Wasserstoff-Langzeitspeicher für Photovoltaik in Privathaushalten

Ein Schrank mit geöffneter Tür, so sieht der Wasserstoff-Langzeitspeicher für Photovoltaik-Anlagen von Offgrid Revolution aus.Foto: Offgrid Revolution
Ein integrierter Elektrolyseur wandelt Solarstrom in Wasserstoff um, der anschließend in einem Flaschenbündel gespeichert wird.
Der Wasserstoff-Langzeitspeicher von Offgrid Revolution nutzt überschüssigen Solarstrom im Sommer für die Wasserstoffproduktion durch Elektrolyse und nutzt diesem in einer Brennstoffzelle im Winter für die Bereitstellung von Strom und Wärme.

Das Unternehmen Offgrid Revolution hat ein Wasserstoff-Langzeitspeicher-System entwickelt. Dieses kann überschüssigen Solarstrom effizient in Wasserstoff umwandeln und langfristig speichern. In sonnenarmen Monaten können die Haushalte dann den Wasserstoff nutzen, um Strom und Wärme zu produzieren. So können Haushalte ihre Energieversorgung unabhängiger gestalten und im Winter auf gespeicherte Energie zurückgreifen.

Dabei speichert der Ganzjahresspeicher von Offgrid Revolution vor allem im Sommer überschüssigen Solarstrom für den späteren Bedarf. Man installiert das Gerät direkt im Gebäude. Ein integrierter Elektrolyseur wandelt überschüssige Energie in Wasserstoff um, der anschließend in einem Flaschenbündel gespeichert wird. Das soll laut Hersteller sicher sein. In sonnenarmen Zeiten, beispielsweise im Winter, wandelt eine Brennstoffzelle den gespeicherten Wasserstoff wieder in Strom und Wärme um.

Hohe Speicherkapazität für mehr Energieunabhängigkeit

Der Wasserstoffspeicher von Offgrid Revolution verfügt über eine elektrische Speicherkapazität von bis zu 320 kWh und ergänzt diese durch bis zu 270 kWh thermische Energie. Der Wasserstoff-Langzeitspeicher für die Photovoltaik-Anlage ist modular erweiterbar und kombiniert moderne LiFePO4-Batterietechnologie mit einer intelligenten Wärmenutzung. Über einen integrierten Warmwasserspeicher wird die bei Elektrolyse und Brennstoffzellenbetrieb entstehende Abwärme genutzt und für die Wärmeversorgung des Haushalts bereitgestellt. In Verbindung mit einer Wärmepumpe kann diese Kombination die Energieeffizienz zusätzlich steigern.

Das Konzept adressiert eine zentrale Herausforderung klassischer Photovoltaik-Anlagen. Selbst mit herkömmlichen Batteriespeichern steht im Winter häufig nicht ausreichend selbst erzeugte Energie zur Verfügung. Der Wasserstofflangzeitspeicher ermöglicht es, überschüssige Sommerenergie langfristig verfügbar zu machen.

Die Steuerung des Systems ermöglicht eine flexible Überwachung und effiziente Nutzung der gespeicherten Energie. Ein integriertes Energiemanagement stellt sicher, dass Strom und Wärme bedarfsgerecht zur Verfügung stehen. „Mit diesem System machen wir einen wichtigen Schritt hin zu einer unabhängigen und nachhaltigen Energieversorgung im Eigenheim“, sagt Christoph Weidner, Technical Services & Sales bei Offgrid Revolution. Offgrid Revolution ist eine eigenständige Vertriebsmarke der Thermoflux Deutschland GmbH und übernimmt Beratung, Vertrieb, Abwicklung und Installation des Systems aus einer Hand. Thermoflux ist ein Anbieter von Pelletskesseln, Wärmepumpen und Photovoltaik-Anlagen.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Privathaushalte und Gewerbe

Der Wasserstoff-Langzeitspeicher eignet sich laut Hersteller besonders für Haushalte mit einem höheren Energiebedarf ab etwa 10.000 kWh Jahresstromverbrauch. Dieser Bedarf entsteht beispielsweise durch den Einsatz von Wärmepumpen, Elektrofahrzeugen oder Klimatisierungssystemen. Neben Eigenheimbesitzern richtet sich das System auch an Vermieter von Mehrfamilienhäusern, die Mieterstrommodelle oder flexible Stromtarife nutzen möchten. Auch landwirtschaftliche Betriebe mit Photovoltaik-Anlagen außerhalb der EEG-Förderung können profitieren, indem sie den erzeugten Solarstrom langfristig speichern und bedarfsgerecht nutzen.

Grundsätzlich kann man die Anlage auch unabhängig von einer eigenen Photovoltaik-Anlage betreiben. Voraussetzung ist lediglich ein frostsicherer Aufstellort, beispielsweise ein Keller oder ein geschützter Anbau. Dadurch eignet sich das System auch für abgelegene oder netzferne Gebäude. Das chinesische Partnerunternehmen Huade hat die Technologie entwickelt und hält laut Offgrid Revolution auch die Patente für die eingesetzte Brennstoffzelle. Das System soll zudem einen wartungsarmen Betrieb ermöglichen. Aufgrund der Komplexität der Technologie erfolgt die Installation ausschließlich durch speziell geschultes Fachpersonal. Eine Montage durch allgemeine Elektrofachkräfte ist nicht vorgesehen.

Die Sicherheit des Systems hat laut Offgrid Revolution höchste Priorität. Die gesamte Anlage ist TÜV-geprüft und für den europäischen Markt zertifiziert. Sämtliche sicherheitsrelevanten Sensoren innerhalb und außerhalb des Systems sind redundant ausgelegt. Im Störfall schaltet sich die Anlage automatisch ab. Eine erneute Inbetriebnahme erfolgt erst nach einer bewussten Bestätigung durch den Anwender. Ein unbeaufsichtigtes oder unkontrolliertes Wiedereinschalten ist dadurch ausgeschlossen.

Ein vergleichbares Konzept hatte das Unternehmen HPS bereits im Jahr 2017 vorgestellt, konnte sich auf dem Markt jedoch nicht behaupten und musste 2025 Insolvenz anmelden.

Quelle: Offgrid Revolution | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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