Preise für Solarmodule im März 2026 weiter angestiegen
Foto: alphaspirit / stock.adobe.comDie Preise für Photovoltaik-Module sind im März 2026 über alle Modulklassen angezogen. Das geht aus dem Photovoltaik-Modulpreisindex hervor, den der Solarserver in Zusammenarbeit mit der Handelsplattform pvXchange präsentiert. Besonders stark verteuerten sich Low-Cost-Solarpanele mit einem Plus von 8,3 Prozent. Bei Hocheffizienzmodulen, All-Back-Produkten und Mainstream-Solarmodulen war der Preisanstieg mit 3,4 bis 4,3 Prozent moderater. Seit Jahresbeginn kletterten die Preise zwischen 14 bis 18 Prozent nach oben.
Der Bundesverband des Solarhandwerks (BDSH) geht davon aus, dass es zu weiteren Preissteigerungen kommt. Denn seit gestern ist der Wegfall der chinesischen Exportsteuerrabatte auf in Kraft getretenen. Daher werden die Preise für Photovoltaik-Anlagen in Deutschland in den kommenden Wochen spürbar anziehen. Nach Einschätzung des Bundesverbands des BDSH könnte der Anstieg bei schlüsselfertigen Anlagen bei rund 10 Prozent liegen. „Die Lieferwege werden länger, weil das Krisengebiet im Nahen Osten umfahren werden muss. Das kostet Sprit. Frachtkosten und Dieselpreise steigen, Lieferzeiten verlängern sich. Das wirkt sich auf das gesamte Angebot aus. Die Montage, Logistik und Materialbeschaffung werden alle teurer“, sagt Peter Knuth, Vorsitzender des BDSH.
Ende eines ruinösen Wettbietens
Aus Sicht des Solarhandwerks ist das aber kein negatives Signal für den Markt. Denn das aus Verbandssicht ruinöse Wettbieten, das den Markt seit dem Solarboom 2022 geprägt und vielen Fachbetrieben geschadet hat, könnte jetzt aufhören. Aktuell seien viele Lagerbestände noch aufgestockt. Das gibt laut BDSH den Installationsbetrieben einen gewissen Spielraum. „Wer heute einen Auftrag erteilt, kann noch von bestehenden Einkaufspreisen profitieren“, sagt Knuth. „Aber auch dieser Puffer endet früher oder später. Die ersten Hersteller legen bereits neue Preislisten vor. Die Lage erinnert an die Dynamik bei Öl- und Gasreserven: Sie dämpfen den ersten Schock, ändern aber nichts an der Richtung.“
Laut Knuth ist die derzeitige Situation der Photovoltaik ein Lehrstück über die Risiken einseitiger Abhängigkeiten. „Deutschland hat die günstigsten Modulpreise der vergangenen Jahre bereitwillig mitgenommen. Das hat eine Importabhängigkeit von über 88 % im Modulbereich aufgebaut“, so Knuth. „Deutsche Firmen konnten nicht mithalten und haben ihren Sitz nach China verlegt. Diese Abhängigkeit von einem einzigen Land ist eine strategische Schwachstelle. Wirtschaftlich, wie sicherheitspolitisch. Wer die Energiewende ernst nimmt, muss auch ihre Infrastruktur ernst nehmen und dazu gehört, dass wir uns nicht dauerhaft in geopolitische Abhängigkeiten begeben.“
Quelle: pvXchange, BDSH | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH