Alfen und CATL vereinbaren 5 GWh Natrium-Ionen-Speicher für Europa
Foto: CATLMit einem vereinbarten Speichervolumen von 5 Gigawattstunden (GWh) wollen der niederländische Energiespezialist Alfen und der chinesische Batteriehersteller CATL den Einsatz von Natrium-Ionen-Batterien in Europa vorantreiben. Nach Angaben der Unternehmen sollen die Systeme in mittleren und großen Speicherprojekten zum Einsatz kommen. Angaben zu einem Zeitplan oder konkreten Vorhaben machten die Partner nicht.
Natrium-Ionen ergänzen die bisherige Speicherpartnerschaft
Die jetzige Kooperation knüpft an eine bestehende Zusammenarbeit der beiden Unternehmen an. Bereits 2023 schlossen Alfen und CATL eine langfristige Batterielieferpartnerschaft. 2024 bauten sie diese aus, um der steigenden Nachfrage nach Energiespeichern in Europa gerecht zu werden.
Mit der neuen Vereinbarung will Alfen sein Batterieportfolio über Lithium-Ionen-Systeme hinaus erweitern. Nach Unternehmensangaben soll die zusätzliche Zellchemie das Batterieportfolio diversifizieren, die Kostenstruktur der Speicherprodukte verbessern und die Abhängigkeit von Schwankungen der Lithiumpreise verringern. Dadurch will Alfen seine Wettbewerbsfähigkeit bei europäischen Ausschreibungen für mittlere und große Batteriespeicher stärken.
Natrium-Ionen-Batterien gelten als vielversprechende Ergänzung zu Lithium-Ionen-Systemen. Sie kommen ohne Lithium aus und werden vor allem für stationäre Energiespeicher als interessante Alternative diskutiert.
CATL startet Markteinführung seiner Natrium-Ionen-Plattform
Zeitlich fällt die Vereinbarung mit der Einführung von CATLs neuer Natrium-Ionen-Speicherplattform TENER Sodium zusammen. Das Unternehmen stellte das System im Juni 2026 vor und kündigte erste Auslieferungen für den chinesischen Markt ab September 2026 an. Globale Lieferungen sollen laut CATL ab Mitte 2027 folgen.
CATL gibt für TENER Sodium eine nutzbare Speicherkapazität von mehr als 30 Megawattstunden pro System an. Die Plattform soll sich in bestehende Speicherkonzepte integrieren lassen und gemeinsam mit Lithium-Eisenphosphat-(LFP)-Systemen eingesetzt werden können. Ob die vereinbarten 5 GWh vollständig mit der Speicherplattform TENER Sodium umgesetzt werden sollen, geht aus der gemeinsamen Pressemitteilung jedoch nicht hervor.
CATL baut Einsatz von Natrium-Ionen-Speichern aus
Parallel zur Produkteinführung treibt CATL den kommerziellen Einsatz der Natrium-Ionen-Technologie voran. Bereits im Frühjahr vereinbarte das Unternehmen mit dem chinesischen Speicherintegrator HyperStrong eine Zusammenarbeit über Natrium-Ionen-Batterien mit einem Volumen von 60 GWh innerhalb von drei Jahren.
Vor diesem Hintergrund erhält auch die Vereinbarung mit Alfen zusätzliche Bedeutung. Während HyperStrong den Hochlauf im chinesischen Markt unterstützen soll, verschafft die Kooperation mit Alfen CATL nach eigenen Angaben Erfahrungen mit europäischen Netzanforderungen und der Anpassung der Systeme an europäische Grid Codes.
Für Alfen eröffnet die Partnerschaft die Möglichkeit, stationäre Batteriespeicher künftig mit zwei unterschiedlichen Zellchemien anbieten zu können. Damit erweitert das Unternehmen sein Portfolio für große Speicherprojekte und ergänzt die bisherige Zusammenarbeit bei Lithium-Ionen-Systemen um eine weitere Batterietechnologie. Offen bleiben der Zeitplan für die Umsetzung sowie die Frage, welche Natrium-Ionen-Speicherplattform CATL im Rahmen der Kooperation liefern wird.
Quelle: Alfen N.V. / CATL Contemporary Amperex Technology Co., Limited | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH