Schwacher Jahresauftakt für Photovoltaik-Markt in 2026

Ein Balkendiagramm zeigt den Photovoltaik-Markt von Januar 2025 bis Januar 2026 nach Segmenten.Grafik: EWS
Im Januar 2026 gab es in fast allen Marktsegmenten der Photovoltaik einen Rückgang, mit Ausnahme der Solaranlagen zwischen 100 kW und 1 MW Leistung.
Bei sinkenden Einspeisevergütungen gewinnt laut dem Photovoltaik-Großhändler EWS die Eigenverbrauchsquote von Photovoltaik-Anlagen an Bedeutung. Die intelligente Kopplung von PV, Speicher, Wallbox und Home-Energiemanagementsystem (HEMS) wird damit zum zentralen Verkaufsargument im Photovoltaik-Markt.

Der Photovoltaik-Großhändler EWS hat die gestern von Bundesnetzagentur veröffentlichten Zahlen zum Solarausbau in Deutschland analysiert. Demnach fällt der Startschuss ins Jahr 2026 im Photovoltaik-Markt verhalten aus, vermutlich nicht zuletzt aufgrund der montageunfreundlichen Wetterlage. In nahezu allen Anlagensegmenten liegen die Inbetriebnahmen im Januar deutlich unter dem Vormonat. Lediglich das Small-Commercial-Segment verzeichnet ein leichtes Plus – wobei dieser Effekt unter anderem durch Solaranlagen im 21. Betriebsjahr verzerrt sein könnte. Das ist mit 1.012 MW neu installierter Leistung der schwächste Jahresauftakt seit vier Jahren.

Ein Vorzieheffekt im Hinblick auf die turnusmäßige Absenkung der EEG-Einspeisevergütung zum Februar ist nicht erkennbar. „Der Januar-Zubau lässt vermuten, dass die Einspeisevergütung inzwischen kaum noch ausschlaggebend ist für Investitionsentscheidungen“, so EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm.

Lichtblick für Photovoltaik-Markt 2026 im Eigenheim-Bereich durch E-Auto-Förderung

Dennoch gibt es laut EWS Anlass zur Zuversicht: Die voranschreitende Sektorenkopplung mit Mobilität und Wärme bildet die Grundlage für ein von politischen Maßnahmen unabhängiges Erstarken des Photovoltaik-Aufdachsegments. Die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen steigende Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge. Gerade bei sinkenden Einspeisevergütungen gewinnt die Eigenverbrauchsquote zunehmend an Bedeutung. Die intelligente Kopplung von PV, Speicher, Wallbox und Home-Energiemanagementsystem (HEMS) wird damit zum zentralen Verkaufsargument.

„Die Wirtschaftlichkeit einer Eigenverbrauchsanlage steigt enorm durch die zusätzliche Anschaffung eines Elektrofahrzeugs oder einer Wärmepumpe. Diese Synergie wird in der Argumentation von PV-Anlagen mittelfristig die Einspeisevergütung ablösen“, sagt Dahm. Gleichzeitig bleibt das Investitionsverhalten privater Haushalte zurückhaltend. Mittel- bis langfristig dürfte die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs und der Gebäudeheizung jedoch zusätzlichen Strombedarf schaffen – und damit neue Argumente für Photovoltaik-Anlagen im Eigenheim liefern.

Speichermarkt folgt Photovoltaik-Trend

Die Entwicklung im Speichermarkt korreliert weiterhin eng mit dem PV-Zubau im Eigenheimsegment. Entsprechend zeigt sich auch hier im Januar ein Rückgang im Kleinspeichersegment. Projektverschiebungen im Einfamilienhausbereich und eine abwartende Haltung bei Investitionsentscheidungen wirken sich unmittelbar auf die Installationszahlen aus.

Trotz eines stabilen Nachrüstmarktes bleibt die Dynamik gedämpft. Gleichzeitig zeigt sich ein qualitativer Wandel: Systemlösungen aus Photovoltaik, Speicher und Energiemanagement gewinnen zunehmend an Bedeutung gegenüber Einzelkomponenten. Die Integration in ganzheitliche Energiekonzepte rückt stärker in den Fokus.

Positive Aussichten für Gewerbespeicher

Während der Heimspeichermarkt schwächelt, entwickelt sich das gewerbliche Segment langsam aber sicher positiv. In der Jahresübersicht ist das Segment 30 – 100 kWh im Vergleich zum Vorjahr von 187,3 MWh auf 240,3 MWh gewachsen – ein Plus von 28 %. Noch dynamischer zeigt sich das Segment 100 – 1.000 kWh mit einem Wachstum von 64 % – also nahezu zwei Dritteln. Gewerbespeicher profitieren von wachsender Bekanntheit ihrer wirtschaftlichen Vorteile – insbesondere im Zusammenspiel mit dynamischen Stromtarifen, Lastspitzenkappung und betrieblichem Lastmanagement.

Der schwache Januar 2026 ist laut EWS kein Signal für Stillstand im Photovoltaik-Markt, sondern das Resultat verschneiter Dächer. Photovoltaik-Großanlagen stabilisieren weiterhin den Gesamtmarkt, während E-Mobilität und Gewerbespeicher neue Wachstumsimpulse liefern. „Entscheidend wird sein, diese Potenziale strategisch zu nutzen“, sagt Dahm. „Die Energiewende bleibt ein struktureller Wachstumsmarkt. Wer jetzt auf integrierte Lösungen aus PV, Speicher, Wärmepumpe und E-Mobilität setzt, positioniert sich strategisch für den nächsten Marktaufschwung.“

Quelle: EWS | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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