Wie geht es mit der Photovoltaik-Förderung in Österreich weiter?
Foto: Fronius International GmbHDer Branchenverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria) fordert die rasche Festlegung der Förderbedingungen, die in Zukunft in Österreich gelten sollen. Der Andrang beim letzten PV-Fördercall in Österreich für das Jahr 2026 hat nach Ansicht des Branchenverbandes den Bedarf zeitgemäßer Rahmenbedingungen bei der Förderung für Photovoltaik und Speicher verdeutlicht. Für die ab 1. November geltende Übergangsphase fehlen jegliche Informationen zu den Kriterien. Auch die Rahmenbedingungen für das Fördersystem ab 2027 sind seitens der Regierung noch offen. Das Resultat: Die Branche steht still. PV&B Austria fordert bindende Informationen und ausreichende Fördertöpfe statt wiederholter Lippenbekenntnisse.
Die Bürger:innen hatten über 41.000 Anträge im Oktober beim finalen PV-Fördercall für 2026 eingebracht. Im Juli war die Förderrunde in 33 Sekunden ausgebucht. Mit einem jetzt beantragten Fördervolumen von über 192 Millionen Euro gehen vorrausichtlich rund 85 Prozent der Anträge leer aus, da nur 30,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Regierung hatte für den 1. November – also kommenden Sonntag – eine Übergangslösung für alle beantragten Photovoltaik-Projekte angekündigt, die leer ausgehen. Doch bisher fehlen jegliche Informationen zu den genauen Kriterien. Die Folge: Unternehmen fehlen wichtige Informationen, um ihre Kund:innen informieren und beraten zu können. Aus der Branche häufen sich die Stimmen, dass geplante Projekte nun teilweise aufgeschoben werden, da unklar ist, unter welchen Bedingungen Förderungen in Zukunft beantragt werden können.
EAG-Novelle: Genaue Förderbedingungen für Photovoltaik ab 2027 offen
Auch die geplante Förderreform im Rahmen der Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) ab Januar 2027 bleibt nach wie vor seitens des Energieministeriums undefiniert. Ein rechtzeitiges Inkrafttreten des Gesetzes erscheint nicht zuletzt aufgrund der benötigten Zweidrittelmehrheit immer unwahrscheinlicher.
„Einmal mehr führen fehlende rechtliche Rahmenbedingungen zu Unsicherheiten und realen Verlusten bei heimischen Klein- und Mittelbetrieben, die einen wesentlichen Teil zur Energiewende leisten und nachhaltige Arbeitsplätze schaffen. Die PV-Branche steht aktuell de facto still. Das liegt weder an der fehlenden Nachfrage noch an den Betrieben, sondern alleine an fehlenden Fakten seitens der Politik“, sagt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV&B Austria.
Zusätzlich bekennt sich die Regierung immer wieder öffentlich zu einer großangelegten Speicheroffensive, wie sie PV&B Austria bereits seit über einem Jahr fordert. Konkrete Schritte hat der Gesetzgeber jedoch ebenfalls noch angepackt. Auch dafür würde es die EAG-Novelle benötigen.
Forderungen zur Photovoltaik-Förderung in Österreich
PV&B Austria fordert ein rasches Gegensteuern durch die Regierung. Um den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Erhalt der PV- und Speicherbranche langfristig zu sichern, fordert der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria daher:
- Die rasche Festlegung der Förderbedingungen im Rahmen der Übergangslösung ab 1. November: Sowohl Unternehmen als auch die Bevölkerung brauchen Klarheit, unter welchen Voraussetzungen sie ihre Projekte noch verwirklichen können.
- Einen gesonderten Fördertopf für Projekte, für die die Übergangslösung greift, und ein frisches Budget für alle Photovoltaik-Projekte im kommenden Jahr.
- Den rechtzeitigen Beschluss der EAG-Novelle: Um ein zukunftsfähiges Fördersystem ab 2027 mit ausreichend Budget und verlässlichen, niederschwelligen Rahmenbedingungen und somit den PV- und Speicherausbau und die Energiewende zu gewährleisten.
Quelle: PV&B Austria | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH