Wemag: Milliardeninvestitionen in Stromnetzausbau für Photovoltaik und Wind
Foto: Wemag / Stephan Rudolph-KramerDie WEMAG Netz GmbH plant bis 2045 Investitionen von rund 3,23 Milliarden Euro in den Stromnetzausbau, um mittelfristig den Zuwachs. Der Netzausbauplan 2026 sieht umfangreiche Maßnahmen in West-Mecklenburg sowie Teilen Brandenburgs und Niedersachsens vor. Treiber sind vor allem der Zubau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen, steigende Stromverbräuche und neue Großverbraucher.
Für das Hochspannungsnetz einschließlich der zugehörigen Umspannebenen veranschlagt der Plan bis 2045 rund 2,5 Milliarden Euro. Vorgesehen sind sechs neue Netzverknüpfungspunkte zum Übertragungsnetz sowie Verstärkungs- und Neubaumaßnahmen an rund 1.200 Kilometern Hochspannungsleitungen und zahlreichen Umspannwerken. Damit soll das Netz zusätzliche Einspeisung aus erneuerbaren Energien aufnehmen und bestehende Engpässe reduzieren.
PV, Speicher und Wind
Auch die Mittel- und Niederspannungsnetze sollen deutlich wachsen. Bis 2045 sieht die Planung rund 1.750 Kilometer Mittelspannungsleitungen und 2.250 Kilometer Niederspannungsleitungen vor. Der Investitionsbedarf beträgt zusammen rund 730 Millionen Euro.
Während in der Hochspannung vor allem Windenergie, Photovoltaik und Speicher zusätzliche Transportkapazitäten benötigen, treiben in den unteren Netzebenen steigende Bezugsleistungen den Ausbau. Dazu zählen Elektromobilität, elektrische Wärmelösungen und weitere Verbrauchseinrichtungen. Der Plan sieht deshalb zusätzliche Umspannwerke, stärkere Leitungen und intelligente Ortsnetztransformatoren vor.
Photovoltaik wird wichtigste Einspeisetechnologie
Das zugrunde liegende Regionalszenario erwartet bis 2045 eine installierte Leistung erneuerbarer Energien von rund 13,3 Gigawatt. Davon entfallen rund 8,6 Gigawatt auf Photovoltaik und rund 4,6 Gigawatt auf Windenergie an Land. Bereits ab 2030 soll Photovoltaik gemessen an der installierten Leistung die bedeutendste Einspeisetechnologie im Netzgebiet sein.
Zugleich berücksichtigt der Netzausbauplan erstmals Stand-Alone-Rechenzentren als eigene Verbrauchskategorie. Das Regionalszenario setzt für diese Verbraucher eine Leistung von 710 Megawatt im Jahr 2030, 1.210 Megawatt im Jahr 2035 und 1.710 Megawatt im Jahr 2045 an.
Der Netzausbauplan 2026 bildet einen strategischen Entwicklungsrahmen. Maßnahmen, Zeitpläne und Investitionsbedarfe entsprechen dem aktuellen Planungsstand. Die WEMAG Netz GmbH will sie regelmäßig an die tatsächliche Entwicklung von Erzeugung und Verbrauch, regulatorische Vorgaben sowie übergeordnete Netzausbauvorhaben anpassen. Der Ausbau der Verteilnetze ist in Deutschland ein Schlüssel zum Gelingen der Energiewende.
Zu den Herausforderungen zählen laut Plan lange Genehmigungsverfahren, begrenzte Kapazitäten bei Planungsbüros, Bauunternehmen und Herstellern sowie technische Abhängigkeiten zwischen einzelnen Projekten.
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