Q1/26: Photovoltaik-Ausbau lahmt – Batteriespeicher boomen

Batteriespeicher im Freien von PV-Modulen umgeben.Foto: phonlamaiphoto / stock.adobe.com
Der Ausbau von Batteriespeichern boomt in. Deutschland. Dagegen geht der PV-Zubau zurück.
Während der Ausbau von Batteriespeicher einen neuen Rekord markierte, sank der Zubau der Photovoltaik im ersten Quartal 2026. Der BSW-Solar erwartet in den kommenden Wochen bei der PV eine Belebung.

Im ersten Quartal 2026 ist der Ausbau der Photovoltaik im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent zurückgegangen. Dafür legte die Installation neuer Batteriespeicher kräftig zu. Darüber informierte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). Demnach gingen im ersten Quartal neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 3,5 Gigawattpeak neu in Betrieb. Die Zahlen basieren auf einer Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur. Insbesondere die Nachfrage nach Solarstromanlagen im Heimsegment war in den ersten drei Monaten spürbar rückläufig.

Im Detail verteilt sich der registrierte Zubau mit Inbetriebnahmedatum in den ersten drei Monaten 2026 wie folgt auf die Marktsegmente:

– Heimsegment (PV-Gebäudeanlagen Leistungsklasse < 30 kWp): rund 0,85 GWp (-21 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)

– Gewerbedachsegment (PV-Gebäudeanlagen Leistungsklasse > 30 kWp): rund 0,60 GWp (-33 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)

– PV-Freiflächenanlagen, inklusive sonstiger Anlagen: rund 1,97 GWp (+20 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)

– Steckerfertige Erzeugungsanlagen („Balkonsolar“): rund 0,09 GWp (-6 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum).

Aktuelle Belebung der PV-Nachfrage

Für die nächsten Wochen rechnet die Interessenvertretung der Solarbranche mit einer zumindest leichten Belebung der Nachfrage infolge der jüngsten Energiekrise und aufgrund von Vorzieheffekten in Erwartung möglicher Fördereinschnitte. „Eine vorübergehende solare Sonderkonjunktur, sollte sie kommen, ersetzt keine verlässlichen Investitionsbedingungen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig.

Batteriespeicher legen um 67 Prozent zu

Zugleich gingen laut Auswertung von BSW Solar im 1. Quartal 2026 mehr als zwei Gigawattstunden (GWh) neue Speicherkapazität an das Netz. Der Zubau stationärer Batteriespeicher lag somit rund 67 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Insgesamt wuchs der Batteriespeicherbestand in Deutschland auf etwa 28 GWh, verteilt auf rund 2,5 Millionen Anlagen. Diese Speicherkapazität reicht rechnerisch aus, um den durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von rund drei Millionen Privathaushalten in Deutschland zu speichern.

Treiber der aktuellen dynamischen Speicher-Marktentwicklung seien insbesondere Großspeicher mit einer Einzelkapazität von jeweils mehr als einer Megawattstunde (MWh). In diesem Marktsegment wurde nach der BSW-Analyse im ersten Quartal ein Zubau von über einer Gigawattstunde verzeichnet – ein Plus von rund 270 Prozent und damit beinahe eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr.

Umfrage: Mehr Batteriespeicher gewünscht

Auch im Gewerbesegment (20 kWh bis 1 MWh) legte der Markt deutlich zu. Die neu installierte Speicherkapazität stieg hier um rund 42 Prozent auf etwa 0,16 GWh. Der Zubau im Heimspeichersegment (5 bis 20 kWh) lag mit rund 0,74 GWh in etwa auf Vorjahresniveau.

„Batteriespeicher können den Bedarf an teuren Reserve-Gaskraftwerken deutlich reduzieren“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Der bereits installierte Bestand stationärer Batteriespeicher entspricht der Tagesstromproduktion von mehr als zwei der geplanten Reserve-Gaskraftwerke.

Ihre verstärkte Erschließung sei auch erklärter Wunsch in der Bevölkerung. In einer vom BSW-Solar in Auftrag gegebenen YouGov-Umfrage unter 2.190 Wahlberechtigten rangierten bei den Antworten auf die Frage, wie Schwankungen bei Wind- und Solarkraftwerken in Zukunft verstärkt ausgeglichen werden sollen, Batteriespeicher mit 42 Prozent an erster Stelle und mit großem Abstand vor Erdgaskraftwerken (17%). Ebenfalls relativ hohen Zuspruch erfuhren Biomassekraftwerke (32%) und Wasserstoff-Gaskraftwerke (31%). Mehrfachnennungen waren möglich.

Quelle: BSW-Solar | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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