Batteriespeicher Schuby startet technische Prüfphase

Gruppenfoto beim Speichertag Schuby mit Petra Schulze, Wolfgang Buschmann, Franziska Fischer, Georg Gallmetzer, Claus Ruhe Madsen und Nils Brodersen, von links nach rechts.Foto: Eco Stor
Beim Speichertag Schuby anlässlich der technischen Inbetriebnahme des Batteriespeichers, von links: Petra Schulze (Bürgermeisterin Schuby), Dr. Wolfgang Buschmann (Landrat Schleswig-Flensburg), Franziska Fischer (TenneT), Georg Gallmetzer (ECO STOR), Claus Ruhe Madsen (Wirtschafts- und Technologieminister Schleswig-Holstein) und Nils Brodersen (EPW).
Die Eco Stor GmbH bereitet den Batteriespeicher Schuby auf den regulären Betrieb vor. Nach Unternehmensangaben soll eine begrenzte Einspeisung zusätzliche Netzbelastungen vermeiden. Ein fünfjähriger Vertrag mit der Alpiq Holding AG sorgt demnach für planbare Einnahmen.

Der Batteriespeicher Schuby in Schleswig-Holstein verfügt über 103,5 Megawatt Leistung und 238 Megawattstunden Speicherkapazität. Die Anlage ist baulich fertiggestellt und unmittelbar an das deutsche Übertragungsnetz angeschlossen. Während der laufenden technischen Inbetriebnahme prüft Eco Stor die Komponenten, die Anlagensteuerung und deren Zusammenspiel mit dem Stromnetz. Dazu gehören Tests, technische Nachweise und Netzstudien.

Die Prüfungen sollen in den kommenden Wochen unter verschiedenen Betriebszuständen fortgesetzt werden. Erst nach erfolgreichem Abschluss soll der Speicher in den regulären Betrieb übergehen.

Der Bau begann im Frühjahr 2025. Eco Stor errichtete Batterie- und Wechselrichtereinheiten sowie die elektrische Infrastruktur. Den aktuellen Projektstand stellte das Unternehmen gemeinsam mit der EPW GmbH am 12. Oktober 2026 beim „Speichertag Schuby“ vor.

Batteriespeicher Schuby begrenzt Einspeisung bei hoher Netzlast

Eco Stor hat nach eigenen Angaben mit der TenneT TSO GmbH und der Schleswig-Holstein Netz GmbH ein standortbezogenes Betriebskonzept abgestimmt. Bei hoher Auslastung des lokalen Netzes begrenzen dessen Vorgaben die Einspeisung des Speichers. Dadurch soll die Anlage bestehende Engpässe nicht zusätzlich verstärken.

Zugleich soll der Speicher marktliche Preissignale nutzen können, um bei hoher regionaler Einspeisung erneuerbarer Energien Strom aufzunehmen. Laut Unternehmensangaben lässt sich so vorhandene Netzkapazität effizienter nutzen. Zusätzlicher Netzausbau für den Speicheranschluss könne vermieden oder begrenzt werden.

Technisch ist Schuby Eco Stor zufolge baugleich mit dem Batteriespeicher Bollingstedt, den das Unternehmen entwickelt und errichtet hat. Die Vergleichsanlage läuft seit 2025. Dort verbindet ein gemeinsam mit dem Netzbetreiber entwickeltes Flexible Connection Agreement (FCA) die marktliche Fahrweise mit lokalen Netzanforderungen. Für Schuby gelten eigene Betriebsbedingungen.

Der direkte Übertragungsnetzanschluss stellt nach Unternehmensangaben besondere Anforderungen an Sicherheit und Resilienz des Anlagenbetriebs. Gemeinsam mit TenneT entwickelt und erprobt Eco Stor dafür Lösungen.

Alpiq vermarktet die Speicherkapazität

Im November 2025 schloss Eco Stor mit dem Schweizer Energieunternehmen Alpiq einen fünfjährigen Tolling-Vertrag für Schuby. Die Aufgabenverteilung beschreibt Eco Stor so: Das Unternehmen erhält planbare Einnahmen, während Alpiq die Speicherkapazität vermarktet. Alpiq optimiert sie für Netzstabilisierungsdienste sowie den Handel an Spot- und Intraday-Märkten.

Die PM nennt keine Vertragskonditionen. Wie die Partner Risiken und Erlöse im Einzelnen verteilen, bleibt damit offen.

Erlösplanung als Grundlage der Finanzierung

Der Tolling-Vertrag bildete eine wesentliche Grundlage für die anschließende Finanzierung durch die NORD/LB. Eco Stor zufolge entsteht Schuby mit privatem Kapital und ohne staatliche Förderung. Damit verknüpft das Projekt längerfristig vereinbarte Einnahmen mit einer Bankfinanzierung. Die technische Voraussetzung für den regulären Betrieb müssen nun die laufenden Prüfungen bestätigen.

Quelle: Eco Stor GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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