Ylektra stellt Agri-PV-Atlas für Deutschland vor
Foto: Ylektra Die Ylektra GmbH hat einen „Agri-PV-Atlas Deutschland“ veröffentlicht. Wie das Kölner Unternehmen mitteilte, sei die Karte frei zugänglich. Sie erfasse alle Solaranlagen, die im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur als besondere Solaranlage nach § 85c EEG auf landwirtschaftlich genutzter Fläche gemeldet sind.
Zum Stand 27. Oktober 2026 betrugen die Agri-PV-Installationen in Deutschland demnach 305 Megawatt (MW) an 60 Standorten. Davon seien rund 259 MW in Betrieb und 46 MW in Planung. Gemessen am gesamten Solarausbau sei Agri-PV damit weiterhin eine Nische. Im Jahr 2025 entfielen nur 118 MW oder 1,41 Prozent des Zubaus an Freiflächen-Photovoltaik auf Agri-PV.
Die Zeitreihe des Atlas zeige aber eine klare Aufwärtsentwicklung. Nach 5,6 MW im Jahr 2023 gingen 2024 rund 51 MW und 2025 rund 118 MW in Betrieb. In den ersten drei Quartalen 2026 kamen weitere 83 MW hinzu. Bis Mitte 2027 seien weitere rund 46 MW zur Inbetriebnahme gemeldet.
Bemerkenswert sei, dass dieser Zubau ohne die im Solarpaket I vorgesehene Sonderförderung für Agri-PV zustande gekommen ist. Das eigene Ausschreibungssegment und die höhere Vergütung für Agri-PV habe die EU-Kommission bis heute nicht beihilferechtlich genehmigt. Die realisierten Projekte zeigten damit, dass sich Agri-PV bereits unter den heutigen Bedingungen wirtschaftlich umsetzen lasse. Zugleich beobachte Ylektra, dass die offenen Fragen zur Ausgestaltung des EEG 2027 Investitionsentscheidungen derzeit bremsten.
Bayern mit meisten Anlagen
Mit 25 von 60 Standorten entfielen 42 Prozent auf Anlagen bis 1 MW – sie stellten aber nur rund 19 MW bzw. 6 Prozent der Leistung. Elf davon lägen zwischen 990 und 1.000 kW (Kilowatt). Ylektra gehe davon aus, dass diese Anlagen überwiegend als privilegierte Vorhaben im Außenbereich nach § 35 Abs. 1 Nr. 9 BauGB errichtet wurden, also ohne Bebauungsplan. Das Segment wachse dynamisch. 16 der 25 kleinen Standorte gingen erst 2026 in Betrieb. Die 35 Standorte über 1 MW stellten 286 MW bzw. 94 Prozent der Leistung. Die Hälfte von ihnen sei kleiner als rund 4,7 MW. Für 22 dieser Standorte ist im MaStR ein Zuschlag aus EEG- oder Innovationsausschreibungen verzeichnet.
Mit 27 Standorten und 104 MW liege Bayern an der Spitze. Die größte Einzelanlage stehe in Briedel (Landkreis Cochem-Zell, Rheinland-Pfalz) mit rund 69 MW. In sieben Bundesländern – darunter Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern – sei bislang kein Standort verzeichnet. Ferner machten nachgeführte Systeme (Tracker) mit 23 Standorten und 123 MW rund 40 Prozent der erfassten Leistung aus.
„Über Agri-PV wird viel gesprochen, aber kaum jemand konnte bisher sagen, wie viel davon tatsächlich am
Netz ist“, sagt Dr. Vigen Nikogosian, Geschäftsführer der Ylektra GmbH. „Der Atlas schafft hier Transparenz
– für Landwirte, Kommunen, Netzbetreiber und Politik.”
Quelle: Ylektra | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH