Photovoltaik-Ausbau im Februar: Deutlicher Dämpfer

Im Bild ein Balkendiagramm mit dem Photovoltaik-Ausbau von Februar 2025 bis Februar 2026.Grafik: EWS
Der PV-Zubau von Februar 2025 bis Februar 2026 nach Solaranlagen-Größen. In den von EWS aufbereiteten Daten für Februar ist kein 10-prozentiger Aufschlag enthalten wie in den im Artikel genannten Daten der Bundesnetzagentur.
Im Februar ist der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland weiter abgesackt. Nur 930 Megawatt Leistung kam hinzu. Der Photovoltaik-Großhändler EWS erwartet aber bereits im März eine Trendwende. Der Zubau der Windenergie an Land betrug im Februar 256 Megawatt. Bei der Offshore-Windenergie gingen 129 Megawatt in Betrieb.

Im Februar 2026 summierte sich der Netto-Photovoltaik-Ausbau in Deutschland auf 930 Megawatt (MW). In dieser Zahl der Bundesnetzagentur ist ein Aufschlag von 10 Prozent enthalten, da die Behörde von Nachmeldungen innerhalb der einmonatigen Registrierungspflicht im Marktstammdatenregister ausgeht. Im Vergleich zu den Vormonaten ging der Zubau weiter zurück. Im Januar hatte der Photovoltaik-Zubau noch 1.149 Megawatt betragen. Um das zurzeit gültige Ausbauziel von 215 GW im Jahr 2030 zu erreichen, ist in Zukunft ein durchschnittlicher Photovoltaik-Zubau von monatlich 1.646 MW erforderlich.

Wetterbedingte Projektverschiebungen

Der Photovoltaik-Großhändler EWS seiht in den aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur einen deutlichen Dämpfer. In nahezu allen Solaranlagen-Segmenten liegen die Werte unter den Vergleichswerten der Vorjahre. Der Februar zählt jedoch traditionell zu den schwächeren Installationsmonaten im Photovoltaik-Markt. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte laut EWS die winterliche Witterung sein, die vielerorts PV-Dachinstallationen erschwert oder zeitweise unmöglich gemacht hat. Doch die Solar-Projekte sind nicht abgesagt, sondern lediglich verschoben. Viele Installationsbetriebe berichten von einer steigenden Nachfrage und sich wieder füllenden Auftragsbüchern. Daher rechnet EWS mit einer Belebung des Installationsgeschäfts im Frühjahr, die sich vermutlich bereits in den März-Zubauzahlen zeigen wird.

Parallel rücken mehrere externe Faktoren Photovoltaik aktuell wieder stärker in den Fokus von Politik und Gesellschaft. Dazu zählen steigende Preise fossiler Energieträger, anhaltende Unsicherheiten bei der Energieversorgung und der daraus resultierende Wunsch nach langfristig planbaren Stromkosten. „Die aktuell wiederkehrende Diskussion um steigende Preise für fossile Energieträger erinnert nun alle wieder an das, was aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten in Vergessenheit geraten war: Erneuerbare Energien sind die einzige Möglichkeit, langfristig Sicherheit und Unabhängigkeit in das Energiesystem zu bringen“, sagt EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm.

Die Flaute bei der Installation von PV-Anlagen wirkt sich auch auf den Speicher-Zubau aus. „Durch Nachrüstungen im Bestand sehen wir jedoch zum ersten Mal in einem Monat mehr installierte Speicherkapazität als PV-Leistung. Dies bekräftigt die Theorie, dass Unabhängigkeit in der Gesellschaft wieder an Bedeutung gewinnt“, sagt Dahm. „Wer den nahenden Rückenwind nutzen will, darf nicht abwarten. Der überregionale Wettbewerb ruht nicht und wird die heranwachsende Nachfrage abfischen, wenn niemand anderes schneller ist.“

Für regionale Photovoltaik-Installationsbetriebe bedeutet das nach Ansicht von Dahm: Vertriebsaktivitäten verstärken, bestehende Kundenkontakte aktivieren und Projekte frühzeitig anstoßen, damit das Frühjahrsgeschäft schnell in konkrete Installationen übergeht. Gleichzeitig lohne es sich, vorhandene Unterstützungs- und Weiterbildungsangebote zu nutzen. Schulungen zu Systemlösungen, neuen Geschäftsmodellen oder regulatorischen Entwicklungen helfen dabei, Beratungskompetenz auszubauen und zusätzliche Marktchancen zu erschließen. Auch aktuelle politische Diskussionen über zukünftige Marktregeln könne man im Vertrieb aktiv aufgreifen. Angekündigte Änderungen im Energiemarkt – etwa mögliche Anpassungen ab 2027 – könnten Investitionsentscheidungen beschleunigen und zusätzliche Vorzieheffekte auslösen.

Windenergie-Ausbau im Februar zeigt leichten Aufwind

Ein Balkendiagramm mit dem Wind-an-Land-Zubau im Januar 2026.
Grafik: Bundesnetzagentur

Der Nettozubau bei der Windenergie an Land ist im Februar im Vergleich zum Vormonat angewachsen. Die Bundesnetzagentur hat 256 MW neue Windleistung gezählt. Um das derzeit geplante Ziel von 115 GW im Jahr 2030 zu erreichen, wären monatlich 800 MW Zubauleistung nötig. Offshore sind im Januar 129 MW neu ans Netz gegangen. In diesem Segment sind monatlich 344 MW für die Zielerreichung von 30 GW bis 2030 erforderlich. Stromerzeugungsanlagen, die Biomasse nutzen, kamen im Februar 2026 mit 1 MW Leistung hinzu. Bei der Bioenergie gibt das EEG einen Rückbau um 14 MW pro Monat vor, um das Ziel von 8,4 GW im Jahr 2030 zu erreichen.

Weitere Informationen und Grafiken der Bundesnetzagentur zum monatlichen Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland sind unter diesem Link zu finden.

Quelle: Bundesnetzagentur, EWS | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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