Österreich: Diskussion um Netzentgelte für Batteriespeicher

Ein Batteriespeicher neben Solarmodulen, in Österreich gibt es eine Diskussion um Netzentgelte für Batteriespeicher.Foto: Wien Energie / Max Kropitz
Ein Batteriespeicher aus ausgemusterten Autobatterien in Wien. E-Control will nur Stand-Alone-Batteriespeicher von Netzentgelten zu befreien.
Die Regulierungsbehörde E-Control Austria will Netzentgelte für Stand-Alone-Batteriespeicher streichen. Batteriespeicher, die an Photovoltaik- oder Windkraftanlagen gekoppelt sind, will sie aber von dieser Begünstigung ausschließen. Wird die Batterie nachgewiesen netzentlastend betrieben, muss sich dies bei Netzgebühren niederschlagen, fordert der Verband PV&B Austria.

Der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria) übt scharfe Kritik an der Debatte über die künftige Ausgestaltung der Netztarife für Batteriespeicher in Österreich. PV&B Austria ist seit August der neue Name des alten Photovoltaik-Verbandes PV Austria. Österreich plant Stand-Alone-Batteriespeicher unter strengen Voraussetzungen von Netzentgelten zu befreien. Batteriespeicher, die an Photovoltaik- oder Windkraftanlagen gekoppelt sind (Hybrid-Projekte), will E-Control aber von dieser Begünstigung ausschließen. Dabei könnte das Land laut PV&B Austria so langfristig Netzkosten in der Höhe von 15 Milliarden Euro einsparten. Das wäre immerhin ein Drittel der angenommenen Kosten für den Netzausbau. Das würde die Netzentgeltbelastung der Stromkund:innen in Österreich dämpfen.

Wirkung auf Stromnetz sollte entscheiden

Aus Sicht von PV&B Austria darf nicht die Projektform über die Netzentgeltbefreiung eines Batteriespeichers entscheiden. Maßgeblich muss sein, ob man mit einem Batteriespeicher nachweislich das Stromnetz entlastet. Gerade Hybrid-Projekte können die bereits vorhandene Netzinfrastruktur der in unmittelbarer Nähe befindlichen Photovoltaik-Anlage mitnutzen, wodurch Netzausbau entfällt. Auch tragen diese Stromspeicher in dieser Betriebsform aktiv zur Netzentlastung bei. Ein doppelter Win-Win Effekt, den die E-Control bei den Netztarifen jedoch noch nicht berücksichtigt.

„Es wird von den Erneuerbaren verlangt, dass sie sich in das Energiesystem einfügen. Wird die Batterie nachgewiesen netzentlastend und damit kostensparend betrieben, muss sich das bei den Netzgebühren für ein Batteriespeicherprojekt niederschlagen. Diese Fakten müssen anerkannt werden. Wir sind weder Bittsteller noch Trittbrettfahrer, sondern fordern transparente und faire Entscheidungen“, sagt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV&B Austria.

Der Verband fordert daher E-Control auf, die Netzdienlichkeit von Batterien objektiv und faktenbasiert zu bewerten und auch die künstliche Benachteiligung von Speicher bei Hybrid-Projekten aufzuheben. „Nur mit praxistauglichen Rahmenbedingungen können Speicher ihren Beitrag zu einem stabilen und leistbaren Stromsystem leisten. Das war bereits in der Begutachtung unser Standpunkt und diesen verfolgen wir bis zur Finalisierung der Netzentgeltreform“, so Paierl.

Quelle: PV&B Austria | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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