Verbände fordern: Förderung von Photovoltaik-Dachanlagen beibehalten
Grafik: BSW-SolarEin breites Verbändebündnis aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft appelliert an die Bundespolitik, die Errichtung von Solarstromanlagen auf Gebäuden weiter zu fördern. Die Photovoltaik sichere Wirtschaftsunternehmen sowie Verbrauchern dauerhaft günstige Strompreise durch ihre preisdämpfende Wirkung an der Strombörse, ermögliche Millionen Bürgern eine aktive Teilnahme an der Energiewende und genieße höchste Akzeptanzwerte in der Bevölkerung, so die Unterzeichner des Verbändeappells. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte Mitte September angekündigt, die Förderung neuer Photovoltaik-Dachanlagen in Form der EEG-Einspeisevergütung weitgehend streichen zu wollen.
Photovoltaik-Förderung nachjustieren
Die Verbände sprechen sich für eine Beibehaltung der Erneuerbare-Energien-Ausbauziele aus. Sie fordern eine Nachjustierung anstelle von Einschnitten im Photovoltaik-Förderrahmen und die Schaffung geeigneter Voraussetzungen für einen systemdienlichen Solarausbau. Die Erstunterzeichner und ihre Mitgliedsvereine vertreten zusammen über 20 Millionen Einzelmitglieder, darunter über 50.000 Unternehmen.
Ohne einen attraktiven Förderrahmen, der durch die EEG-Einspeisevergütung gegeben ist, dürfte sich der Photovoltaik-Zubau im Heimsegment mehr als halbieren. Diesen Schluss zieht der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) aus Umfragedaten. Denn ganz sicher beabsichtigen in diesem Fall nur noch rund 12 Prozent der Interessenten mit geeignetem Dach eine Photovoltaik-Dachanlage zu installieren. Dies ergab eine repräsentative YouGov-Befragung unter privaten Immobilienbesitzer:innen im Auftrag des BSW-Solar. Bei Mehrfamilienhäusern würden die Ausbauzahlen auf sehr niedrigem Niveau stagnieren. Dies würde die Klimaziele gefährden und die Abhängigkeit von teuren fossilen Energieträgern verlängern, warnen die Verbände.
Private Nachfrage nach Photovoltaik-Dachanlagen sinkt
Aus Analysen des BSW-Solar von Zahlen der Bundesnetzagentur geht hervor, dass die private Nachfrage nach Solardächern im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um rund 25 Prozent gesunken ist. In einer derartigen Marktlage wäre eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen zwangsläufig Gift, warnt deren Hauptgeschäftsführer, Carsten Körnig.
In einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage von YouGov im Auftrag des BSW-Solar gaben rund acht von zehn Befragten an, dass die aktuelle Bundesregierung den Ausbau der Solarenergie (eher) beschleunigen oder auf aktuellem Niveau weiterführen soll. Dabei gab es keine großen Unterschiede zwischen den Wählern der Regierungsparteien CDU/CSU (86 %) oder SPD (88 %).
Zu den Erstunterzeichnern des Verbände-Appells zählen neben dem BSW-Solar: Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV), Haus & Grund (H&G), Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA), Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting (vedec), Bundesverband Wärmepumpe (BWP), Deutscher Naturschutzring (DNR) als maßgeblicher Dachverband der Umweltverbände in Deutschland, der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) und das Bündnis Bürgerenergie (BBEn).
Der Verbände-Apell zur Förderung von Photovoltaik-Dachanlagen ist unter diesem Link zu finden. Die aktuellen Bedingungen der EEG-Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen stellt der Solarserver in seiner Rubrik Wissen zusammen.
Quelle: BSW-Solar | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH