Deutschland erreicht 10 GW Offshore-Windkraftleistung
Foto: DJ / stock.adobe.comMit der Inbetriebnahme von drei Offshore-Windkraftanlagen in den Windparks He Dreiht und Borkum Riffgrund 3 Ende Februar 2026 hat Deutschland die Marke von 10 Gigawatt (GW) installierter Offshore-Windkraftleistung überschritten. Grundlage sind Auswertungen des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur durch das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster.
„Wir erleben einen Wendepunkt in der Energiegeschichte Europas. Die Nordsee war mit der ersten Ölförderung im Jahr 1971 Ausgangspunkt der europäischen Ölversorgung. Später entwickelte sich die Ölsorte Brent zu einem zentralen Referenzpreis. Seit der ersten Stromproduktion aus Offshore-Windenergie im Jahr 2002 hat sich der Fokus grundlegend verschoben. Heute wandelt sich die Nordsee zu einem Kraftzentrum für saubere Energie“, sagt IWR-Chef Norbert Allnoch. „Die Nordsee entwickelt sich zum Herzstück einer klimafreundlichen, sicheren und zukunftsorientierten Energieversorgung in Europa.“
Offshore-Windkraftleistung in Nordsee, Irischer See und Ostsee bei 36 GW
Die Nordsee-Anrainerstaaten arbeiten seit mehreren Jahren eng zusammen, um die Offshore-Windkraft systematisch auszubauen. Richtungsweisende Treffen ⎼ unter anderem 2022 in Esbjerg und 2023 in Ostende ⎼ legten die politischen Grundlagen und Zielsetzungen für den koordinierten Ausbau fest. Weitere Gipfel folgten. Gemeinsam verfügen die Nordsee-Anrainerstaaten derzeit über mehr als 36 GW installierte Offshore-Windkraftleistung in der Nordsee, der Irischen See und der Ostsee. Davon entfallen rund 30 GW auf die Nordsee. Damit bleibt die Nordsee der zentrale Schwerpunkt der Offshore-Windenergie in Europa.
Bei der installierten Offshore-Leistung führt Großbritannien mit rund 16 GW, gefolgt von Deutschland 10 GW, den Niederlanden (5,4 GW), Dänemark (2,7 GW), Belgien (2,3 GW) und Norwegen 0,1 GW.
Mit dem geplanten Ausbau auf 300 GW Offshore-Leistung bis 2050 könnte die Nordsee künftig mehr als 1.100 Milliarden kWh Strom pro Jahr liefern. Dies würde den Jahresbedarf mehrerer europäischer Staaten decken, die fossile Importabhängigkeit deutlich reduzieren, die Resilienz Europas stärken und die Nordsee zum größten Offshore-Energiehub der Welt entwickeln.
Quelle: IWR | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH