TÜV Rheinland eröffnet Prüflabor für Hochleistungskomponenten

Im Prüflabor Power Test Center Cologne testen Fachleute vom TÜV Rheinland große Batteriespeichersysteme und Komponenten von Photovoltaik-Wechselrichtern.Foto: FRAITAG / TÜV Rheinland
Im neuen Power Test Center Cologne testen Fachleute von TÜV Rheinland in Umweltsimulationskammern, wie ein Batteriespeichersystem auf extreme Temperaturschwankungen reagiert.
Im neuen Power Test Center Cologne in Troisdorf kann der TÜV Rheinland große Batteriespeichersysteme, Komponenten für Photovoltaik-Wechselrichter und leistungsfähige Bauteile für die Elektromobilität prüfen.

Der TÜV Rheinland hat in Troisdorf bei Köln ein neues Prüflabor eröffnet. Das „Power Test Center Cologne“ ist auf die Prüfung von industriellen Hochleistungskomponenten spezialisiert. Hier testen seit Anfang Mai 2026 Expertinnen und Experten unter anderem Batteriespeichersysteme, Ladeinfrastruktur sowie Komponenten für erneuerbare Energien.

Weil man für die Prüfung dieser Produkte häufig eine hohe Leistung benötigt, hat TÜV Rheinland für das 800 Quadratmeter große Labor einen besonders leistungsstarken Transformator installiert. Dadurch können die Tester:innen mit einer Leistung von bis zu einem Megawatt arbeiteten. Neu ist außerdem die Möglichkeit, entwicklungsbegleitende Prüfungen durchzuführen: So können Hersteller ihre Produkte parallel zu eigenen Testphasen in Kundenarbeitsbereichen anpassen, weiterentwickeln und so effizienter zur Marktreife bringen.

Im Troisdorfer Labor prüft der TÜV Rheinland große Batteriespeichersysteme, die beispielsweise bei Solarkraftwerken zum Einsatz kommen. Mit diesen Speichern wird Photovoltaik-Strom grundlastfähig, eine stabile und nachhaltige Energieversorgung ist dann auch an bewölkten Tagen möglich. Damit eng verbunden ist das Komponentenprüflabor, in dem unter anderem Teile für Photovoltaik-Wechselrichter getestet werden. Energie, die zum Beispiel in großen Solarparks gewonnen wird, gelangt über Wechselrichter in das Netz. Sie wandeln Gleichstrom in Wechselstrom um und machen ihn damit nutzbar.

Um den Strom zu verteilen und zu übertragen, testet TÜV Rheinland im Power-Electronics-Labor leistungsfähige Bauteile, die in der realen Anwendung großen Belastungen standhalten müssen. Beispiel dafür sind etwa Ladekabel für Elektrobusse oder Elektrofähren. Im Vergleich zu einer Ladesäule in der heimischen Garage wird hierbei mit der 60-fachen Leistung geladen. Herkömmliche Leitungen reichen hier nicht aus. Es braucht nicht nur Kühlmechanismen, sondern auch besondere Sicherheitsanforderungen.

Umweltsimulationslabor im Power Test Center Cologne

Schließlich prüfen die Expertinnen und Experten im Umweltsimulationslabor, ob all diese Systeme verschiedenen Witterungsbedingungen standhalten und zuverlässig funktionieren. In Umweltsimulationskammern testen sie beispielsweise, wie ein Batteriespeichersystem auf extreme Temperaturschwankungen reagiert.

Erst Ende 2025 hat TÜV Rheinland in Mailand in ein vergleichbares Labor für Hochleistungstechnologien investiert – mit einem stärkeren Fokus auf Anwendungen im Automotive. „Wir sehen einen klaren Trend zur weiteren Elektrifizierung. Immer mehr Elektrofahrzeuge sind auf den Straßen unterwegs, gleichzeitig wächst der Anteil erneuerbarer Energien aus Sonne und Wind. Mit unseren neuen Laboren begleiten wir diese Entwicklung“, sagt Michael Fübi, Vorstandsvorsitzender der TÜV Rheinland AG.

Quelle: TÜV Rheinland | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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