Heizungsbestand 2025: Wärmewende tritt auf der Stelle

Das Foto zeigt eine Grafik mit den im Text genannten Zahlen der fossilen Heizungen Heizöl, Erdgas, Holz, Pellets in weißer Schrift auf dunkelgrau, dahinter liegend ein Foto eines Heizkörpers.Grafik: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks
Rund 19,5 Millionen Öl- und Gasheizungen waren 2025 in Deutschland in Betrieb – ein Rückgang von nur zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Über 19,5 Millionen Öl- und Gasheizungen sind in Deutschland weiterhin in Betrieb; der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt lediglich zwei Prozent. Die Erhebung des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks zeigt: Politische Unsicherheit rund um das Gebäudeenergiegesetz hat Investitionen in Heizungsmodernisierungen 2025 weitgehend blockiert. Für Installateure, Planer und Energieversorger bleibt die Frage offen, ob der GEG-Nachfolger 2026 neue Impulse setzt. Einziger Lichtblick: Der Wärmepumpenabsatz stieg deutlich.

Fossile Heizungen dominieren weiterhin den Bestand

Rund 19,5 Millionen Heizungsanlagen – inklusive Warmwasserheizer – nutzten 2025 fossile Energieträger. Das entspricht mehr als der Hälfte aller erfassten Anlagen. Die Zahl der Ölheizkessel sank um drei Prozent auf 4,7 Millionen. Gasfeuerungsanlagen gingen um 1,7 Prozent auf 14,8 Millionen zurück. Der Trend zur Dekarbonisierung setzt sich damit fort, jedoch in sehr geringem Tempo.

Biomasse: Bestand stagniert

Auch bei Biomasseheizungen zeigt sich kaum Bewegung. Der Bestand zentraler Biomasseheizungen liegt mit rund 1,2 Millionen Anlagen auf Vorjahresniveau. Etwa 11,7 Millionen Einzelraumfeuerstätten – Kamin-, Kachelöfen und Heizkamine – bleiben ebenfalls weitgehend konstant. Feste Biomasse bleibt im Gebäudebestand relevant, gewinnt aber nicht an Dynamik.

Effizienz steigt – Modernisierungsdruck bleibt hoch

Innerhalb des fossilen Bestands nimmt die Effizienz langsam zu. Fast 60 Prozent der Gasheizungen verfügten 2025 über Brennwerttechnik – ein Anstieg von rund 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Ölheizungen stieg der Brennwertanteil um 2,7 Prozent.

Dennoch bleibt das Durchschnittsalter konventioneller Anlagen ein strukturelles Problem. Über 86 Prozent der Ölheizungen ohne Brennwerttechnik sind älter als 20 Jahre. Bei Gasheizungen ohne Brennwerttechnik liegt der Anteil bei rund 66 Prozent. Diese Anlagen erfüllen die Sicherheitsstandards, gelten aber als technisch veraltet.

Politische Unsicherheit als Hauptbremse

Als Hauptursache für die Investitionszurückhaltung nennt der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks die anhaltende Unsicherheit über gesetzliche Rahmenbedingungen, Förderbedingungen und Energiepreise. Der Regierungswechsel 2025 und die Diskussion um die GEG-Reform haben Kaufentscheidungen verschoben. Mit dem Kabinettsbeschluss zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) vom 13. Mai 2026 hat die geplante Nachfolgeregelung eine erste formale Hürde genommen. Die Verabschiedung im Bundestag soll noch vor der Sommerpause 2026 erfolgen.

Verbandspräsident Alexis Gula empfiehlt trotz der fortbestehenden Optionen für fossile Systeme: „Im Hinblick auf eine mögliche Biotreppe empfehlen wir Alternativen wie Wärmepumpen oder Biomasseanlagen – und eine vorherige Energieberatung.”

Wärmepumpe: Absatz steigt um 55 Prozent

Einen deutlichen Gegenpol zur Stagnation im fossilen Bestand setzt der Wärmepumpenmarkt. Laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) wurden 2025 rund 299.000 Heizungs-Wärmepumpen abgesetzt – ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstmals entfiel damit knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger auf Wärmepumpen. Rund 80 Prozent der Neugeräte wurden in Bestandsgebäuden installiert. Luft-Wasser-Geräte dominieren mit einem Marktanteil von 95 Prozent. Zusätzlich wurden 49.500 Warmwasser-Wärmepumpen abgesetzt, ein Zuwachs von 20 Prozent.

Maßgeblich für die Entwicklung war nach BWP-Angaben die KfW-Heizungsförderung: Die KfW erteilte 2025 über 288.000 Förderzusagen für Wärmepumpen – ein Plus von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Absatzzahlen spiegeln sich im Gesamtbestand noch kaum wider: Bestandsveränderungen brauchen Jahre, um statistisch sichtbar zu werden.

Datenlücken im Wärmemarkt

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks weist zudem auf eine strukturelle Schwäche der aktuellen Bestandserfassung hin. Strombasierte Systeme – insbesondere Wärmepumpen – sowie Fernwärmeanschlüsse werden bislang nicht vollständig erfasst. Nach eigenen Angaben setzt sich der Bundesverband jedoch für eine Ausweitung der Datenerhebung ein.

Fazit / Ausblick

Die Zahlen belegen ein gespaltenes Bild: Der fossile Heizungsbestand baut sich nur langsam ab, während der Wärmepumpenabsatz 2025 einen deutlichen Sprung machte. Ob das GModG nach seiner geplanten Verabschiedung den nötigen Investitionsschub im Gesamtmarkt auslöst, bleibt abzuwarten. Für Planer und Installateure bedeutet die anhaltende Regulierungsunsicherheit ein weiteres Jahr eingeschränkter Planungssicherheit – mit einem aufgestauten Nachfragevolumen, das sich bei stabilen Rahmenbedingungen entladen könnte.

Quelle: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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