Agri-PV-Projekt Steinhöfel: Baufortschritt bestätigt Doppelnutzung

Agri-PV als Bodenschutz für Pflanzen: Das Foto zeigt aus Kniehöhe Photovoltaik-Module im Sonnenlicht über grünen Nutzpflanzen.Foto: jeson / stock.adobe.com
Im Agri-PV-Projekt Steinhöfel sammeln die Projektbeteiligten erste Erfahrungen mit der landwirtschaftlichen Nutzung unter den erhöht installierten Photovoltaik-Modulen.
Beim Agri-PV-Projekt Steinhöfel in Brandenburg läuft der erste Bauabschnitt. Ein aktuelles Projektvideo gibt Einblicke in den Baufortschritt und erste Beobachtungen zur landwirtschaftlichen Nutzung unter den Photovoltaik-Modulen.

Auf der Baustelle in der Gemeinde Steinhöfel im Landkreis Oder-Spree sind die ersten erhöht montierten Modultische bereits errichtet. Nach Angaben der Projektentwicklerin SUNfarming GmbH und des am Projekt beteiligten Landwirts Benjamin Meise bestätigen erste Erfahrungen die angestrebte Doppelnutzung der Flächen für Stromerzeugung und Landwirtschaft.

Der erste Bauabschnitt umfasst eine Leistung von 106 Megawatt-Peak (MWp). Für diesen Abschnitt hatte das Projekt im vergangenen Jahr einen Zuschlag in der EEG-Ausschreibung erhalten. Insgesamt ist für den Klimapark eine installierte Leistung von bis zu 753 MWp auf rund 500 Hektar vorgesehen. Damit zählt das Vorhaben zu den größten geplanten Agri-Photovoltaik-Projekten Europas.

Agri-PV: Landwirtschaft unter den Modulen

Zum Einsatz kommen bifaziale Glas-Glas-Module, die mit einer lichten Durchgangshöhe von 2,10 Metern installiert werden. Dadurch soll die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen erhalten bleiben. Vorgesehen ist unter anderem der Anbau von Arznei- und Gewürzkräutern sowie weiterer Ackerfrüchte.

Im Video zum Baufortschritt berichtet Landwirt Benjamin Meise von ersten Eindrücken aus dem Projekt. Nach seinen Angaben entwickeln sich die Pflanzen unter den Modulen bislang besser als auf unbeschatteten Vergleichsflächen. Als mögliche Ursachen nennt er die geringere direkte Sonneneinstrahlung und günstigere Bedingungen für den Wasserhaushalt.

Nach Angaben von SUNfarming verteilt die eingesetzte Unterkonstruktion Niederschlagswasser so, dass unter den Modulen eine möglichst gleichmäßige Wasserversorgung der Pflanzen unterstützt wird. Aussagen zur langfristigen landwirtschaftlichen Entwicklung lassen sich aus den bisherigen Beobachtungen jedoch noch nicht ableiten.

Großprojekt mit Netzanschluss

Für die ersten 550 MWp liegen nach früheren Angaben von SUNfarming bereits die Baugenehmigungen vor. Ebenfalls geplant ist ein Umspannwerk, das gemeinsam mit SPIE Germany Switzerland Austria errichtet werden soll. Die Netzanbindung erfolgt über ein 110-Kilovolt-Kabelsystem. Der erzeugte Strom soll in das Hochspannungsnetz von E.DIS Netz eingespeist werden.

Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Steinhöfel, regionalen Landwirtschaftsbetrieben sowie weiteren Projektpartnern. Laut SUNfarming soll die Kombination aus Energieerzeugung und landwirtschaftlicher Nutzung zusätzliche wirtschaftliche Perspektiven für die Region schaffen.

Zwischenfazit zum Agri-PV-Projekt

Das Agri-PV-Projekt Steinhöfel zählt aufgrund seiner geplanten Leistung und Flächengröße zu den bedeutendsten Agri-PV-Vorhaben in Europa. Die jetzt vorgestellten Eindrücke aus dem laufenden Bau liefern erste praktische Hinweise auf die landwirtschaftliche Nutzung unter erhöht installierten Photovoltaik-Modulen. Belastbare Aussagen zur langfristigen Ertragsentwicklung werden jedoch erst der weitere Projektverlauf und die landwirtschaftliche Praxis ermöglichen.

Quellen: BRM Bundesverband Regenerative Mobilität + Versorgungssicherheit e.V. / SUNfarming GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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