Gebäudemodernisierungsgesetz: Gasheizungen treiben Heizkosten deutlich in die Höhe
Foto: maho / stock.adobe.comGebäudemodernisierungsgesetz: Mehrkosten durch „Bio-Treppe“
Die Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes sehen vor, dass Öl- und Gasheizungen weiter betrieben werden dürfen. Voraussetzung ist eine steigende Beimischung sogenannter grüner Brennstoffe, die als „Bio-Treppe“ bezeichnet wird. Bei Gasheizungen bedeutet das in der Praxis vor allem den Einsatz von Biomethan. Die Beimischungsquote soll von 10 Prozent ab 2029 auf 100 Prozent im Jahr 2045 steigen. Die Berechnungen des Fraunhofer ISI zeigen jedoch, dass diese Strategie die Betriebskosten deutlich erhöht. Gründe sind unter anderem steigende Preise für Biomethan sowie CO₂-Kosten und Netzentgelte.
Heizkosten im Vergleich: Wärmepumpe günstiger als Gasheizung
Im Fokus der Analyse steht der Vergleich zwischen neuen Gasheizungen und Wärmepumpen. Betrachtet wurden typische Wohnsituationen: eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus (Effizienzklasse D) und ein Einfamilienhaus mit 121 Quadratmetern (Effizienzklasse E).
Für Mieter:innen ergibt sich demnach ein deutlicher Kostennachteil bei Gasheizungen. Über den Zeitraum bis 2045 könnten Mehrkosten von mehr als 18.000 Euro entstehen. Die monatliche Differenz steigt von rund 55 Euro im Jahr 2035 auf bis zu 272 Euro im Jahr 2045.
Auch für Eigentümer:innen fällt der Unterschied deutlich aus. In Einfamilienhäusern könnten sich die Mehrkosten gegenüber einer Wärmepumpe auf knapp 24.000 Euro summieren. Monatlich entspricht das einer zusätzlichen Belastung von 73 Euro im Jahr 2035 und bis zu 326 Euro im Jahr 2045.
Bandbreiten bestätigen Kostennachteil von Gas
Die Studie berücksichtigt auch Unsicherheiten bei den Energiepreisen, der CO₂-Bepreisung und den Netzentgelten. Selbst in einem Szenario mit vergleichsweise günstigen Gaspreisen bleibt die Gasheizung teurer als die Wärmepumpe. Im ungünstigen Fall steigen die monatlichen Mehrkosten für Mieter:innen sogar auf bis zu 453 Euro im Jahr 2045. Für Eigentümer:innen sind es bis zu 558 Euro monatlich.
Die zugrunde gelegten Annahmen gelten als moderat konservativ. Kurzfristige Preisspitzen, etwa durch geopolitische Krisen, wurden nicht eingerechnet. Diese würden laut Analyse insbesondere Gasheizungen zusätzlich verteuern.
Relevanz für Investitionsentscheidungen im Wärmemarkt
Die Ergebnisse sind vor allem für Investitionsentscheidungen im Gebäudesektor relevant. Sie zeigen, dass die Wahl des Heizsystems langfristig erhebliche Auswirkungen auf die Betriebskosten hat. Während das Gebäudemodernisierungsgesetz weiterhin Spielräume für fossile Technologien lässt, deutet die Kostenentwicklung laut Analyse klar in Richtung erneuerbarer Heizsysteme. Insbesondere Wärmepumpen schneiden im Vergleich über den gesamten Zeitraum günstiger ab.
Heizkosten im Gebäudemodernisierungsgesetz: Die wichtigsten Studienergebnisse
- Neue Gasheizungen könnten für Mieter:innen über 19 Jahre gerechnet mehr als 18.000 Euro höhere Heizkosten verursachen als Wärmepumpen.
- Eigentümer:innen von Einfamilienhäusern laufen Gefahr, über die Jahre knapp 24.000 Euro mehr fürs Heizen zu zahlen.
- BUND fordert klare Regeln zum Umstieg auf erneuerbare Wärme und einen Heizkostendeckel für Mieter:innen.
Die Ergebnisse der Berechnungen des Fraunhofer ISI sind detailliert hier nachzulesen.
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