Sonntag Energy übernimmt Agri-PV-Geschäftsbereich von Gridparity
Foto: Sonntag EnergyDie Sonntag Energy GmbH übernimmt aus der Insolvenz der Gridparity AG den Geschäftsbereich Agri-PV und will damit eine Skalierung der Agri-PV ermöglichen. Zur Übernahme gehören die Marke Agri-PV, die Domains agripv.de und agri-pv.de sowie der gesamte Webauftritt der Gridparity AG. Gridparity gehörte laut Sonntag Energy zu den Pionieren der Agri-PV in Deutschland. Das Unternehmen habe die Entwicklung der Technologie maßgeblich mitgeprägt. Mit einer eigenen Solarmodul-Reihe, eigenen Projektierungen und insbesondere mit dem Wissenstransfer in die Praxis habe das Unternehmen wichtige Grundlagen für den Markt geschaffen.
Sonntag Energy will diese Arbeit fortführen und zugleich einen eigenen Schwerpunkt setzen: Die Verbindung von Agri-PV, Batteriespeichern und Energiehandel. Denn mit der zunehmenden Einspeisung erneuerbarer Energien verändert sich auch der Wert von Solarstrom. Entscheidend ist nicht mehr allein, wie viel Strom eine Anlage erzeugt, sondern wann dieser Strom verfügbar ist, wie man ihn speichert und zu welchem Zeitpunkt man ihn vermarkten kann. Hier will Sonntag Energy ansetzen und will auch Projekten, die unter den derzeit schwierigen regulatorischen Rahmenbedingungen wirtschaftlich unter Druck geraten sind, eine Perspektive geben.
„Wir haben uns nicht in die EEG-Hängematte gelegt, sondern nach Lösungen gesucht“, sagt Mark Kugel, Co-Founder von Sonntag Energy. „Dafür haben wir unsere Expertise in Photovoltaik, Batteriespeichern und Energiehandel zusammengebracht. So können wir Strom gezielter vermarkten, Netzinfrastruktur besser nutzen und die Wirtschaftlichkeit von Agri-PV-Projekten deutlich verbessern, mit oder ohne Unterstützung aus der Politik.“
Sonntag Energy will Batteriespeicher mit Agri-PV kombinieren
Batteriespeicher verändern das Geschäftsmodell Agri-PV grundlegend. Aus einer Photovoltaik-Anlage, die Solarstrom erzeugt, wird ein integriertes Energiesystem, das Erzeugung, Speicherung, Vermarktung und Verbrauch miteinander verbindet. Batteriespeicher eröffnen neue Möglichkeiten, Strom dann zu nutzen oder zu vermarkten, wenn er wirtschaftlich besonders wertvoll ist, vorhandene Netzanschlüsse besser auszulasten und erneuerbare Energie stärker mit dem Energiebedarf landwirtschaftlicher Betriebe zu verbinden.
„Die entscheidende Frage bei Agri-PV wird künftig nicht mehr nur sein, wie viel Strom eine Anlage erzeugt. Es geht darum, was mit diesem Strom passiert“, sagt Josef Haverkampf, Co-Founder von Sonntag Energy. „Wer Erzeugung, Speicher, Netz und Verbrauch zusammendenkt, schafft neue Spielräume für die Wirtschaftlichkeit. Genau darin liegt aus unserer Sicht die nächste Entwicklungsstufe der Agri-PV.“
Dieser Ansatz eröffnet unterschiedliche Perspektiven: Man kann Stromspeicher gemeinsam mit einer Agri-PV-Anlage betreiben und bestehende Netzanschlüsse besser nutzen. Batteriespeicher können aber auch unabhängig von einer Erzeugungsanlage am Strommarkt eingesetzt werden. Auch für bestehende EEG-Anlagen können sie ein wichtiger Schritt sein, um den erzeugten Strom stärker selbst zu nutzen und landwirtschaftliche Prozesse zunehmend zu elektrifizieren.
Agri-PV skalieren
Mit der Übernahme des Agri-PV-Geschäftsbereichs will Sonntag Energy nicht nur bestehende Projekte weiterführen, sondern einen Beitrag dazu leisten, Agri-PV in Deutschland auf die nächste Entwicklungsstufe zu bringen. Dafür braucht es aus Sicht des Unternehmens neben technologischer Weiterentwicklung vor allem Strukturen, Know-how und wirtschaftliche Modelle, die sich auf viele Projekte übertragen lassen. „Wenn Agri-PV wirklich skalieren soll, brauchen wir mehr als einzelne Leuchtturmprojekte“, so Kugel. „Wir müssen Erfahrungen bündeln, bestehende Projekte weiterentwickeln und Lösungen schaffen, die sich auf unterschiedliche landwirtschaftliche Betriebe und Standorte übertragen lassen. Genau hier liegt für uns der Wert der Übernahme.“
Für die von der Insolvenz betroffenen Landwirtinnen und Landwirte bedeutet das: Ihre Projekte sollen eine Perspektive bekommen. Sonntag Energy lädt bestehende Projektpartner ebenso wie Interessierte, die sich bereits mit Gridparity über ein Agri-PV-Vorhaben ausgetauscht haben, dazu ein, direkt Kontakt aufzunehmen. Gemeinsam will man prüfen, wie sich die jeweiligen Vorhaben unter den heutigen Bedingungen weiterentwickeln lassen.
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