Westnetz erleichtert Netzanschluss für Co-Located-Graustromspeicher

Grafiken: Westnetz GmbH
Beispielhafte Darstellung: Der Anschluss am Wunsch-NVP (Netzverknüpfungspunkt) ist auch mit FCA nicht immer technisch möglich und muss im Einzelfall geprüft werden.
Die Westnetz GmbH bietet eine neue flexible Anschlussvereinbarung für Graustromspeicher an, die gemeinsam mit einer Wind- oder Photovoltaikanlage an einem Netzanschlusspunkt betrieben werden. Das Modell soll den Netzanschluss solcher Co-Located-Speicher beschleunigen und vorhandene Netzkapazitäten effizienter nutzen.

Westnetz hat eine neue Anschlussregelung für Co-Located-Graustromspeicher eingeführt. Sie richtet sich an Batteriespeicher, die gemeinsam mit einer Photovoltaik- oder Windenergieanlage an einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt betrieben werden. Nach Angaben des Verteilnetzbetreibers können solche Speicher dadurch schneller angeschlossen werden als herkömmliche Graustromspeicher mit eigenem Netzanschluss.

Graustromspeicher beziehen ihren Ladestrom üblicherweise aus dem öffentlichen Netz. Im Co-Located-Konzept können sie zusätzlich Strom der direkt angeschlossenen Erneuerbare-Energien-Anlage aufnehmen. Grundlage dafür ist eine flexible Anschlussvereinbarung (Flexible Connection Agreement, FCA), die auf einer angepassten Betriebsweise der Anlagen basiert.

Technische Vorgaben für den gemeinsamen Netzanschluss

Voraussetzung für die Anschlussvereinbarung ist eine dauerhaft festgelegte maximale Einspeiseleistung (PAV,E) am gemeinsamen Netzanschlusspunkt. Dieser Leistungswert darf von Photovoltaik- beziehungsweise Windenergieanlage und Batteriespeicher zusammen nicht überschritten werden. Die Einhaltung überwacht ein sogenannter PAV,E-Regler. Zusätzlich wird die Fahrweise des Speichers abhängig von der Netzbelastung begrenzt.

Westnetz ordnet die neue FCA der Kategorie der regelbasiert-betriebsbedingten Leistungsbeschränkung zu. Ab einem definierten Schwellenwert reduziert sich die Einspeiseleistung des Batteriespeichers an Tagen mit hoher erneuerbarer Stromerzeugung schrittweise. Grundlage dafür sind regionale Erzeugungsprognosen für Wind- und Solarenergie. Ziel ist es, Netzengpässe zu vermeiden und den Redispatch-Bedarf zu verringern.

Innerhalb dieser technischen Rahmenbedingungen entscheiden die Anlagenbetreibenden selbst über den Betrieb ihrer Anlagen. Sie legen fest, wann die Erzeugungsanlage oder der Speicher Strom ins Netz einspeist und ob der Speicher Strom aus dem Netz oder aus der eigenen Erzeugungsanlage aufnimmt.

Flexible Netzanschlüsse gewinnen an Bedeutung

Westnetz verweist auf eine stark steigende Nachfrage nach Batteriespeichern. Im Netzgebiet des Unternehmens liegen nach eigenen Angaben Anschlussanfragen für Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 116 Gigawatt vor. Zum Vergleich: Die Höchstlast im Westnetz-Verteilnetz lag 2024 bei rund 12 Gigawatt.

Grundlage der neuen Anschlussvereinbarung sind seit 2025 mögliche flexible Netzanschlussvereinbarungen nach § 17 Abs. 2b Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und § 8a Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Sie ermöglichen Netzbetreibern, Anschlussleistungen unter definierten Betriebsbedingungen flexibel auszugestalten, um vorhandene Netzkapazitäten besser auszunutzen.

Flexible Netzanschlüsse als neues Steuerungsinstrument

Mit der neuen Anschlussvereinbarung erweitert Westnetz seine bisherige FCA-Strategie um eine weitere Anwendung. Nach einer ersten Lösung für EEG-Erzeugungsanlagen mit Grünstromspeichern folgt nun ein Modell für Co-Located-Graustromspeicher. Nach Angaben des Unternehmens sollen künftig weitere FCA-Modelle hinzukommen, unter anderem für Stand-alone-Batteriespeicher sowie für zusätzliche Erzeugungsanlagen an bestehenden Netzanschlüssen.

Flexible Netzanschlussvereinbarungen gelten als ein Ansatz, um Netzanschlüsse künftig stärker an der tatsächlichen Netzsituation auszurichten. Statt Anschlussleistungen dauerhaft auf die maximale Anlagenleistung auszulegen, sollen verfügbare Netzkapazitäten situationsabhängig genutzt werden. Dadurch könnten zusätzliche Erzeugungs- und Speicheranlagen schneller integriert werden, ohne unmittelbar einen Netzausbau zu erfordern.

Quelle: Westnetz GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen