BSW-Solar: Speicherausbau mit erheblichen Unsicherheiten verbunden

Kräne und Container auf grüner Wiese, ein Großbatteriespeicher-Park im Bau.Foto: ThomBal / stock.adobe.com
Derzeit sind Großbatteriespeicher mit 6 GWh Speicherkapazität am Netz. Bis 2029 könnte der Ausbau bei ungünstigen Rahmenbedingungen lediglich 15 GWh betragen.
Im Vorfeld der Leitmesse Intersolar Europe fordert der Bundesverband Solarwirtschaft von der Bundesregierung, Netzanschluss- und Regulierungshemmnisse für Großbatteriespeicher abzubauen. Denn Batteriespeicher sind eine Schlüsseltechnologie für die Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz.

Der deutsche Markt für Batteriespeicher wächst derzeit mit Rekordtempo. Allein im ersten Quartal 2026 sind mehr als zwei Gigawattstunden (GWh) zusätzliche Speicherkapazität in Betrieb gegangen. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der Großbatteriespeicher: Hier stieg der Zubau gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 290 Prozent auf über eine GWh.

Ob Deutschland in den kommenden Jahren ausreichend Speicherkapazitäten aufbauen kann, ist jedoch offen. Nach einer aktuellen Analyse der Unternehmensberatung Enervis könnte der Zubau von Großspeichern bis 2029 bei ungünstigen Rahmenbedingungen lediglich 15 GWh betragen. Weitere Projekte mit einer Kapazität von rund 58 GWh befinden sich in Planung, ihre Realisierung ist jedoch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sieht darin ein Warnsignal und fordert die Bundesregierung zum raschen Abbau von Netzanschluss- und Regulierungshemmnissen auf.

Derzeit verfügen die in Deutschland betriebenen Batteriespeicher über eine Gesamtkapazität von rund 30 GWh – davon rund sechs GWh Großspeicher. „Deutschland erlebt derzeit einen Speicherboom. Ob daraus tatsächlich die benötigten Speicherkapazitäten entstehen, hängt entscheidend von den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Batteriespeicher sind eine Schlüsseltechnologie für die Integration erneuerbarer Energien und damit für den Erfolg der Energiewende“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft.

Nach Einschätzung des BSW-Solar wird der Ausbau zunehmend durch langwierige und uneinheitliche Netzanschlussverfahren gebremst. Fehlende Standardisierung, unzureichende Digitalisierung und unterschiedliche Anforderungen der Netzbetreiber verzögerten zahlreiche Projekte. „Viele Investitionen stehen bereit. Doch zu lange Netzanschlussverfahren und regulatorische Unsicherheiten bremsen den Ausbau. Hier muss die Politik dringend handeln“, so Körnig.

Forderungen vom BSW-Solar für Großbatteriespeicher

  • eine Beschleunigung und Standardisierung von Netzanschlussverfahren für Batteriespeicher
  • die regulatorische Ermöglichung des Multi-Use-Betriebs von Batteriespeichern
  • die konsequente Nutzung von Speichern bei Redispatch-Maßnahmen und Netzengpässen statt der Abregelung erneuerbarer Energien
  • die Vereinfachung des Anschlusses von Batteriespeichern an bestehenden Netzanschlüssen von Erzeugungsanlagen sowie Gewerbe- und Industrieunternehmen

„Batteriespeicher senken Systemkosten, reduzieren Netzengpässe und stärken die Versorgungssicherheit. Ihr Ausbau darf nicht an vermeidbaren bürokratischen und regulatorischen Hindernissen scheitern“, sagt Körnig.

Solarstrom spart Deutschland seit 2020 Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe

Die mittlerweile in Deutschland installierten rund sechs Millionen Solarstromanlagen haben dem Land in den vergangenen sechs Jahren einen volkswirtschaftlichen Nutzen in dreistelliger Milliardenhöhe gebracht. Nach Berechnungen des BSW-Solar hat Photovoltaik zwischen 2020 und 2025 fossile Energieimporte im Wert von rund 20 Milliarden Euro ersetzt und zugleich Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro vermieden.

Insgesamt hat man in diesem Zeitraum knapp 390 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt. Diese Strommenge verdrängte im deutschen Stromsystem vor allem Erdgas- und Steinkohlekraftwerke und verringerte damit sowohl den Bedarf an fossilen Brennstoffimporten als auch die damit verbundenen Treibhausgasemissionen.

Quelle: BSW-Solar | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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