Wasserstoff-Eisen-Flow-Batterie mit bis zu 800 MWh geplant
Foto: ElestorDie Wasserstoff-Eisen-Flow-Batterie soll bis 2031 am Windpark Zeewolde entstehen. Geplant ist eine Speicherdauer von 10 bis 40 Stunden. Die Batterie wird direkt an das geschlossene Verteilnetz am Standort Vogelweg angeschlossen, zu dem auch der Windpark gehört. Ziel ist es, Windstrom bei hoher Erzeugung zwischenzuspeichern, Lastspitzen im Stromnetz zu reduzieren und vorhandene Netzkapazitäten besser zu nutzen.
Wasserstoff-Eisen-Flow-Batterie startet mit vorkommerzieller Anlage
Elestor mit Sitz im niederländischen Arnhem entwickelt Langzeitspeicher auf Basis der Wasserstoff-Eisen-Flow-Technologie. Im kommenden Jahr will das Unternehmen nach eigenen Angaben seine letzte vorkommerzielle Anlage installieren. Damit wird die Wasserstoff-Eisen-Flow-Batterie unter realen Einsatzbedingungen erprobt und soll so ihre Marktreife demonstrieren. Anschließend ist der Aufbau eines kommerziellen Batteriesystems vorgesehen. Die Projektpartner wollen die geplante Größenordnung 2031 erreichen.
Mit einer schrittweisen Skalierung wollen sie technische, betriebliche und kommerzielle Erfahrungen sammeln und Projektrisiken reduzieren. Abhängig von der endgültigen Konfiguration und weiteren Entwicklung könnte die Anlage nach Angaben von Elestor zu den größeren Flow-Batterieprojekten Europas gehören.
Leistung und Speicherkapazität lassen sich getrennt skalieren
Die Flow-Batterie arbeitet mit einer Eisensulfatlösung und gasförmigem Wasserstoff. Die elektrochemische Reaktion findet in einem Membranstapel aus Zellen statt, der mit den Speichern für die beiden Medien verbunden ist. Durch diesen Aufbau lassen sich Leistung und Speicherkapazität unabhängig voneinander dimensionieren.
Elestor hat sich nach eigenen Angaben bewusst gegen eine Wasserstoff-Brom-Chemie und für die Kombination Wasserstoff-Eisen entschieden. Als Gründe nennt das Unternehmen die Eignung für den praktischen Einsatz und das aktuelle geopolitische Umfeld bei der Rohstoffversorgung.
Bei gleichbleibender Leistung ergeben sich 200 MWh für zehn Stunden beziehungsweise 800 MWh für 40 Stunden. Laut Elestor lässt sich die Technologie grundsätzlich auf bis zu 150 Stunden Speicherdauer skalieren. Bei Langzeittests erreichte das System nach Angaben des Unternehmens auf Systemebene eine Round-Trip-Effizienz von mehr als 75 Prozent.
Windpark Zeewolde entwickelt sich zum Energie-Hub
Windpark Zeewolde ist ein Bürgerwindpark mit 320 MW Leistung und gehört mehr als 200 Landwirten, Einwohnern und Unternehmern aus der Region. Parallel zum geplanten Langzeitspeicher baut Windpark Zeewolde bereits gemeinsam mit Rabobank und Eneco einen Batteriepark mit 33 MW Leistung und 65 MWh Speicherkapazität. Der Batteriepark speichert überwiegend Strom aus dem Windpark und reduziert dadurch die Netzbelastung.
Die Wasserstoff-Eisen-Flow-Batterie soll künftig deutlich längere Speicherzeiten ermöglichen. So lassen sich Stromerzeugung, kurz- und längerfristige Speicherung sowie flexible Nutzung stärker miteinander verknüpfen.
Langzeitspeicher soll Netzkapazitäten besser nutzen
Für das Speicherprojekt steht damit bereits ein Standort mit Netzanbindung und großskaliger Windstromerzeugung zur Verfügung. Der geplante Ausbau bis 2031 zeigt zugleich, dass die Wasserstoff-Eisen-Flow-Batterie zunächst den Übergang von der vorkommerziellen Erprobung zum kommerziellen Einsatz durchlaufen muss. Die Speicherdauer von bis zu 40 Stunden soll es ermöglichen, Windstrom über längere Zeiträume zu verschieben, Abregelung zu begrenzen und verfügbare Netzkapazitäten besser auszunutzen.
Quelle: Elestor B.V. | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH