Cloover startet Direktvermarktung für Solaranlagen bis 25 kW

Die vier Gründer von Cloover sitzen gemeinsam auf einem Sofa.Foto: Cloover GmbH
Cloover erweitert sein Angebot um einen Direktvermarktungstarif für private Solaranlagen. Im Bild: die vier Gründer des Unternehmens.
Cloover bietet eine Direktvermarktung für Solaranlagen auf privaten Hausdächern an. Der Tarif verbindet viertelstündliche Börsenpreise mit optionaler Speichersteuerung. Die ersten Anlagen sollen zum 1. Dezember 2026 in die Vermarktung gehen.

Die Direktvermarktung für Solaranlagen bis 25 Kilowatt ist laut Cloover seit dem 15. Oktober online abschließbar und monatlich kündbar. Das Unternehmen übernimmt die Anmeldung zur sonstigen Direktvermarktung nach § 21a EEG beim Netzbetreiber. Auch Marktkommunikation, Bilanzkreisverantwortung und monatliche Abrechnung gehören zum Angebot.

Nach Unternehmensangaben kostet der Tarif einschließlich Umsatzsteuer 4,99 Euro monatlich zuzüglich eines Cents je eingespeister Kilowattstunde. Abgerechnet wird zum viertelstündlichen Day-Ahead-Börsenpreis; eine feste Vergütung ist damit nicht garantiert. Die optionale Speichersteuerung über den Energiemanager Pulse kostet weitere 5,99 Euro monatlich.

Eine Einrichtungsgebühr oder Hardware-Bindung gibt es laut Cloover nicht. Das Angebot steht nach Unternehmensangaben allen Cloover-Kunden offen und soll auch über Installationsbetriebe vertrieben werden. Kunden ohne intelligentes Messsystem erhalten dieses über Cloover; der Einbau sei kostenlos.

„Installateure bekommen jetzt von ihren Kunden die Frage, was aus dem Strom wird, wenn die feste Vergütung wegfällt“, sagt Jodok Betschart, Mitgründer und CEO von Cloover. „Die Antwort ist: Er wird verkauft, zum echten Preis, automatisch und ohne dass sich der Kunde um Prozesse kümmern muss.“

Direktvermarktung für Solaranlagen mit Speichersteuerung

Mit Pulse sollen Speicher mittags laden und den Strom abends einspeisen. Bei negativen Börsenpreisen regelt das System laut Unternehmen ab. Damit will Cloover die Einspeisung in Stunden mit höheren Börsenpreisen verlagern.

Cloover verweist auf eine Auswertung von Fraunhofer-ISE-Daten für April bis September 2026. Danach lagen die Day-Ahead-Preise zwischen 11 und 15 Uhr durchschnittlich bei 2,9 Cent je Kilowattstunde. Zwischen 18 und 21 Uhr waren es 17,2 Cent. Diese Sommerhalbjahreswerte allein erlauben allerdings keine belastbare Jahresprognose.

Modellvorteil hängt vom vorgesehenen Bonus ab

Für einen Haushalt mit 5.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, einer 10-Kilowatt-Solaranlage und 15 Kilowattstunden Speicher errechnet Cloover jährlich 495 Euro Einspeiseerlös nach Gebühren. Dem stellt Cloover in seiner Modellrechnung 439 Euro bei einer angenommenen festen Vergütung von 7,7 Cent je Kilowattstunde gegenüber.

Der angenommene durchschnittliche Einspeisepreis von 12 Cent enthält einen Direktvermarktungsbonus von 1,5 Cent aus dem Regierungsentwurf zum EEG 2027. Bei den zugrunde gelegten 5.700 Kilowattstunden Einspeisung entspricht dieser Bonus jährlich 85,50 Euro. Ohne ihn läge das Ergebnis bei unveränderten Annahmen rund 30 Euro unter dem Vergleichswert der festen Vergütung statt 56 Euro darüber.

Die Rechnung vergleicht Einspeiseerlöse nach Vermarktungs- und Steuerungsgebühren. Eine höhere Gesamtrendite unter Berücksichtigung von Speicherinvestition, Finanzierung und Speicherverlusten belegt sie nicht. Betreibern ohne Speicher, die noch eine gesetzliche EEG-Vergütung erhalten, empfiehlt Cloover, diese beizubehalten.

Cloover kritisiert geplante 50-Prozent-Einspeisegrenze

Cloover kritisiert außerdem eine nach Unternehmensdarstellung im EEG-2027-Regierungsentwurf vorgesehene Einspeisebegrenzung. Das Unternehmen fordert, eine starre Grenze durch eine Steuerung über das intelligente Messsystem zu ersetzen.

Quelle: Cloover GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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