Stadtwerke Tübingen integrieren Batteriespeicher im PV-Park

Ein Batteriespeicherpark von vorn.Foto: Oliver Ristau
Symbolbild: Batteriespeicher wie hier in Jardelund sind wichtig, um Solar- und Windstrom dauerhaft verfügbar zu machen.
Für die Stadtwerke Tübingen als Versorger bekommen große Batteriespeicher im Zusammenspiel mit Solar- und Windenergie eine zentrale Bedeutung. Aktuell erweitert das kommunale Unternehmen einen existierenden PV-Park in Traufwiesen um ein 30,1 MWh starkes Speichersystem.

An der Nordspitze ihres bislang in der Region größten Freiflächen-Solarparks Traufwiesen integrieren die Stadtwerke Tübingen (SWT) das erste selbst entwickelte Batterie-Energie-Speicher-System (BESS). Damit will der kommunale Versorger erste Erfahrungen im BESS-Segment sammeln. Wie das Unternehmen mitteilte, sei der Hintergrund ein wachsender Überschuss an Erneuerbaren Energien, vor allem der Photovoltaik.

Die überschüssige Energie in Batterien zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz abzugeben, liege deshalb nahe. Batteriespeicher bildeten dadurch einen weiteren Baustein der Energiewende. Für die Fläche des Batteriespeicher-Parks nutze das Unternehmen einen kleinen Teil des Solarparks Traufwiesen. Die Stadtwerke bauten dafür ca. 200 Kilowatt – rund zwei Prozent der Gesamtleistung – am nördlichen Ende zurück.  

Der neue Batteriespeicher-Park Großholz verfüge über eine von Leistung 13,8 MW (Megawatt) für Be- und Entladung und eine Speicherkapazität von 30,1 Megawattstunden (MWh). Dies sei eine auch wirtschaftlich lukrative Erweiterung. Bei mittlerweile 13 eigenen Wind- und 25 Freiflächen-Solarparks seien BESS für die SWT ein perspektivisch wichtiges Thema, das im Bereich der erneuerbaren Energien bei immer mehr Anlagen mitgedacht und umgesetzt wird. Der Solarpark Traufwiesen wird damit der dritte Solarpark mit Batteriespeicher im Stadtwerke-Portfolio. Für das Projekt investieren die SWT einen hohen einstelligen Millionenbetrag.

Als Graumstromspeicher geplant

Der Batteriespeicher lasse sich als sogenannter ‚Graustromspeicher‘ sowohl aus dem Solarpark als auch aus dem Stromnetz beladen. Die Ausspeisung erfolgt ebenfalls direkt ins Netz. Er ermögliche Vermarktungsmöglichkeiten, in erster Linie aus dem Verkauf des gespeicherten Stroms. Für diese Misch-Nutzung steht allerdings noch eine Regulierung der Bundesnetzagentur (MiSpeL) aus. Die Solarthemen berichteten.

Immer häufiger passiert es insbesondere im Süden Deutschlands, dass große Freiflächen-PV-Anlagen tagsüber bei strahlendem Sonnenschein abgeschaltet werden müssen. Deshalb kommen dafür immer häufiger flexible Netzanschluss-Vereinbarungen zum Tragen wie die Solarthemen in einem S+-Artikel beschreiben. Ein Batteriespeicher-Park trage dazu bei, diese Lücke zu schließen und in solchen Szenarien Sonnenstrom auf einfache und sinnvolle Weise abzunehmen. Immer häufiger entstehen deshalb Großbatteriespeichersysteme direkt bei PV-Freiflächen- oder Windkraftanlagen.

Quelle: Stadtwerke Tübingen | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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