Wie die Photovoltaik mehr Wintersonne in Strom umwandelt
Foto: SolycoPhotovoltaik im Winter kann einen größeren Beitrag zur Stromversorgung leisten als bislang häufig angenommen. Darauf weisen der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria) und die Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) hin. Sie zeigen in einem gemeinsamen Lösungspapier, wie sich die Stromerzeugung in der kalten Jahreszeit steigern lässt.
„Wer Photovoltaik hört, denkt häufig zuerst an den Sommer. Dabei ist nicht die Jahreszeit entscheidend, sondern die verfügbare Sonnenstrahlung“, betont Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV&B Austria. Der Herbst zeige das Potenzial der Sonnenenergie auch in den vermeintlich schwächeren Monaten.
Besonders senkrecht montierte PV-Module, beispielsweise an Südfassaden, können die tief stehende Wintersonne nutzen. Nach Angaben der Verbände erzeugen sie im Dezember bis zu 42 Prozent mehr Strom als herkömmlich geneigte Dachanlagen.
Zudem arbeiten PV-Module bei niedrigen Temperaturen effizienter. Kalte, sonnige Wintertage können deshalb gute Stromerträge ermöglichen.
14 Prozent PV-Anteil am Strom-Mix im Winter möglich
Bereits heute decke Solarstrom rund acht Prozent des österreichischen Stromverbrauchs im Winterhalbjahr. Mit einem gezielten Ausbau könnte der Anteil bis 2040 auf rund 14 Prozent steigen. An einem sonnigen Dezembertag wären dann rund 25 Prozent des täglichen Strombedarfs durch Photovoltaik gedeckt.
Batteriespeicher könnten zusätzlich helfen, tagsüber erzeugten Solarstrom auch in den verbrauchsintensiven Abendstunden zu nutzen. Dafür sei ein intelligenter und vorausschauender Speicherbetrieb erforderlich.
Darüber hinaus müsse Österreich das vorhandene PV-Potenzial erschließen und den Ausbau beschleunigen. Auch angepasste Einspeisetarife, die die Winterstromerzeugung begünstigen, seien wichtig.
Zusammen mit Wind- und Wasserkraft sowie Speichertechnologien könne Photovoltaik dazu beitragen, die winterliche Stromlücke zu schließen und die Abhängigkeit von Stromimporten zu verringern. Ein Ausbau auf rund 41 Gigawatt installierte PV-Leistung bis 2040 könnte im Winterhalbjahr rechnerisch so viel Solarstrom erzeugen, wie Österreich derzeit importiert.
Die Verbände verweisen angesichts der aktuell hohen Gaspreise auf die Dringlichkeit eines beschleunigten PV-Ausbaus und des Ausstiegs aus dem fossilen Energiesystem.
Das Lösungspapier „Wintersonne zur Stromproduktion nutzen – Strategie und optimaler Mix aus PV und Batterie“ von PV&B Austria und TPPV enthält Maßnahmen, um die winterliche Stromproduktion aus Photovoltaik zu steigern.
Quelle: PV&B Austria | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH