Positive Bilanz für solare Wärmenetze

Eine Reihe von Solarthermiekollektoren im Freien vor einer regionalen Heizzentrale.Foto: Guido Bröer
Mit dem passenden Betreiber kann ein solarunterstütztes Wärmenetz den Wärmebedarf im ländlichen Raum fossilfrei decken.
Dass unterschiedliche Wege zum Erfolg solar gestützter Wärmenetze führen können, zeigt eine Analyse von sieben Energiedörfern mit erneuerbarer Wärmeversorgung. Die Ausarbeitung basiert auf dem Förderprogramm Solnet 4.0 unter Federführung von Solites.

Eine positive Bilanz für solare Wärmenetze zieht eine neue Untersuchung, die unter der Leitung des Steinbeis Forschungsinstituts Solites erschienen ist. Wie Solites dabei mitteilte, zeige die 16 seitige Ausarbeitung „Energiedörfer mit erneuerbarer Wärmeversorgung – Modelle für den erfolgreichen Betrieb von Wärmenetzsystemen“, dass unterschiedliche Wege zum Erfolg führen können. Die Analyse stellt am Beispiel von sieben existierenden Energiedörfern Modelle für den erfolgreichen Betrieb vor. Derzeit gebe es mindestens 13 Energiedörfer mit solar unterstützten Wärmenetzen in Deutschland. Zudem seien über ein Dutzend weiterer Projekte in Bau oder Planung.

Schon am Beginn eines Wärmenetz-Projektes stelle sich die Frage, wer die Projektentwicklung und den Bau der Anlage in die Hand nimmt. Noch wichtiger sei aber die Frage, wer anschließend den Betrieb erfolgreich führen könne. Gerade im ländlichen Raum entstehe oft die Idee, die von fossilen Einzelheizungen geprägte Wärmeversorgung auf ein Wärmenetz mit erneuerbaren Energien umzustellen. Initiativen dazu kämen oft aus der Bevölkerung. Um aus der Initiative der Bürger ein realisierbares Projekt zu entwickeln, sei es aber wichtig, frühzeitig zu klären, wer die Verantwortung trage und den Betrieb übernimmt.

Bürger, Genossenschaften, kommunaler Eigenbetrieb

So könnten beispielsweise die Bürger selbst in Form einer Genossenschaft den Betrieb in die Hand nehmen. Es kämen aber auch externe Unternehmen, die vor Ort als Energiedienstleister aktiv sind, dafür in Frage. Auch die Kommune selbst könne den Wärmenetzbetrieb übernehmen, sei es über ihr Stadtwerk oder einen kommunalen Eigenbetrieb. Für alle diese Betreibermodelle gebe es erfolgreiche Beispiele, die in der aktuellen Ausarbeitung vorgestellt werden. Bei der Gründung einer Betreibergesellschaft seien dabei auch Mischformen möglich, für die sich verschiedene Akteure vor Ort zusammenschließen. So können unterschiedliche Kompetenzen gebündelt und Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden.

Die Ausarbeitung ist im Rahmen des Forschungsprojektes Solnet 4.0 unter Federführung des Steinbeis Forschungsinstituts Solites als neues Infoblatt erschienen. Es stellt sieben beispielhafte Ortschaften vor, die ganz unterschiedliche Modelle für den Betrieb ihres Wärmenetzes auf Basis erneuerbarer Energien aufgebaut haben. Die Erfahrungsberichte beschreiben die Projektentstehung und was die Initiatoren zur Wahl ihres jeweiligen Betreibermodells bewegt hat. Die Betreiber erklären, welche Aufgaben sie haben und welche Vor- und Nachteile sie für die Zukunft sehen.

Das Infoblatt Solare Wärmenetze Nr. 7, „Energiedörfer mit erneuerbarer Wärmeversorgung – Modelle für den erfolgreichen Betrieb von Wärmenetzsystemen” steht in der Solnet-4.0-Wissensdatenbank zum kostenlosen Download bereit.

Das Projekt Solnet 4.0 wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie Unternehmen der Solarthermiebranche gefördert. Projektpartner sind der AGFW – Effizienzverband für Wärme, Kälte, KWK, das Steinbeis Forschungsinstitut Solites, die Bröer & Witt GbR und das Hamburg-Institut.

21.9.2020 | Quelle: Solites | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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