BDEW/Fortschrittsmonitor 2026: PV bleibt Motor der Energiewende
Foto: Elenathewise / stock.adobe.com Die Photovoltaik bleibt weiter das Rückgrat der Energiewende. Das stellen der Bundesverband der Energiewirtschaft und das Beratungsunternehmen Ey in ihrem neuen Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 fest. Doch es gebe weiterhin auch die gleichen Herausforderungen wie in den letzten Jahren: der verhaltene Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die komplexen Hürden der Wärmewende und die erheblichen Investitionsbedarfe der Netzinfrastruktur. Außerdem bleibe die Verkehrswende weit hinter den klimapolitischen Ambitionen zurück.
Der Fortschrittsmonitor mahnt an, dass bisherigen Zielpfaden konkrete Umsetzung folgen müsse. Mit schnellerem Ausbau, digitalisierten Netzen, steuerbarer Leistung, Speichern, Wasserstoffhochlauf, einem stimmigen Wärmepaket und klaren Investitionsbedingungen.
Die strukturelle Entwicklung des Energiesystems sei bereits heute auf dem Weg zu einer effizienteren, kostengünstigeren und resilienteren Energiezukunft. Ein zunehmend auf erneuerbarem Strom basierendes Energiesystem treibe Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Dekarbonisierung. Eine Entwicklung gehe damit einher: Der Wandel von einem Energiesystem, das sich zunächst durch hohe Investitions-, dann aber niedrigere Betriebskosten auszeichnet.
Wasserstoff: 10 GW Elektrolyse bis 2030 unwahrscheinlich
Wie auch Biomethan und Biogas bleibe Wasserstoff ein unverzichtbarer Baustein für Industrie, Energiewirtschaft und nicht direkt elektrifizierbare Anwendungen. Der Markthochlauf sei jedoch weiter zu langsam. Zwar sei die Wasserstoffproduktion 2024 gestiegen, sie basiere aber fast ausschließlich auf fossilem Wasserstoff. Das Ziel der vorherigen Bundesregierung von 10 Gigawatt Elektrolysekapazität bis 2030 erscheine zunehmend unwahrscheinlich. Zwar seien bis zu 13 Gigawatt an Projekten angekündigt, finanziell gesichert. Im Bau oder in Betrieb seien aber erst rund 1,3 Gigawatt. Nötig seien deshalb verlässliche Nachfrageinstrumente, pragmatische, einfache Regulierung, Import-, Transport- und Speicherinfrastruktur sowie der zügige Bau H₂-fähiger Kraftwerke.
Bei der insgesamt noch schleppenden Verkehrswende entwickele sich die Ladeinfrastruktur positiv. Die öffentliche Ladeleistung erreichte 2025 rund 10 Gigawatt und übertrifft das AFIR-Ziel der EU von rund 4 Gigawatt deutlich. Für den nächsten Schritt brauche es aber verlässliche Flottengrenzwerte, langfristige steuerliche Leitplanken, eine bezahlbare Modellpalette sowie schnellere Genehmigungen und verfügbare Flächen für Ladeinfrastruktur – insbesondere auch für schwere Nutzfahrzeuge.
Der Fortschrittsmonitor Energiewende wird jährlich vom BDEW in Zusammenarbeit mit EY erstellt und analysiert auf Basis aktueller Daten den Stand der Energiewende in Deutschland.
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