Photovoltaik: Pacifico Renewables geht nach Australien

Aufgeständerte Solarpanels über rotrer Erde bei blauem Himmel.Foto: myphotobank.com.au / stock.adobe.com
Solaranlage im Süden Australiens
Der regenerative Stromerzeuger Pacifico Renewables will ein Portfolio aus Photovoltaik- und Batterie-Kraftwerken in Australien aufbauen. Mit dem Projektentwickler ACE Power hat er eine Vereinbarung über ein Gigawatt (GW) geschlossen.

Die Grünwalder Pacifico Renewables plant die Expansion nach Australien. Wie der regenerative Stromerzeuger mitteilte, hat er dazu eine Erstgebotsvereinbarung (Right of First Offer agreement) mit ACE Power, einem Entwickler erneuerbarer Energien mit Sitz in Australien, unterzeichnet. Die Partnerschaft gewährt Pacifico vorrangigen Zugang zu ACE Powers Pipeline von derzeit mehr als einem GW in Australien.

Die aktuelle Pipeline von ACE Power besteht hauptsächlich aus neun über Australien verteilten Solarprojekten. Jedes Projekt soll mit Batteriespeichern kombiniert werden. Das erste Projekt soll ferner bis 2024 abgeschlossen sein. Gemäß der Erstgebotsvereinbarung erhält Pacifico das Recht, aber nicht die Pflicht, bei Baureife das erste Angebot abzugeben. In enger Abstimmung werden ACE Power und Pacifico vor der kommerziellen Inbetriebnahme die Finanzierungs- und Stromabnahmeverträge strukturieren. Dabei gehe es darum, die Finanzierungstruktur genau an die Bedürfnisse der Gesellschaft als langfristige Betreiberin der Solarparks anzupassen.

„Wir freuen uns, unser lokales Branchenwissen und unsere technische Erfahrung mit der Kapitalmarktexpertise von Pacifico in einer langfristigen Partnerschaft zu kombinieren.“ Das sagt Andy Scullion, Mitgründer von ACE Power und ehemaliger Geschäftsführer von Wirsol Australien. Das Team von ACE Power hat in den letzten 20 Jahren eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Solar-, Batteriespeicher- und Windprojekten mit einer Gesamtleistung von über 2,5 GW weltweit gespielt. Von diesen Projekten sind derzeit über 1,2 GW in Australien in Betrieb.

400 MW bis 2023

Pacifico hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2023 ein Portfolio von 400 MW aufzubauen und für eine Vielzahl von Projektentwicklern eine Plattform zum Kapitalmarkt anzubieten. Im Laufe dieses Jahres hat die Gesellschaft ihre Plattform bereits um drei auf vier Partnerschaften ausgebaut. Die Vereinbarung mit ACE Power unterstreicht die Ambitionen der Gesellschaft, weitere Projektentwickler mit erheblicher Industrieerfahrung aufzunehmen. Bislang war Pacifico ausschließlich innerhalb Europas aktiv.

Australien könne ein vielversprechender erster Schritt sein, um über Europa hinaus zu expandieren. Denn das Land biete mit hoher und stabiler Sonneneinstrahlung sowie einer geringen Bevölkerungsdichte hervorragende Voraussetzungen für Solarenergie. Dennoch sei Australien unter den G20-Staaten das Land mit der zweithöchsten CO2-Intensität. Die Abhängigkeit des Landes von Kohle als weltgrößter Kohleexporteur und Probleme mit der Netzstabilität seien dabei zentrale Herausforderungen.

Gleichwohl hat sich Australien bereits ehrgeizige Übergangsziele für das Jahr 2040 gesetzt, zu denen die Stilllegung von 63 % der Kohlekraftwerke, der Bau von 24 GW an Solar- und Windkraftanlagen und der Ausbau von Batterie- und Wasserspeichern mit einer Gesamtleistung zwischen sechs und 19 GW gehören, sowie Strategien, um ein wichtiger globaler Akteur im Wasserstoffexportsektor zu werden.

Christoph Strasser, Co-CEO von Pacific Renewables, unterstreicht: „Australien muss sich schnell dekarbonisieren. Das wird eine Menge Möglichkeiten mit sich bringen.”

19.10.2021 | Quelle: Pacifico Renewables | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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