Mieterstromprojekt in Hamburg setzt auf virtuellen Summenzähler

Luftaufnahme einer mehrteiligen Wohnanlage mit begrünten Flachdächern und zahlreichen Photovoltaikmodulen. Die Solaranlagen sind auf mehreren Gebäuden installiert und von grünen Bäumen umgeben.Foto: Green Planet Energy eG
Mieterstromprojekt in Hamburg-Lokstedt: Auf den Dächern der Wohnanlage erzeugen 476 Photovoltaikmodule Solarstrom für die Versorgung von 143 Wohnungen.
In Hamburg-Lokstedt ist Anfang Juli 2026 ein Mieterstromprojekt mit 476 Photovoltaikmodulen in Betrieb gegangen. Nach Angaben der Projektpartner ermöglicht ein digitales Messkonzept mit virtuellem Summenzähler die Versorgung von 143 Wohnungen mit lokal erzeugtem Solarstrom und soll den technischen Aufwand gegenüber herkömmlichen Messkonzepten reduzieren.

Mieterstromprojekt in Hamburg startet mit digitalem Messkonzept

Das Mieterstromprojekt am Grandweg 67–75 und 95 in Hamburg-Lokstedt kombiniert Photovoltaik mit einem digitalen Messkonzept auf Basis eines virtuellen Summenzählers. Beteiligt sind der Bauverein der Elbgemeinden eG (BVE), die Green Planet Energy eG sowie die Hamburger Energienetze GmbH (HNE). Nach Angaben der Unternehmen erzeugen 476 PV-Module jährlich rund 181.000 Kilowattstunden Solarstrom. Dem steht ein Stromverbrauch der Wohnanlage von rund 336.939 Kilowattstunden pro Jahr gegenüber. Rechnerisch kann die Photovoltaikanlage damit mehr als die Hälfte des Strombedarfs der 143 Wohneinheiten decken.

Green Planet Energy hat nach Unternehmensangaben die PV-Anlage finanziert und übernimmt die Stromlieferung. Nicht vor Ort erzeugter Strom wird durch Ökostrom des Unternehmens ergänzt. Der angebotene Mieterstromtarif liegt laut Green Planet Energy bei einem angenommenen Jahresverbrauch von 2.000 Kilowattstunden rund 23 Prozent unter dem örtlichen Grundversorgungstarif. Damit wird die gesetzliche Vorgabe erfüllt, wonach Mieterstromtarife mindestens zehn Prozent unter der Grundversorgung liegen müssen.

Virtueller Summenzähler ersetzt zusätzliche Messtechnik

Kern des Projekts ist ein digitales Messkonzept mit intelligenten Messsystemen (iMSys) und einem virtuellen Summenzähler. Nach Angaben der Hamburger Energienetze werden dabei die Messwerte der einzelnen Smart Meter cloudbasiert zusammengeführt und bilanziert. Ein separater physischer Summenzähler im Zählerschrank entfällt.

Nach Unternehmensangaben reduziert dieses Verfahren den Installationsaufwand sowie zusätzliche Hardware und erleichtert insbesondere die Umsetzung in größeren Mehrfamilienhäusern oder Quartieren mit zahlreichen Zählpunkten. Die Hamburger Energienetze haben als grundzuständiger Messstellenbetreiber die intelligenten Messsysteme installiert und die messtechnische Umsetzung übernommen.

Weitere Projekte geplant

Die Projektpartner planen nach eigenen Angaben weitere Mieterstromvorhaben. Ein weiteres Projekt ist im Pergolenviertel in Hamburg-Winterhude vorgesehen. Zudem wollen die Hamburger Energienetze den virtuellen Summenzähler an mehreren Standorten mit insgesamt mehr als 1.000 Haushalten einsetzen.

Ausblick / Einordnung

Digitale Messkonzepte gelten als wichtige Voraussetzung für die breitere Umsetzung von Mieterstrommodellen in Mehrfamilienhäusern. Der Einsatz virtueller Summenzähler soll die messtechnische Umsetzung vereinfachen und könnte dazu beitragen, den Aufwand für künftige Projekte zu reduzieren. Ob sich das Konzept im größeren Maßstab etabliert, dürfte von den regulatorischen Rahmenbedingungen sowie der praktischen Umsetzung im Messstellenbetrieb abhängen.

Quelle: Green Planet Energy eG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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