. Aus einer garantierten,Vergütung wird so ein Ertrag, der sich am tatsächlichen Wert des Stroms orientiert. Der Abschluss der Tarife soll möglich sein, sobald die Gesetzesänderungen in Kraft treten.

„Das Ende der Einspeisevergütung ist kein Grund, ein Solarprojekt aufzugeben, wir vermarkten den Strom an der Börse und geben die Erlöse weiter”, sagt Jan Rabe, CEO von Rabot Energy. Jonas Heumannskämper, Key Account Manager bei Inexogy, ergänzt: „Entscheidend dafür, dass das EEG 2027 nicht zu einem Einbruch des PV-Marktes führt, ist ein unkomplizierter Einstieg in die Direktvermarktung – auch für Anlagen unter 25 kW. Dafür liefern wir die Messtechnik, etablierte Prozesse und die API-Schnittstelle, über die clever-PV automatisiert auf die Messwerte zugreift.” Ob sich die Direktvermarktung für die Haushalte auch lohnt, ist umstritten. Ein Studie vom Fraunhofer ISE kommt zu dem Schluss, dass die Mehrkosten für einen Vier-Personen-Haushalt zwischen 185 und 277 Euro pro Jahr liegen und somit den Betriebe einer Photovoltiak-Anlage unwirtschaftlich machen.

Die neue Direktvermarktungslösung von Rabot Energy, Clever-PV und Inexogy soll auch als White-Label-Produkt auf den Markt kommen. Installateure, Fachpartner und Energieversorger, können damit ihren Kundinnen und Kunden die Photovoltaik-Direktvermarktung und Einspeiseoptimierung unter der eigenen Marke anbieten.

Quelle: Rabot Energy | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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