Erneuerbare Energien bleiben über der 20-Prozent-Marke
Grafik: AGEBErneuerbare Energien erreichten nach Angaben der AG Energiebilanzen im Jahr 2024 erstmals einen Anteil von mehr als 20 Prozent am deutschen Primärenergieverbrauch. Ihr Anteil stieg 2025 auf knapp 21 Prozent. Damit sind die Erneuerbaren nach Mineralöl (35,7 Prozent) und Erdgas (26,8 Prozent) die drittwichtigste Energiequelle Deutschlands sowie der wichtigste heimische Energieträger.
Innerhalb der vergangenen 20 Jahre stieg ihr Anteil am Primärenergieverbrauch von gut 5 Prozent auf nahezu 21 Prozent. Die Entwicklung wurde laut AG Energiebilanzen sowohl durch den Ausbau von Erzeugungsanlagen als auch durch Witterungseinflüsse sowie politische und regulatorische Rahmenbedingungen beeinflusst.

Erneuerbare Energien beim Bruttoendenergieverbrauch hinter EU-Zwischenziel
Für die europäische Energie- und Klimapolitik ist vor allem der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch maßgeblich. Die EU sieht für 2030 einen Anteil zwischen 42,5 und 45 Prozent vor. Deutschland hat sich im Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) verpflichtet, bis 2030 einen Anteil von 41 Prozent zu erreichen.
2024 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Deutschland bei 22,5 Prozent. Für 2025 weist die AG Energiebilanzen einen Wert von 23,8 Prozent aus. Damit liegt Deutschland nach diesen Angaben deutlich unter dem für 2025 vorgesehenen Zwischenziel von 27,9 Prozent.
Die Berechnung dieser Kennzahl erfolgt nach europäischen Vorgaben. Dabei werden unter anderem die Stromerzeugung aus Wind- und Wasserkraft normalisiert sowie spezielle Regelungen für Bioenergie und den Verkehrssektor berücksichtigt.
EEG-Zielgröße: 55,1 Prozent Anteil am Bruttostromverbrauch
Im Stromsektor entwickelten sich die erneuerbaren Energien besonders dynamisch. Nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erreichte ihr Anteil am Bruttostromverbrauch 2025 einen Höchstwert von 55,1 Prozent. Das EEG sieht vor, diesen Wert bis 2030 auf 80 Prozent zu steigern.

Die AG Energiebilanzen weist jedoch darauf hin, dass diese Kennzahl durch den europäischen Stromhandel beeinflusst wird. Da Deutschland 2025 netto rund 19 Terawattstunden Strom importierte, fällt die Quote niedriger aus als bei einer Berechnung auf Basis der inländischen Stromerzeugung.
Wird statt des Bruttostromverbrauchs die Bruttostromerzeugung als Bezugsgröße verwendet, ergibt sich für 2025 ein Anteil der erneuerbaren Energien von 57,2 Prozent. Die AG Energiebilanzen betont, dass diese Berechnung nicht den gesetzlichen Vorgaben des EEG entspricht und daher die offizielle EE-Quote nicht ersetzt.
Unterschiedliche Kennzahlen führen zu unterschiedlichen Aussagen
Nach Einschätzung der AG Energiebilanzen eignen sich Primärenergieverbrauch, Bruttoendenergieverbrauch, Bruttostromverbrauch und Bruttostromerzeugung jeweils für unterschiedliche Fragestellungen. Die Organisation empfiehlt daher, bei der Angabe von Anteilen erneuerbarer Energien stets die zugrunde liegende Bezugsgröße zu nennen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.
Die Zahlen für 2025 verdeutlichen die wachsende Bedeutung der erneuerbaren Energien für die Energieversorgung in Deutschland. Gleichzeitig zeigen sie, dass die Zielerreichung insbesondere im Wärme- und Verkehrssektor weiterhin eine Herausforderung bleibt. Beim Bruttoendenergieverbrauch besteht noch ein deutlicher Abstand zu den für 2030 angestrebten Werten.
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Quelle: AG Energiebilanzen (AGEB) | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH