Österreich: Photovoltaik-Ausbauziele im geplanten EABG zu gering
Foto: PV Austria / Thomas UnterbergerDie aktuell diskutierten Ausbauziele des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) in Österreich drohen laut Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) den raschen Umstieg auf die heimische und kostengünstige Solarenergie auszubremsen. Ausbauziele sind nach Ansicht des Verbandes keine politische Verhandlungsmasse. Sie ergeben sich aus dem steigenden Strombedarf und dem Anspruch, die Abhängigkeit von teuren, fossilen Energieimporten zu beenden. PV Austria appelliert daher an Bundesregierung, Parlamentsparteien und Länder, die Blockadehaltung aufzugeben und die verbleibende Verhandlungszeit für ein wirksames Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz mit ambitionierten Photovoltaik-Ausbauzielen zu nutzen.
„Die anhaltende Diskussion über die Höhe der Ausbauziele ist zunehmend skurril. Mehrere Bundesländer haben bereits heute höhere eigene PV-Ausbauziele als jene Werte, die nun im EABG festgeschrieben werden sollen. Mehr als die Hälfte der Länder würde nach aktuellem Stand ihre Zielvorgaben bereits mit Inkrafttreten des Gesetzes erfüllen. Das ist keine Beschleunigung, sondern eine Einladung zum Nichtstun. Damit wird den Bundesländern faktisch die Hängematte aufgestellt“, sagt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria.
Jede zusätzliche Photovoltaik-Anlage und jeder zusätzlicher Batteriespeicher stärkt laut Verband die österreichische Energiesouveränität und senkt die Abhängigkeit von teuren Energieimporten. „Wer ausgerechnet jetzt die Ausbauziele zurücknimmt, verlängert die Abhängigkeit von Öl und Erdgas und riskiert weiterhin Phasen hoher Strompreise für Haushalte und Unternehmen“, sagt Paierl.
Mehr als 1.200 Tage nach der ersten Ankündigung des EABG diskutiere man noch immer über Zielwerte, die sich eigentlich aus dem künftigen Strombedarf Österreichs ableiten müssten. „Die Physik verhandelt nicht. Der Strombedarf der Zukunft lässt sich nicht durch niedrigere Zielwerte reduzieren”, sagt Paierl. Die verbleibende Verhandlungszeit müsse man nutzen, um das Beschleunigungsgesetz an den tatsächlichen Erfordernissen auszurichten und Österreich auf Kurs Richtung Energieunabhängigkeit zu halten.
Quelle: PV Austria | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH