Wann sich Repowering von Solarparks lohnt

Luftbild eines PV-Parks mitr optisch unterschiedlichen PV-Modulen.Foto: Greenbuddies
Ein 11,7 MW starker PV-Park in Gotha braucht nach der Modernisierung mit leistungsstärkeren Modulen nur noch zwei Drittel der ursprünglichen Fläche.
Das Startup Greenbuddies beziffert die Vorteile der Modernisierung von Solarparks. Insbesondere bei Anlagen bis 2011 und älter kann sich Repowering wirtschaftlich rechnen.

Das Unternehmen Greenbuddies sieht eine wachsende Nachfrage für das Repowering von Solarparks. Wie das Unternehmen mitteilte, erreichten insbesondere Anlagen aus dem Jahr 2011 oder früher zunehmend einen Punkt, an dem Betreiber ihre Strategie für die kommenden Betriebsjahre überprüfen sollten. Das Unternehmen habe bisher rund 30 Modernisierungs- und Repoweringprojekte in Deutschland begleitet.

Würden ältere Komponenten nach rund 15 Betriebsjahren durch moderne Technologie ersetzt, ließe sich der Wirkungsgrad einer PV-Anlage um bis zu 30 Prozent erhöhen. Ein neues Modul könne dadurch heute leistungsmäßig bis zu zwei ältere Module ersetzen.

Für den weiteren Betrieb bestehender Solarparks seien zudem die wesentlichen Voraussetzungen häufig bereits gegeben: Flächen erschlossen, Zufahrten und Unterkonstruktionen vorhanden und die Anlagen an das Stromnetz angeschlossen.

Auch Weiterbetreib kann wirtschaftlich sein

„Wir sehen, dass die Nachfrage nach der Modernisierung bestehender Solarparks in Deutschland steigt. Die erste größere Generation deutscher Solarparks erreicht jetzt einen Punkt, an dem Betreiber Entscheidungen für die nächsten zehn bis 15 Betriebsjahre treffen müssen“, sagt Andrey Reifschneider von Greenbuddies. „Das bedeutet jedoch nicht, dass jede ältere Anlage vollständig erneuert werden sollte. Arbeitet ein Solarpark zuverlässig und liefert die erwarteten Erträge, kann der Weiterbetrieb die wirtschaftlich sinnvollere Lösung sein. Entscheidend ist die Bewertung des einzelnen Projekts.“

Wann Modernisierung Sinn macht

Als Orientierung betrachtet Greenbuddies Anlagen aus dem Jahr 2011 oder früher. Entscheidend seien der technische Zustand, die tatsächliche Anlagenleistung und die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Das Unternehmen nennt Hinweise auf einen möglichen Modernisierungsbedarf:

  • sinkende Energieerträge,
  • wiederkehrende Ausfälle,
  • nicht mehr verfügbare Ersatzteile,
  • defekte Wechselrichter,
  • Schäden oder Verluste in der DC-Verkabelung sowie
  • steigende Reparaturkosten.

Auch veränderte betriebliche Anforderungen oder die geplante Integration eines Batteriespeichers könnten eine technische Neubewertung erforderlich machen. Neben technischen Gründen können auch wirtschaftliche Überlegungen für ein Repowering sprechen. Interessant kann es beispielsweise sein, wenn die installierte Gesamtleistung beibehalten werden soll, etwa um weiterhin vom ursprünglichen Einspeisetarif zu profitieren.

Am Anfang sollte deshalb eine Zustands- und Leistungsanalyse stehen. Diese umfasse Module, Wechselrichter, Verkabelung und Unterkonstruktion sowie die tatsächlichen Erträge der Anlage. Auf dieser Grundlage lasse sich entscheiden, ob die bestehende Technik weiterbetrieben, einzelne Komponenten ausgetauscht oder größere Anlagenteile modernisiert beziehungsweise erweitert werden sollten.

Drei Beispiele

Beim Solarpark SKV Büttel habe Greenbuddies gemeinsam mit der DiSUN Deutsche Solarservice GmbH eine Photovoltaikanlage mit 19,6 Megawatt Spitzenleistung (MWp) repowert. Im Rahmen des Projekts wurden 87.100 Module und 1.180 Wechselrichter demontiert sowie 27.418 neue Module und 220 Wechselrichter installiert. Die ursprünglich um das Jahr 2010 installierten Solarmodule hatten einen maximalen Wirkungsgrad von etwa 14 Prozent, die neu eingesetzten Module von bis zu 24 Prozent erreicht. Zusätzlich fand eine Erneuerung der DC- und AC-Verkabelung statt.

In Gotha ging es um die Modernisierung einer Photovoltaikanlage aus dem Jahr 2012 mit ursprünglich 11,7 MWp . Mehr als 50.000 ältere Glasmodule wurden unter technisch anspruchsvollen Bedingungen demontiert. Nach einer Neuverlegung der Strings installierte Greenbuddies auf rund zwei Dritteln der Fläche knapp 22.000 Module mit jeweils 545 Wp.

In einem Projekt in Wölfersheim auf einer ehemaligen Brachfläche habe die Firma auf der bestehenden Unterkonstruktion zusätzlich 1,5 MWp installiert. Die Leistung des Solarparks sei damit auf derselben Fläche um 25 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Anlagenstand gestiegen.

Das Repowering ende nicht mit dem Modultausch. Modernisierungen umfassten neben dem Einbau neuer Komponenten auch die Demontage, technische Anpassungen und den Umgang mit ausgebautem Material. Funktionsfähige Bauteile ließen sich als Ersatzteile weiternutzen oder fachgerecht recyceln. Je nach Projekt übernehme Greenbuddies gemeinsam mit einem Vertragspartner auch Rücknahme, Transport und Recycling ausgebauter PV-Module innerhalb der EU.

Quelle: Greenbuddies | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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