E3/DC: Niederspannungsnetze bei Hellbrisen nicht durch PV belastet
Grafik: E3/DCDass auch bei viel Sonnenschein und wenig Stromnachfrage die Niederspannungsnetze leistungsfähig bleiben, zeigt eine Untersuchung des PV-Anbieters E3/DC. Das zur Hager-Gruppe zählende Unternehmen hatte am Pfingstwochenende 2026 (Ende Mai) die Spannungsdaten von 110.000 PV-Anlagen ausgewertet. Es handelt sich um von E3/DC installierte “Hauskraftwerke” mit 10 Kilowatt (kW) Leistung, die bundesweit verteilt seien.
Wie das Unternehmen mitteilte, zeige die Auswertung, dass es auch in Regionen mit sehr hoher Anlagendichte nicht zu Überlastungen der Ortsnetze und auch nicht zu maßgeblichen Abschaltungen der Erzeugungsanlagen gekommen sei. Der Hintergrund: Vor Feiertagen steige die Sorge vor Netzüberlastungen an (Stichwort: Hellbrise). Zugleich gebe es bisher aber keine konkrete Auswertung.
In der Öffentlichkeit entstehe so der Eindruck, die Netze könnten ohne massiven (und teuren) Ausbau kaum noch weitere regenerative Erzeugungsleistung aufnehmen. Wie das de facto für Photovoltaik in der Niederspannung aussehe, also für sogenannte Kleinanlagen bis 30 kWp mit Überschuss-Einspeisung, wollte E3/DC mit einer groß angelegten Messkampagne bewerten. Die Datenauswertung von E3/DC berücksichtige dabei auch die anderen Erzeuger aller Anbieter im Ortsnetz.
PV-Strom wird auf Niederspannungsebene verbraucht
“Die Situation ist vollständig beherrschbar, bei über 80 Prozent der Hausanschlüsse gab es noch größere Spannungsreserven, weitere 18,4 Prozent erreichen den Bereich zwischen 243 und 253 Volt und nur 0,15 Prozent schalteten zeitweise sauber und unkritisch im Sinne der Norm ab“, berichtet Nicolas Bartholomäus, Energy Systems Engineer bei E3/DC.
Damit lägen wertvolle Daten vor, die den Schluss zuließen, dass die Ortsnetze durch PV-Kleinanlagen auch in Ausnahmesituationen nicht überlastet sind. Dazu komme, dass der Strom tatsächlich im Verteilnetz bleibe. Im jahreszeitlichen Gang werde er dort auch komplett verbraucht.
„Nach Ansicht von E3/DC sollten die Einspeisungen der Kleinanlagen bis 30 kWp wie bisher weiter nicht direktvermarktet werden, weil die umliegenden Nachbarn in keiner Weise anders günstig physikalisch versorgt werden können“, sagt Dr. Andreas Piepenbrink, CEO von E3/DC. Die aktuelle Höhe der Einspeisevergütung sei sinnhaft gewählt und diene einem flächendeckenden Ausbau moderner Gebäude mit entsprechendem Auftrag zur lokalen Versorgung.
„Physikalisch betrachtet ist Energy Sharing bereits im Ortsnetz vorhanden”, so Piepenbrink weiter. Die aktuellen Pläne in Richtung Direktvermarktung bedeuten für Kleinanlagen teure Bürokratie. Deshalb sollte der Bundestag keinen abrupten Wegfall der Einspeisevergütung beschließen.
Quelle: E3/DC | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH