SpotmyEnergy: Direktvermarktung für Solarstrom ab 2027

Portrait von Jochen Schwill, Gründer und Geschäftsführer von SpotmyEnergy.Foto: SpotMyEnergy
Jochen Schwill ist Geschäftsführer von SpotmyEnergy.
Für PV-Anlagen, die künftig kaum oder keine EEG-Vergütung erhalten, bietet SpotMyEnergy einen neuen Tarif an. Damit will der Direktvermarkter die Erlöse für die Kundschaft erhöhen.

Der Stromanbieter SpotmyEnergy wendet sich mit einem Produkt zur Direktvermarktung an Kunden, deren PV-Anlagen künftig kaum noch eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten. Wie das Kölner Unternehmen mitteilte, ist ein Smart Meter für den neuen Tarif eine Voraussetzung. Der Tarif lasse sich ferner bereits jetzt abschließen, werde aber erst aktiviert, wenn er günstiger ist als die schrittweise entfallende staatliche Förderung. SpotmyEnergy wolle so automatisch die möglichen Einnahmen für seine Kunden maximieren, etwa indem der selbst erzeugte Strom in einem vorhandenen Batteriespeicher zwischengespeichert und erst zum günstigsten Zeitpunkt ins Netz abgegeben werde.

„Viele unserer Partner-Installationsbetriebe fragen schon heute, wie sie ihren Kunden Planbarkeit bieten können, wenn sie im kommenden Jahr eine neue Solaranlage installieren“, sagt Jochen Schwill, Gründer und Geschäftsführer von SpotmyEnergy. „Genau darauf wollen wir mit unserem neuen Tarif eine Antwort geben.“

Der aktuelle Entwurf für die EEG-Novelle sieht vor, dass die meisten ab 2027 eingebauten privaten Solaranlagen nur noch drei Jahre lang eine feste Förderung pro eingespeister Kilowattstunde erhalten, die zudem alle sechs Monate sinkt. Anschließend müssen sie ihren überschüssigen Strom kostenlos abgeben – oder in die Direktvermarktung wechseln, für die es dann noch vier Jahre lang einen Zuschuss von 1,5 Cent pro eingespeister Kilowattstunde geben würde.

Verkaufserlöse mit Speicher höher

Sobald der neue Tarif aktiv sei, verkaufe SpotmyEnergy den selbst erzeugten Strom der Haushalte am Day-Ahead-Markt der europäischen Strombörse EPEX. Weil dort insbesondere in sonnenreichen Stunden die Preise oft niedriger sind als der Durchschnitt, optimiere SpotmyEnergy die Einspeisung. Dann werde entsprechend der Preisvorhersage zum Beispiel mittags erzeugter Strom zunächst zwischengespeichert, um ihn erst später zu höheren Preisen zu verkaufen.

Neben höheren Einnahmen für die Haushalte bedeute zeitversetztes Einspeisen auch, dass der Strom netzdienlicher als bisher sei. Wenn genügend Haushalte mit Batteriespeicher entsprechend handeln, sorge das langfristig zudem für stabilere Preise an der Strombörse. Es verhindere ferner, dass Anlagen wegen Überproduktion abgeregelt werden müssen.

Voraussetzung ist, dass Haushalte via Smart Meter Stromverbrauch und -einspeisung in viertelstündlichen Intervallen an den Netzbetreiber übermitteln können.

„SmartFlux schließt die Lücke, die die wegfallende EEG-Einspeisevergütung hinterlassen wird“, sagt Jochen Schwill. „Haushalte mit PV-Anlage werden so von staatlich geförderten Erzeugern zu echten Verkäufern, die am Strommarkt auftreten.“

Quelle: SpotMyEnergy | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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