Ü20-PV-Anlagen: SFV hilft Betreibern am Ende der EEG-Förderung

Luftbild zeigt Dorf mit Häusern und PV-Dächern.Foto: SMA
Für Ü20-Anlagen gibt es verschiedenen Optionen, Solarstrom auch künftig zu erzeugen.
62.171 Solaranlagen fallen nach Aussage des Solarenergie-Fördervereins Deutschland (SFV) bis Ende dieses Jahres nach 20 Betriebsjahren aus der EEG-Vergütung. Sie stehen teilweise vor einer ungewissen Zukunft. Der SFV bietet deshalb gezielte Beratung und Informationen, um Betreiber:innen wirtschaftliche und nachhaltige Lösungen für den Weiterbetrieb ihrer sogenannten Ü20-Anlagen aufzuzeigen.

Das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur zeigt: In den kommenden Jahren fallen immer mehr Solaranlagen aus dem 20-jährigen EEG-Förderungszeitraum. Bereits in den nächsten drei Jahren sind rund 400.000 Photovoltaikanlagen von der sogenannten Ü20-Thematik betroffen. Bis 2033 wird diese Zahl auf mehr als eine Million Anlagen mit einer Gesamt-Nennleistung von über 15 Gigawatt steigen. Das ist eine Größenordnung, die ungefähr dem gesamten deutschen Solar-Jahreszubau von 2025 entspricht.

Die meisten dieser PV-Anlagen wurden als Volleinspeiseanlagen ans Netz angeschlossen. Denn PV-Betreiber:innen durften den erzeugten Solarstrom in den ersten Jahren des EEG nicht vorrangig im eigenen Haushalt verbrauchen, sondern mussten ihn bis 2008 vollständig über das Netz der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, um eine Vergütung über die EEG Umlage zu erhalten. Damit diese alten Anlagen wirtschaftlich weiterbetrieben werden können, sind fast immer hardware-seitige Umstellungen auf Eigenverbrauchspriorität und weitere Investitionen notwendig.

Ü20-Solaranlagen dürfen kein Auslaufmodell werden

Der SFV macht deutlich: Ü20-Anlagen dürfen nicht zum Auslaufmodell werden. “Ü20-Anlagen leisten weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung und zur Energiewende – ihr Wegfall wäre energiepolitisch fatal”, sagt Susanne Jung, die leitende Geschäftsführerin des Vereins. Die ältesten Anlagen laufen seit 36 Jahren – viele ohne nennenswerten Leistungsabfall. Daher möchte der Verein eine unnötige Abschaltung oder einen vorzeitigen Rückbau der Anlagen verhindern.

Unterstützung für Besitzer von Ü20-Anlagen

Um Betreiberinnen und Betreiber gezielt zu unterstützen, hat der SFV sein Beratungsangebot erweitert. Neben dem kürzlich erschienenen Solarbrief-Magazin mit dem Schwerpunktthema „Ü20-Anlagen 1×1“ bietet der Verein seit Januar 2026 kostenfreie Gruppen- und Kurzberatungen speziell für Ü20-Anlagen an. Ziel ist es, fundierte Entscheidungsgrundlagen zu schaffen und gemeinsam tragfähige Strategien für einen Weiterbetrieb der Anlagen zu entwickeln. Betroffene sind eingeladen, sich beim SFV für eine Beratung zu melden.

Vier Optionen für Ü20-Photovoltaik

Der aktuelle Solarbrief beantwortet dabei alle zentralen Fragen rund um den Weiterbetrieb von Ü20-Anlagen: Die vier wichtigsten Optionen nach dem Ende der EEG-Förderung werden vorgestellt, er enthält detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen und erläutert, worauf beim möglichen Rückbau einer PV-Anlage zu achten ist. Ergänzend können die Gruppen- und Einzelberatungen des SFV helfen, eine passgenaue Betrachtung der jeweiligen Anlagensituation bieten – damit bestehende und künftige Ü20-Solaranlagen auch weiterhin einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten.

Quelle: Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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