Marktintegration von Stromspeichern: BVES fordert Taten

Photovoltaik-Module, Windenergieanlagen und Batteriespeicher-Container, der BVES fordert, regulatorische Entscheidungen für die Marktintegration von Stromspeichern anzugehen.Illustration: scharfsinn86 / stock.adobe.com
Für Co-Location-Projekte braucht die Stromspeicher-Branche Planungssicherheit.
Die Bundesnetzagentur hat die gesetzliche Frist für die Mispel-Festlegung verstreichen lassen. Auch der Entwurf des FlexBG greift zu kurz. Der Speicherverband BVES bemängelt, dass der Bund regulatorische Entscheidungen verschiebt oder diese nicht den Anforderungen eines zukunftsfähigen Stromsystems entsprechen.

Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) kritisiert, dass die Bundesnetzagentur die gesetzlich vorgesehene Frist zur Festlegung “Mispel” (Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten) hat verstreichen lassen. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz hätte die Festlegung bis zum 30. Juni erfolgen müssen. „Gerade der Staat sollte sich an die Fristen halten, die er selbst setzt. Die erneute Verzögerung zerstört Vertrauen und verlängert die Unsicherheit für Unternehmen, die Milliarden in die Flexibilisierung unseres Energiesystems investieren wollen“, sagt Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES.

Die Festlegung ist laut BVES ein zentrales Element für die Marktintegration von Stromspeichern. Sie schafft erstmals einen regulatorischen Rahmen, mit dem Batteriespeicher erneuerbaren Strom und Netzstrom flexibel kombinieren können, ohne dabei automatisch EEG-Förderansprüche oder Privilegien nach dem Energiefinanzierungsgesetz zu verlieren. Gerade für Co-Location-Projekte sowie den weiteren Ausbau von Heim- und Gewerbespeichern hätte die Branche dringend Planungssicherheit benötigt.

„Seit Jahren setzt sich der BVES für praxistaugliche Regeln zur Marktintegration von Speichern ein. Dass ausgerechnet dieses für die Branche zentrale Verfahren erneut verschoben wird, lässt die Politik hinter ihrem eigenen Anspruch zurückbleiben, die Transformation unseres Energiesystems über den Markt zu lösen. Worten müssen Taten folgen.“, so Windelen weiter.

Entwurf des FlexBG unzureichend

Auch der parallel vorliegende Entwurf des Gesetzes zur Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren für mehr Flexibilität im Stromsystem (FlexBG) bleibt aus Sicht des Verbandes hinter seinem Anspruch zurück. Zwar begrüßt der BVES, dass man Anlagen im Rahmen des StromVKG künftig beschleunigt genehmigen soll. Für Stromspeicher schafft der Gesetzentwurf jedoch kaum zusätzliche Beschleunigung.

Auch die Regelungen des § 249 Abs. 6a BauGB werden laut BVES dem Bedarf moderner Co-Location-Projekte nicht gerecht. Energiespeicher sollte man dort, wo man Windenergie erzeugt, immer mitdenken. Denn die Bündelung von Windenergieanlagen und Speichern ermöglicht eine effizientere Nutzung bestehender Netzanschlüsse, reduziert den Netzausbaubedarf und erhöht die Flexibilität des Energiesystems. Der BVES fordert daher, die vorgesehenen Leistungsgrenzen und Planungsvoraussetzungen anzupassen. Energiespeicher müsse man auch bei größeren Windprojekten selbstverständlich mitplanen können. „Statt zusätzlicher Hürden braucht es einen klaren gesetzlichen Auftrag, Speicher als integralen Bestandteil moderner Windenergiegebiete vorzusehen“, sagt Windelen.

Branche braucht Planungssicherheit für Marktintegration von Stromspeichern

In den vergangenen Wochen beobachtete der BVES ein wiederkehrendes Muster: „Die Branche ist bereit zu investieren, die Technologien stehen bereit – doch regulatorische Entscheidungen werden verschoben oder bleiben hinter den Anforderungen eines zukunftsfähigen Stromsystems zurück. Deutschland kann es sich nicht leisten, beim Ausbau der Flexibilität weiter Zeit zu verlieren,” so Windelen.

Der BVES appelliert an Bundesregierung, Bundestag und Bundesnetzagentur, die zweite Jahreshälfte zu nutzen, um die offenen Verfahren abzuschließen und einen verlässlichen, investitionsfreundlichen Rahmen für Speicher zu schaffen. Denn ohne ausreichend Flexibilität lassen sich Versorgungssicherheit, wettbewerbsfähige Strompreise und die Integration erneuerbarer Energien dauerhaft nicht gewährleisten.

Auch für das bidirektionale Laden ist die Mispel-Festlegung von großer Bedeutung.

Quelle: BVES | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen