Steckersolar-Statistik: norddeutsche Bundesländer liegen vorn

Stecker-Solar-Gerät vor GartenhausFoto: Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.
Die Agentur für erneuerbare Energien (AEE) hat die Zahl der Steckersolar-Geräte bei der Bundesnetzagentur nach Bundesländern ausgewertet. Im Norden gibt es demnach besonders viele der Mini-PV-Anlagen.

Insgesamt gab es in Deutschland zum Jahresende 2022 mehr als 61.000 Mini-PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast 44,4 MW. Im Bundesländer-Vergleich liegt Mecklenburg-Vorpommern in der Steckersolar-Statistik vorn. Das gilt zumindest, wenn man die Balkonkraftwerke im Verhältnis zur Einwohnerzahl betrachtet. In Mecklenburg-Vorpommern waren laut den Daten von AEE zum Endes des vorigen Jahres 2,7 Mini-PV-Anlagen pro 1.000 Einwohner installiert. Auf Platz zwei folgt Niedersachsen mit einem Wert von 2,0. Schleswig-Holstein teilt sich mit Hessen und Rheinland-Pfalz mit 1,7 Anlagen pro 1.000 Haushalte den dritten Rang. „Wie die neuen Zahlen zur Mini-PV belegen, liegen die nördlichsten Bundesländer an der Spitze“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE. „Es ist sehr erfreulich, dass der Markt bei Balkonkraftwerken Fahrt aufnimmt. Denn damit können auch Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen ohne eigene Dachflächen einen Beitrag zur Energiewende leisten und die eigenen Stromkosten deutlich reduzieren.“

In absoluten Zahlen gibt es in den bevölkerungsreichen Bundesländern auch die meisten Minisolaranlagen. Die Spitzenreiter sind hier Nordrhein-Westfalen mit 14.031 Anlagen (10,3 MW), Bayern mit 8.969 (6,3MW) und Niedersachsen mit 7.708 Anlagen (5,6 MW). Die Hälfte aller Balkonkraftwerke deutschlandweit sind allein in diesen drei Bundesländern installiert.

Die Basis für die AEE-Statistiken sind die Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Da die Rohdaten fehlerträchtig sind, werden sie vor der Auswertung vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) aufbereitet. Allerdings kann auch das ZSW die Daten lediglich glätten. Wie viele Steckersolar-Geräte gar nicht erst im Marktstammdatenregister gemeldet werden, bleibt unbekannt. Bekannt ist: Die registrierten Steckersolar-Geräte machten damit etwa 0,6 Prozent des PV-Zubaus in Deutschland aus. Dieser lag 2022 bei gut 7,4 GW. .

Steckersolar-Förderung: Geld für Mieter wird kaum abgerufen

Theoretisch ermöglichen es die Steckersolar-Geräten auch Menschen, die zur Miete wohnen, eigenen Solarstrom zu erzeugen. Diese Vision ist mehreren Ländern und Kommunen sogar eine Förderung wert.

Doch dass es mit dem selbstgemachten Solarstrom in der Mietwohnung nicht so einfach ist, zeigt unter anderem die Förderung in Mecklenburg-Vorpommern. Dort gibt es für Mini-Solaranlagen einen Zuschuss von bis zu 500 Euro. Das Kontingent für Besitzer:innen von Wohneigentum war in kurzer Zeit ausgeschöpft. Für Mieter:innen sind (Stand: 13. Juli) noch immer mehr als 10.000 geförderte Steckersolar-Geräte zu haben. Im März waren es noch gut 11.000. Um die Frage, ob und unter welchen Umständen Balkon-Solaranlagen in Mietwohnungen angebracht werden dürfen, drehten sich in den letzten Jahren mehrere Gerichtsverfahren mit unterschiedlichem Ausgang. Die Petition der Initiative Klimaschutz im Bundestag fordert daher auch Änderungen im Mietrecht.

In Schleswig-Holstein gibt es einen Zuschuss von bis zu 200 Euro. Fördergelder vom Land gibt es zudem in Sachsen. Berlin fördert Steckersolar-Geräte ausschließlich für Mietwohnungen. Weitere Zuschüsse gibt es teils von Städten und Gemeinden.

Batterien in Bayern besonders beliebt

Zusätzlich hat AEE eine Statistik für Batterie-Speicher erstellt. Mit knapp 130.000 Stück liegt dabei Bayern an der Spitze. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen mit 98.000 und Baden-Württemberg mit 95.000. Den größten Zubau an Speicherkapazität verzeichnete im Jahr 2022 ebenfalls Bayern mit 378.000 Kilowattstunden (kWh). Auf den Plätzen zwei und drei folgen Nordrhein-Westfalen mit 341.000 kWh und Niedersachsen mit 206.000 kWh. 

Alle neuen und aktualisierten Daten der AEE-Statistik zur Energiewende in den Bundesländern gibt es auf der Webseite unter www.foederal-erneuerbar.de.

13.7.2023 | Quelle: AEE | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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